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Besser mal Gemüsesaft

Gesundheitstag in Götz Besser mal Gemüsesaft

Wenn das Feierabendbier oder die Pausenzigarette zur Sucht werden, sollte man umsteuern. Das fängt schon in der Lehre an. Deshalb veranstalten die Handwerkkammer Potsdam und die Innungskrankenkasse (IKK) Berlin-Brandenburg regelmäßig Gesundheitstage für Auszubildende. Dabei geht es auch um die Gefahren scheinbar harmlosen Ritualen.

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Beim Gesundheitstag schmeckten auch die alkoholfreien Cocktails.

Quelle: Christine Lummert

Götz. Nach getaner Arbeit ein entspanntes Feierabendbier trinken oder in den Pausen mal schnell eine Zigarette durchziehen - das kennt fast jeder. Entweder weil es selbst praktiziert wird, oder weil manche Arbeitskollegen nicht darauf verzichten können. Für die Auszubildenden, die regelmäßig zu überbetrieblichen Schulungen ins Götzer Zentrum für Gewerbeförderung kommen, waren diese Alltagserfahrungen am Donnerstag Anknüpfungspunkte in kleinen Gesprächsrunden.

Die Handwerkkammer Potsdam und die Innungskrankenkasse (IKK) Berlin-Brandenburg veranstalten in Kooperation regelmäßig sogenannte Gesundheitstage, in denen verschiedenste Themen im Mittelpunkt stehen. An zwei Aktionstagen in den letzten beiden Wochen stand die Rauschmittelprävention im Fokus. „Wir können hier in Götz zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene erreichen, die sich in verschiedensten Gewerken in der Ausbildung befinden“, sagte Kerstin Zobel von der IKK. Für jeweils eine Stunde unterbrachen die Azubis ihre Aufgaben in den verschiedenen Werkstätten und trafen auf Mitarbeiter des Zentrums für angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften (ZAGG). An den beiden Gesundheitstagen nahmen insgesamt etwa 350 Azubis teil, die vom Friseur über KFZ- und Landmaschinentechniker bis zum Tischler und Maler ganz unterschiedliche Handwerke erlernen.

Patrick Patzwald vom ZAGG spricht   über die Gefahren einer Rauschmittelabhängigkeit

Patrick Patzwald vom ZAGG spricht über die Gefahren einer Rauschmittelabhängigkeit

Quelle: Christine Lummert

„Die Teilnehmer kommen ohne große Vorbereitung zu uns in die Seminarräume und abhängig von der jeweiligen Gruppendynamik entwickelt sich dann ein informativer Dialog über verschiedene Arten von Rauschmitteln, die Gründe für den Konsum und verschiedene Wege, die in die Abhängigkeit führen können“, erklärte Patrick Patzwald, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das ZAGG tätig ist.

Das Format der lockeren Gesprächsrunde kam ganz ohne den erhobenen Zeigefinger daher und die Azubis bestimmten mit ihren Erfahrungen zu einem großen Teil selbst in welche Richtung sich der Dialog entwickelte. In einer Gruppe war das Rauchen das große Thema, in anderen stand eher der Alkoholkonsum im Mittelpunkt. Wer auch anderes probiert hat, musste sich natürlich nicht outen, aber Patrick Patzwald und seine Kollegen legten den Fokus auf die Gründe, die allen Abhängigkeiten und Süchten zugrunde liegen. Die Gruppendynamik spielte dabei eine große Rolle, denn wer setzt sich als Teenager schon allein ins stille Kämmerlein, um das erste Bier zu trinken, die erste Zigarette oder den ersten Joint zu rauchen.

Zum Thema Alkohol hatte das Team des ZAGG noch sogenannte Rauschbrillen mitgebracht, die verschiedenen Trunkenheitspegel von 0,8 bis 1,3 Promille simulierten. Damit wurden die verzerrten Sinneseindrücke eines Rausches dargestellt und das Fangen eines Tennisballs, zur Freude der Azubikollegen, zu einer unmöglichen Aufgabe. Mit der Brille auf dem Kopf würde sich keiner ins Auto oder auf sein Fahrrad setzen. „Viel zu gefährlich“, waren sich alle einig. Hoffentlich bleibt diese Erkenntnis im Hinterkopf hängen, falls die jungen Kursteilnehmer in Zukunft mit dem einen oder anderen Gläschen eine virtuelle Rauschbrille verschaffen.

Von Christine Lummert

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