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Brandenburg/Havel Berühmtestes Spiess-Bild erstrahlt am Museum
Lokales Brandenburg/Havel Berühmtestes Spiess-Bild erstrahlt am Museum
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18:07 06.11.2016
Angelika Herzog, deren Vater Stahlwerker war, berührt das Mosaik von Emil Spiess, das nun am Brandenburger Industriemuseum einen würdigen Platz gefunden hat. Bis 2009 prangte es auf einem Wobra-Bock am Hauptbahnhof. Quelle: Brigitte Einbrodt
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Brandenburg/H

Auch wenn es kein eingetragenes Denkmal ist – engagierte Bürger haben Jahre darum gerungen, dem wohl bedeutendsten Werk des Brandenburger Künstlers Emil Spiess (1938-2009) einen würdigen Platz zu verschaffen. Den gibt es jetzt im Brandenburger Industriemuseum. Dafür dankte Katrin Witt vom Denkmalschutzamt der Architektin Heidrun Fleege, dem Direktor des Industriemuseums Marius Krohn und nicht zuletzt Monika Spiess, der engagierten Witwe des Künstlers. Viele Interessierte erfreuten sich am Samstag an den neben dem Eingang angebrachten farbenfrohen Motiven.

Monika Spiess, die Witwe des Künstlers Emil Spiess, am Samstag während der feierlichen Einweihung des Mosaiks am Industriemuseum in Brandenburg. Quelle: Brigitte Einbrodt

Das etwa 14 mal zehn Meter große Glasmosaik, bestehend aus 15 farbigen Platten, wurde 2009 abgerissen. Der Bahnhofsvorplatz wurde modernisiert und damit verschwand auch der Wobra-Wohnblock, der am Giebel zum Eingang Große Gartenstraße bekannt wurde durch diese besondere Art von Kunst am Bau. Emil Spiess gestaltete sein expressionistisch angelegtes Kunstwerk mit dem Titel „Brandenburg – eine alte und eine neue Stadt“ in zwei Phasen. 1979 war es die Wertschätzung der historischen Bauten der Stadt, die er darstellte. Die Dächer schmaler Straßen, Steintor und Katharinenkirche waren bewusst ausgewählt, um auf den 1965 staatlich verordneten Baustopp für die historische Innenstadt aufmerksam zu machen. Das Geld wurde für den Neubau von Arbeiterwohnungen gebraucht. Der 30. Jahrestag der DDR war der Anlass, das Wandbild anzubringen.

Gerke Pachali findet die richtigen Worte über das kulturelle Erbe

In der zweiten künstlerischen Phase 1981 war das inhaltlich nicht zu übersehen. Die sozialistische Aufbaustimmung, verkörpert in Gestalt einer selbstbewussten Frau mit roten Haaren sollte aber auch eine Willkommensgeste für ankommende Reisende in die Havelstadt sein. Auch wenn es nicht jedermanns Geschmack ist, diese realistische Arbeitsweise des Künstlers, so sei es doch wichtig und richtig, kulturelles Erbe in der Region zu erhalten. Dafür fand Gerke Pachali, Pfarrer im Ruhestand, bewegende Worte : „Die Bürger haben sich schon 2008 gekümmert, Fragen an die Stadtverordneten gestellt und sich dagegen gewehrt, das Kunstwerk oberflächlich als Kampfbild einzustufen.“ Monika Spiess betonte, dass es sich in der Gestaltung der Figuren auf den Mosaiken nicht wie offiziell fälschlich eingeschätzt um „bewaffnete Organe“ handelt, sondern um Stahlarbeiter.

Auch der Vater von Angelika Herzog war Stahlarbeiter, gemeinsam mit Manfred Krug. Bei einer Explosion im Betrieb 1966 kam er ums Leben. Die Brandenburgerin ist berührt, dass jetzt am Museum die Mosaikplatten von vergangenen Zeiten erzählen. „Es ist schön, diese Glassteine jetzt auch mal so einfach anfassen zu können.“

Von Brigitte Einbrodt

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