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Bei der Feuerwehr sind Fahrer knapp

Päwesin gibt Geld für Lkw-Führerschein Bei der Feuerwehr sind Fahrer knapp

Feuerwehrleute mit Lkw-Führerschein sind knapp. Auch in der Feuerwehr Päwesin war die Einsatzbereitschaft gefährdet. Deshalb übernahm die Kommune fast die Hälfte der Fahrschulkosten für zwei Kameraden. Auch das Amt Beetzsee beteiligte sich. Den Rest finanzierten Spender. Doch das grundsätzliche Problem ist nicht gelöst.

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Päwesins Bürgermeister Hubertus Kühne (r.) gratuliert Frank Maskow (l.) und Thomas Lowisch zum Lkw-Führerschein. Ortswehrführer Steffen Ahrens hat jetzt eine bessere Personaldecke bei den Fahrern.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Päwesin. Es brennt und kein Feuerwehrauto rollt aus der Garage. So weit hätte es in Päwesin kommen können. Problem: Kameraden mit Lkw-Führerschein sind knapp. Im Ort gab es für die beiden Einsatzfahrzeuge bislang nur drei Maschinisten mit Fahrerlaubnis Klasse C, die zur Bedienung von Lkw über 7,5 Tonnen Gesamtmasse berechtigt. Allein das Päwesiner W-50-Tanklöschfahrzeug bringt es auf fast elf Tonnen. Selbst das kleinere Mercedes-Löschfahrzeug dürfen jüngere Feuerwehrleute streng genommen nicht mit ihrem Pkw-Führerschein fahren. Seit der EU-Neuregelung der Führerscheinklassen ist für Fahrzeuge ab 3,5 bis unter 7,5 Tonnen ein Führerschein der Lkw-Einsteigerklasse C 1 erforderlich. Nur Besitzer der alten Pkw-Führerscheine der Klasse 3 dürfen die Fahrzeuge noch bewegen. Doch deren Inhaber scheiden aus Altersgründen immer mehr aus.

Eine Lkw-Fahrschule kostet viel Geld. Und zwar um die 2300 Euro. Geld, dass die Kameraden nicht allein aufbringen können und wollen. Anders als die Ausbildung unter Atemschutz, am Funkgerät oder an der Tragkraftspritze gilt die Erlangung eines Führerscheins auch für Feuerwehrleute als Privatsache. Deshalb hatte sich Päwesins Feuerwehrchef Stefan Ahrens vor einem Jahr an die Gemeindevertretung und an die Öffentlichkeit gewandt. Dringend wurden zwei weitere Kameraden mit Lkw-Führerschein gebraucht. Diese gibt es jetzt mit Frank Maskow und Thomas Lowisch.

Zuschuss nach Finanzlage

Über die Finanzierung des Lkw-Führerscheins wird seit Jahren im Land diskutiert. Die Übernahme der Kosten würde einen zusätzlichen Anreiz zur Mitgliedschaft in einer Feuerwehr schaffen. Denkbar wäre es auch die Fahrschule in die Maschinistenausbildung zu integrieren.

Doch bislang ist es in Brandenburg bei politischen Denkanstößen geblieben. So müssen die Träger des Brandschutzes nach Finanzlage entscheiden, welche Zuschüsse sie leisten können.

Die 14 aktiven Kameraden der Päwesiner Feuerwehr mussten im vergangenen Jahr zu 20 Einsätzen ausrücken. Ihr Tanklöschfahrzeug vom Typ W 50 soll durch einen gebrauchten TLF aus Marzahne ersetzt werden, sobald das neue Fahrzeug in Marzahne im Einsatz ist.

Wie schon 2015 werden die Päwesiner am 9. Juli 2016 Gastgeber für die Wettkämpfe um den Pokal der Jugendfeuerwehren im Amt Beetzsee sein.

In einem symbolischen Akt überreichte Bürgermeister Hubertus Kühne an die beiden langjährigen Feuerwehrmänner die Schlüssel für die Päwesiner Einsatzfahrzeuge. Kühne wünschte den Kameraden eine unfallfreie Fahrt. Beide hatten die Ausbildung erfolgreich im ersten Anlauf absolviert. Pro Kamerad beteiligte sich nun die Kommune mit je 1000 Euro an den Ausbildungskosten. Maskow und Lowisch mussten sich im Gegenzug für fünf weitere Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr verpflichten. Für die Brandschützer kein Problem: „Wir sind schon lange dabei. Daran ändert sich auch in Zukunft nichts.“

Landesweites Problem

„Wir waren uns im Gemeinderat einig, dass wir als Kommune etwas für die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr tun müssen. Auch wenn wir dazu nicht verpflichtet sind. Ich denke, die Lkw-Fahrschule ist gut angelegtes Geld“, so Bürgermeister Kühne. Auch das Amt Beetzsee als Träger des Brandschutzes beteiligte sich an der Finanzierung des Lkw-Führerscheins. Diesen Zuschuss von je 750 Euro bekommen übrigens alle Anwärter im Amt Beetzsee. Die Übernahme der gesamten Kosten für jeden Fahrschüler würde den finanziellen Rahmen jedoch sprengen. Ein landesweites Problem. „Dann müsste im Gegenzug an der Ausstattung der Wehren gespart werden“, sagt Bürgermeister Kühne, der auch dem Brandschutzausschuss des Amtes vorsteht. Das grundsätzliche Problem ist deshalb nicht gelöst.

Unterstützung von privaten Spendern

Das restliche Geld von rund 500 Euro je Fahrschüler sammelte die Feuerwehr bei Sponsoren und Privatpersonen ein. Unter anderem beim Dorffest. „Die Reaktion auf unser Anliegen ist bei Firmen und Einwohnern durchweg positiv angekommen. Dafür gilt unser herzliches Dankeschön“, sagte Ortswehrführer Ahrens der MAZ. Ganz ohne einen Cent sind Frank Maskow und Thomas Lowisch jedoch nicht aus der Fahrschule herausgekommen. Das liegt an der schwächelnden Sehkraft. Um ihre Brillen mussten sich die Feuerwehrleute selbst kümmern.

Unerwartete Verstärkung für die Alarmplanung hat die Päwesiner Wehrführung von ihrer Feuerwehrfrau Lisa Mahler bekommen. Sie dient bei der Bundeswehr und hat dort erfolgreich ihren Lkw-Führerschein gemacht – komplett bezahlt vom Staat.

Von Frank Bürstenbinder

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