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Brandenburg/Havel Berufsagentur: Behörden im Jugendwahn
Lokales Brandenburg/Havel Berufsagentur: Behörden im Jugendwahn
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00:43 30.04.2018
Die Arbeitsgemeinschaften Trommeln und Theater an der Otto-Tschirch-Oberschule eröffnen die Jugendberufsagentur. Quelle: André Wirsing
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Brandenburg/H

„Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein“, mit dem Goethe-Zitat hat die Potsdamer Arbeitsagenturchefin Ramona Schröder den Start der Jugendberufsagentur in der Kirchhofstraße überschrieben.

Als hätten sie es vernommen, rappten die Mädchen und Jungen der Theater-AG von der Otto-Tschirch-Oberschule ihre Version vom „Zauberlehrling“ des großen Deutschmeisters. Die Trommel-AG, die sich hauptsächlich aus Mädchen der Willkommensklasse rekrutiert, lieferte den wummernden Soundtrack dazu.

Praktika haben überzeugt

Jasmin Dorfmann will Drogistin bei DM werden, der Nachhaltigkeitsgedanke und der Teamspirit bei der Drogeriekette hat sie überzeugt. Für Lisa Ganschinietz steht fest, dass sie Erzieherin wird – auch ihr halfen gute Praktikumserfahrungen in der Kita der katholischen Heiligen-Dreifaltigkeits-Gemeinde bei der Berufswahl. Kathrin Kruppa ist Klassenlehrerin an einer neunten Klasse. „Etwa die Hälfte der Schüler hat überhaupt eine Vorstellung von der Berufswahl, da ist viel Unterstützung notwendig.“ „Wir müssen vor allem die Eltern erreichen, damit sie ihre Verantwortung für die Kinder wahrnehmen“, ergänzt Schulleiter Wolfgang Ricken.

Lounge-Möbel in der Lobby

Um die Schüler wollen sich nun viele Behörden im Verbund kümmern – vor zwei Wochen haben Stadt, Jobcenter, Arbeitsagentur und staatliches Schulamt den Vertrag zum Einrichten einer Jugendberufsagentur

Zahlreiche Gäste bei der Eröffnung der Jugendberufsagentur. Quelle: André Wirsing

unterschrieben, seit diesem Freitag ist sie in Betrieb. Dass es hier anders läuft als in anderen Büros, beschreibt Jobcenter-Chef Michael Glaser den Schülern.“Ihr wisst nicht, wo ihr hingehen müsst, aber wir wissen es und nehmen euch noch viele Wege ab.“ Separat von Agentur und Jobcenter haben junge Menschen bis zu 25 Jahren einen eigenen Anlaufpunkt. In der Lobby gibt es Lounge-Möbel, Computerarbeitsplätze, Infomaterialien. Hier kann jeder kommen und gehen wie er will, ergeben sich Fragen oder Interesse, können sich die jungen Menschen am Empfang melden, dort wird ihnen Hilfe vermittelt.

Wiedereinstieg nach der Babypause?

Umsatteln mitten in der begonnenen, aber ungeliebten Ausbildung? Vermitteln von Bildung, um Zugangsvoraussetzungen für einen Wunschberuf zu bekommen? Wiedereinstieg nach der Babypause? Solche und ähnliche Fragen werden geklärt, oft müssen viele Ämter dabei zusammenarbeiten, die jungen Menschen sollen aber nicht zwischen ihnen hin- und hergeschickt werden. Deshalb gibt es nun Experten aus allen Ressorts an einem Ort.

Lockere Atmosphäre bei der Eröffnung. Quelle: André Wirsing

„Es gibt in der Stadt 2018 etwa 800 Schulabgänger, davon haben sich 370 für eine berufliche Ausbildung entschieden, aus der Region wurden uns bereits 421 Ausbildungsstellen gemeldet. Dennoch haben wir 300 Jugendliche unter 25 Jahren, die Arbeit suchen“, sagt Ramona Schröder.

Auch Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) ermuntert die jungen Künstler: „Toller Auftritt, doch nicht alle können Musiker oder Schauspieler werden. Aber ganz viele junge Menschen werden in der Wirtschaft unserer Stadt gebraucht, ihr seid willkommen.“

Von André Wirsing

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