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Beruf Hundefrisörin: Kein Fell ist zu dick

Brandenburg an der Havel Beruf Hundefrisörin: Kein Fell ist zu dick

Zu Besuch bei der Brandenburger Hundefrisörin Viktoria Steinborn in ihrem Salon „Pudelwohl“: Jeden Tag kümmert sich die 32-Jährige um die Schönheit der Vierbeiner. Inzwischen ist die Nachfrage in der Havelstadt nach Hundefrisuren sehr groß – vor allem jetzt im Sommer ist es wichtig, das Hundefell richtig zu pflegen.

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Viktoria Steinborn und die drei Monate alte Livi.

Quelle: Foto: Melanie Höhn

Brandenburg/H. Endlich kann die drei Monate alte Livi ihre Umgebung wieder ganz genau erkennen: Viktoria Steinborn hat den Hund von seinem langen Pony befreit. Frauchen Stefanie Reichel ist mit ihrem Shi Tzu zum ersten Mal bei der Hundefrisörin in Brandenburg an der Havel – Livi ist dabei ungewöhnlich entspannt. „Manchen Tieren muss ich erst lange gut zureden, bis sie bereit für einen Schnitt sind, aber sie war von Anfang an sehr brav“, sagt Viktoria Steinborn, während sie dem Hund vorsichtig mit einem Kamm über den Kopf fährt. Nach zehn Minuten ist die Arbeit getan, Livi ist noch zu jung für einen kompletten Schnitt. Freudig hebt sie den Hund hoch und schaut ihm in die Augen: „Wie schick und du jetzt aussiehst.“

Die Hundefrisörin kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen: „Mit Tieren zu arbeiten und mit ihnen zusammen zu sein, dafür bin ich dankbar“, sagt sie. „Und ich sehe gerne, was ich gemacht habe.“ Das schlimmste Szenario für die 32-Jährige ist jedoch, wenn die Haare eines Hundes verfilzt sind und das Fell zusammenklebt. Auch die Augen können sich entzünden, wenn sie nicht frei sind. Vor allem im Sommer sei regelmäßige Pflege der Vierbeiner ein Muss, warnt sie: Ungepflegtes Fell kann seiner Funktion als Klimaanlage nicht mehr richtig nachkommen, die Haut atmet nicht mehr. „Ich merke, wie euphorisch die Hunde nach einem Schnitt sind, weil sie sich wieder anders bewegen können“, sagt sie.

Frauchen von zwei Hunden

Privat ist Viktoria Steinborn Mutter von zwei kleinen Töchtern und Frauchen von zwei Hunden: Schön findet sie es, dass ihre Kinder mit den Tieren aufwachsen. Seit 2006 betreibt sie ihren Salon Pudelwohl in der Großen Gartenstraße im Alleingang. „Es hat eine Weile gedauert, bis ich meine Stammkundschaft aufgebaut hatte, aber inzwischen habe ich einen vollen Terminkalender,“ sagt sie. Als Ernährungstherapeutin und Diätassistentin fand sie vor der Gründung ihres Hundesalons keinen Job – zusammen mit ihrer Mutter hatte sie die Idee zur Gründung eines eigenen Geschäfts. Sie merkten, dass sie mit dem verfilzten Fell ihres Hundes nicht allein zurechtkamen und brauchten einen Termin bei einem Hundefrisör – doch es gab lange Wartezeiten.

Viktoria Steinborn bei der Arbeit

Viktoria Steinborn bei der Arbeit.

Quelle: Melanie Höhn

Daraufhin entschied sich Viktoria Steinborn, selbst aktiv zu werden und eine Ausbildung zu absolvieren. Acht Wochen lang fuhr sie jeden Tag nach Magdeburg, um die nötigen Fertigkeiten bei einer Hundebesitzerin zu erlernen. Als sie dann ihr Geschäft eröffnete, musste sie erst einmal investieren: Trimmtisch, Badewanne, Waschmaschine, Trockner, Scheren, Kämme, Shampoo. Doch es hat sich gelohnt: 2016 feierte sie 10-jähriges Bestehen, oft fährt sie oft auf Heim- und Haustiermessen. Geschäftsaufgabe war in all den Jahren nie ein Thema. Auch ausgefallene Hundekleidung kann man in ihrem Geschäft erwerben. Die Nachfrage – vor allem vor Feiertagen wie Weihnachten oder Silvester – wird immer größer.

Irokesenschnitt für Vierbeiner

Die meisten Frisuren schneidet sie nach so genannten Rassestandards. „Manchmal kommen auch ausgefallene Wünsche wie der Irokese“, sagt sie. Bis zu zwei Stunden sitzt sie an einer Frisur, Pudeln schneidet sie meist eine Krone, lässt das Fell oben ein bisschen länger und föhnt es dann hübsch auf. „Viele wollen, dass der Hund aussieht wie aus dem Katalog, aber das ist nicht bei jedem Tier möglich“, weiß sie aus Erfahrung. Damit sich kein Sand in der Schermaschine verfängt, muss der Hund vor der Rasur gebadet werden. Wichtig sei, immer in Wuchsrichtung zu schneiden, auch bei den Ohren und unter den Armen muss man aufpassen: „Gefährlich wird es, wenn der Hund zappelt. Viele wollen deshalb nicht mit der Schere ran. Einen richtigen Schnitt können die wenigsten.“

Hunde aus schlechter Haltung müssen manchmal Beruhigungspillen bekommen. „Wenn er in die Schere schnappt, ist die Zunge ab“, sagt sie. „Manche Hunde lassen sich nicht an die Pfoten fassen. Das ist ein Dominanzakt.“ Zu Hause können Hundebesitzer mit ihrem Tier üben und ihm ab und zu eine Strähne abschneiden. Den Hunden gut zusprechen funktioniere ebenfalls sehr gut. Zum Krallenschneiden kommt fast jeder zu ihr in den Salon: „Wenn das schief geht, können die Hunde das sehr übel nehmen“, sagt sie. Einige kommen alle acht Wochen, manche auch nur einmal im Jahr: „Die Leute lassen sich ihren Hund was kosten. Für viele ist er wie ein Kind.“

Von Melanie Höhn

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