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Brandenburg/Havel So sah es früher in der Gaststätte Bellevue aus
Lokales Brandenburg/Havel So sah es früher in der Gaststätte Bellevue aus
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14:36 14.01.2019
Bilder aus einer vergangenen Zeit: Das Bellevue in Hohenstücken in den 1980er Jahren. Quelle: Privat
Brandenburg/H

Ingrid Mangelsdorf hat ihre Gäste noch einzeln begrüßt. Bei den Silvester-Feiern in der Gaststätte Bellevue in Hohenstücken in den 1990er Jahren stand die heutige Rentnerin am Eingang und gab den Feiernden die Hand. Mit Sekt, einem Mehrgänge-Menü und Pfannkuchen zu Mitternacht begrüßten die Brandenburger im Bellevue das neue Jahr. Zusammen mit ihrem Mann erinnert sich die langjährige Leiterin und Besitzerin der Gaststätte noch gut an die vielen rauschenden Feste: „Da war eine Stimmung, dass die Heide wackelt“.

Vom HO-Café in der DDR bis zur Speisegaststätte in den 1990ern. Das sind die Bildern vom Bellevue.

Seit 1983 war Mangelsdorf Teil des Bellevue – dieser Gaststätte in der Kopenhagener Straße, die eine kleine Institution im Brandenburger Stadtteil Hohenstücken war und die zum Ende des vergangenen Jahres von ihrem Nachfolger geschlossen wurde.

Kaffee und Kuchen aus der ungarischen Espressomaschine

In der DDR leitete Mangelsdorf das Bellevue für die Handelsorganisation. Mit fünf Mitarbeiterinnen gaben sie in dem damaligen Café Quark- und Apfelkuchen der Konsumbäckerei aus – und verkauften Kaffee aus der ungarischen Espressomaschine an die Menschen. Im Sommer war das Softeis aus der eigenen Maschine besonders beliebt, und für Liebhaber von Deftigem gab’s Soljanka.

Alkohol wurde damals übrigens nur sehr begrenzt im Bellevue ausgeschenkt. Eine Anlage für Fassbier gab es gar nicht. Nur ein sogenanntes Herrengedeck durfte Ingrid Mangelsdorf ausgeben. Das war ein Pilsner mit einer kleinen Piccolo-Flasche Sekt.

Reine Speisegaststätte wurde das Bellevue erst nach der Wende

Eine reine Speisegaststätte wurde das Bellevue dann erst nach der Wende, als Mangelsdorf das Gebäude mit seinem Inventar der Treuhand abkaufte. Sie investierte in die Räumlichkeiten und bot fortan eine ausgefeilte Speisekarte an. Im Gastbereich wurde nun Kaninchenrollbraten und Fisch gegessen – und zu Silvester getanzt. Immer mehr entwickelte sich das Bellevue zu einer kleinen Institution im Viertel. Mit gut bürgerlichem Essen, Stammgästen und ausgebuchten Feiern. Um Spielautomaten und Tresenhocker – und dem Schicksal einer Eckkneipe – war das Bellevue so herumgekommen.

So bleiben nach vielen Jahren, die die Mangelsdorfs im Bellevue verbrachten und es schließlich mit seiner ganzen Einrichtung Anfang der 2000er verkauften, vor allem viele schöne Erinnerungen. An die Stimmung der Silvesterfeiern, bei denen anfangs ein Amateur-DJ auftrat – bis schließlich ein Professioneller engagiert wurde. Und an die vielen Gäste, die in den vielen Jahren im Bellevue einkehrten – um dort vor der Wende erst Eis und Kuchen und später Fisch und Braten zu essen.

Von Ansgar Nehls

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