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Brandenburg/Havel Bernstein, Brahms und Bach: Chicagoer Schüler geben Konzert im Dom
Lokales Brandenburg/Havel Bernstein, Brahms und Bach: Chicagoer Schüler geben Konzert im Dom
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16:26 26.03.2018
Schüler des Viking Orchesters der Homewood Flossmoor High School bei Chicago geben ein Konzert im Brandenburger Dom. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Wer aus dem Großraum Chicago kommt, ist eigentlich an kalte Temperaturen gewöhnt. Gut eingepackt mit Mütze und Handschuhen ist das gut auszuhalten, nur lässt sich so ausgesprochen schlecht Violine oder Cello spielen und an gefühlvolles Zupfen an der Harfe ist gar nicht zu denken.

Gut, dass die Schüler des Viking Orchesters der Homewood Flossmoor High School, die im Chicagoer Speckgürtel liegt, offenbar aus ganz hartem Holz geschnitzt sind.

Das Violinen-Duo Allie Mangel (l.) und Alannah Hill im Brandenburger Dom. Quelle: Christine Lummert

Während die etwa 70 Zuhörer im eisigen Brandenburger Dom am Sonntagabend in Decken gehüllt der Musik lauschten, waren den 16- bis 18-jährigen Teenagern während des gut eine Stunde dauernden Konzerts die widrigen Umstände nicht anzumerken.

Leicht und fließend klang die Musik von Bernstein und Brahms, Bach und Tschaikowsky, die sich da im Kirchenraum ausbreitete.

Die Homewood Flossmoor High School ermöglicht den Schülern, die sich musikalisch engagieren, in jedem Jahr eine Tournee, die aus dem Heimatland hinausführt.

Konzerten in mehr als 80 Städten in 28 Ländern

In den vergangenen 48 Jahren, seit Beginn des Bestehens des anspruchsvollen Musikprogramms der Schule, waren Musikgruppen insgesamt schon in mehr als 80 Städten in 28 Ländern auf allen fünf Kontinenten unterwegs. In diesem Jahr kommt Deutschland dazu mit dem Start der Konzertreise in Brandenburg und weiteren Auftritten in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Beim Konzert im Brandenburger Dom. Quelle: Christine Lummert

Für den Einstieg ins Programm im Dom griff Dirigent Bernie J. Engrav mit seinem Orchester auf aktuelle Komponisten aus den Vereinigten Staaten zurück, die auch als Musikpädagogen wirken. William Hofeldts „Toccatina“ und die vier Sätze des „Old Settlers‘ Picnic“ von Eric Ewazen sind Stücke, die auch mit Blick auf Jugendorchester komponiert wurden und die die Streicher des Viking Orchesters inzwischen wohl in- und auswendig können.

Harfenist Kevin Cawley durfte dann in Cathrine MacMichaelsEsperance“ glänzen, bevor die beiden Violinistinnen Allie Mangel und Alannah Hill im zweiten Satz des Doppelkonzerts für zwei Violinen in D-Moll von Johann Sebastian Bach ihr Können zeigten.

Bekannte Melodien aus der „West Side Story

Johannes Brahms Akademische Festouvertüre forderte noch einmal die besetzungsstarken Streichergruppen, bevor der volle Klang des gesamten Orchesters in einer Zusammenstellung der bekanntesten Melodien aus dem Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein zu hören war. Die Blechbläser und die kleine Perkussionsgruppe gaben dem Klassiker der amerikanischen Musik den richtigen Rhythmus und Antrieb.

Stücke von Brahms und Tschaikowski

Zwei weitere Stücke von Brahms rahmten dann einen erneuten Ausflug ins schon angeschnittene Liebesthema ein. Nicht nur Leonard Bernstein und Stephen Sondheim ließen sich für ihre „West Side Story“ von Shakespeares „Romeo und Julia“ inspirieren. Tschaikowski hat sich ebenfalls musikalisch mit dem Thema auseinandergesetzt und die jungen Musiker zogen die Zuhörer mit ihrer Interpretation in ihren Bann.

Zum Schluss kam das Viking Orchester wieder in die Gegenwart zurück. Mit dem Pophit „Counting Stars“ von Ryan Tedder, dem Leadsänger der Gruppe „OneRepublic“, verabschiedeten sich die 44 Nachwuchsmusiker von ihrem begeisterten Publikum und konnten sich anschließend vor dem Dom zum Aufwärmen ein bisschen in die Abendsonne stellen.

Von Christine Lummert

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