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Besser lernen und bewegen

Fit4Future-Projekt in Wusterwitz Besser lernen und bewegen

Konzentrationsschwäche, ungesundes Essen und Bewegungsmangel. Immer mehr Kinder haben auffällige Lebensgewohnheiten. Um diesen Kreis zu durchbrechen, beteiligt sich die Wusterwitzer Grundschule an der bundesweiten Präventionsinitiative Fit4Future. Ob mit Erfolg, wird die Auswertung erst noch zeigen.

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Volle Konzentration ist beim Brainfitness-Test im Klassenverband gefragt. Lernen Kinder leichter, ist das gut für die Lehrergesundheit.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Wusterwitz. „Wir wollen mal gucken, wie gut ihr euch konzentrieren könnt.“ Frédéric Trigault sitzt hinter dem Lehrerpult und drückt auf die Stoppuhr. 90 Sekunden gibt der Trainer Mia, Olivia, Leon, Emma, Tom und den anderen Zweitklässlern. In dieser Zeit müssen die Kinder auf einem Blatt mit vielen Bildern reihenweise vier bestimmte Symbole durchstreichen und andere mit einem Punkt versehen. Nicht nur einmal, sondern in zehn Intervallen. Unterbrochen von ganz kurzen Pausen, in denen Trigault die Wusterwitzer Grundschüler für wenige Sekunden motiviert: „Jetzt die Hände ausschütteln. Bald hab ihr es geschafft! Und weiter geht’s.“

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Konzentrationsschwäche, ungesundes Essen und Bewegungsmangel. Immer mehr Kinder haben auffällige Lebensgewohnheiten. Um diesen Kreis zu durchbrechen, beteiligt sich die Wusterwitzer Grundschule an der bundesweiten Präventionsinitiative Fit4Future. Ob mit Erfolg, wird die Auswertung erst noch zeigen.

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Wer nicht hellwach ist, kann sich auf dem eng bedruckten Papier schnell mal vertun. Oder Zeit vertrödeln. Wie die jungen Kandidaten mit der geistigen Anspannung umgehen, ist Teil eines von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) und der angesehenen Cleven-Stiftung aufgelegten Präventionsprojektes mit dem Namen „Fit4Future“. Die bundesweite Initiative soll die Lebensgewohnheiten von Kindern zwischen sechs bis zwölf Jahren positiv beeinflussen. Konzentrationsschwächen, Bewegungsmangel und ungesundes Essen sind Themen, die auch den Schulalltag beeinflussen. „Es gibt Kinder, denen fällt schon das Zuhören schwer. Diese und andere Auffälligkeiten nehmen zu“, berichtet Klassenlehrerin Ines Weituschat aus jahrelanger Erfahrung.

Felix Neureuther ist Botschafter

Mehr Bewegung, gute Ernährung, eine positive Lernatmosphäre und eine gesunde Lebenswelt Schule: Das sind die vier Ziele der bundesweiten Präventionsinitiative Fit4Future, die im April 2016 unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe an den Start gegangen ist.

600 000 Kinder an 2000 Grund- und Förderschulen beteiligen sich bis 2019 an dem wissenschaftlich begleiteten Programm. Partner sind die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die Cleven-Stiftung. Zu den Motivationsvorbildern und Botschaftern der Aktion gehört der Ski-Champion Felix Neureuther.

Ausgewertet wird der von Fit4Future-Trainer Trigault durchgeführte Aktionstag an der Wilhelm-Götze-Grundschule von Experten der TU München, die sich intensiv mit den anonymisierten Bögen beschäftigen werden, um Rückschlüsse über die Stressbewältigung der Wusterwitzer zu ziehen. So wie über das konzentrierte Lernen von Kindern an 2000 weiteren Schulen in Deutschland. Und zwar über einen Zeitraum von drei Jahren. Bei den Aktionstagen geht es nicht nur um ein Training der Hirnfunktion, sondern um die Verknüpfung von Lernen und körperlicher Aktivität. Denn auch eine andere Entwicklung bereitet Präventionsexperten, Eltern und Sportlehrern Sorgen. Körperbeherrschung und motorische Fähigkeiten sind bei immer mehr Kindern nicht altersgerecht entwickelt. Sie toben nicht auf Bolzplätzen, bauen keine Baumhäuser mehr, tun sich schwer auf dem Sportplatz und in der Turnhalle.

Fit4Future-Trainer Frédéric Trigault bringt Wusterwitzer Schüler auf Trab

Fit4Future-Trainer Frédéric Trigault bringt Wusterwitzer Schüler auf Trab.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Deshalb standen für die Zweitklässler nach dem Konzentrationsmodul jede Menge Bewegungsaufgaben in der Sporthalle auf dem Programm. Schon bei den Liegestützen zur Erwärmung kamen einige Kinder ins Schwitzen. Der Fitness-Zustand einer Klasse ist höchst unterschiedlich. So war es für Olivia kein Problem eine Minute lang auf einem Bein zu balancieren, ohne sich abzustützen. Ilja sprang 25 Zentimeter aus dem Stand nach oben. Beim Medizinballstoßen war Efehan vorne mit dabei. Andere trafen bei zehn Versuchen mit dem Ball das Zielfeld nicht, oder waren beim Rennen um zwei Kegel lange nicht so geschwind wie ihre Mitschüler.

Alle Ergebnisse des Bewegungstests wurden dokumentiert. Die Evaluierung übernimmt das Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München. Im nächsten Jahr wird sich zeigen, ob Wusterwitzer Schüler von der Teilnahme an der Initiative profitiert haben.

Von Frank Bürstenbinder

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