Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Beste Vorleserin kommt aus Kleinmachnow

Landeswettbewerb Brandenburg 2016 Beste Vorleserin kommt aus Kleinmachnow

Einen dramatischen Lesestoff mit nicht dramatisch überspitzter Stimme vorzutragen, das ist am Mittwoch Hannah Schleicher aus Kleinmachnow auf das Vortrefflichste gelungen. Die Sechstklässlerin gewann mit einem Auszug über die gefährliche Flucht zweier Kinder aus Somalia den Landeslesewettbewerb in Brandenburg an der Havel. Sie hatte starke Konkurrenz.

Voriger Artikel
Der falsche Fritz aus Görzke dankt ab
Nächster Artikel
Brandenburger radeln für guten Zweck

Hannah Schleicher aus Kleinmachnow hat am Mittwoch in Brandenburg den Landesvorlesewettbewerb gewonnen.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Wer wird bester Vorleser in diesem Jahr im Land Brandenburg? Linus Müller hat den wohl besten Tipp für die sechs Kandidaten des Landesentscheids zum Vorlesewettbewerb am Mittwoch im Gotischen Haus in Brandenburg an der Havel. Der Vorjahres-Landessieger Linus aus Brandenburg riet den fünf Mädchen und Julius, dem einzigen Jungen im Wettbewerb, „so zu bleiben, wie sie sind und sich nicht groß zu verstellen“. Und daran hat sich wohl Hannah Schleicher aus Kleinmachnow gehalten, die nun beste Vorleserin landesweit.

Linus Müller aus Brandenburg an der Havel war im vorigen Jahr der beste Schüler landesweit beim Vorlesen

Linus Müller aus Brandenburg an der Havel war im vorigen Jahr der beste Schüler landesweit beim Vorlesen. Am Mittwoch saß der Zwölfjährige in der Jury des Landesentscheides zum Vorlesewettbewerb. Der von-Saldern-Gymnasiast entschied mit, wer am 22. Juni zum Bundeswettbewerb in Berlin antritt.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Das dunkelgelockte Mädchen mit Fellweste und Halstuch trug mit ruhiger melodischer, aber nicht dramatisch überspitzter Stimme einen Auszug aus Robert Klements hochdramatischem Buch „70 Meilen zum Paradies“ vor. Es ist ein Kinder- und Jugendroman über den somalischen Krankenpfleger Siad und seine Tochter Shara, die mit Hilfe von kriminellen Schleppern dem Krieg zu entfliehen versuchen. Als Szene ihrer wenige Minuten währenden Lesung wählte Hannah jene aus, in der ein Flüchtlingsjunge bei der Überfahrt in einem morschen Kahn gen Europa über Bord geht und die Wellenberge das Kind forttragen in den Tod.

Siebenköpfige Jury stand vor der Qual der Wahl

„Ich wählte das Buch aus, weil die Thematik aktuell ist und mich dieses Thema sehr interessiert“, berichtete die Sechstklässlerin Hannah Schleicher den Zuschauern. Unter ihnen saß die siebenköpfige Jury, in der auch von-Saldern-Gymnasiast Linus vertreten war. Mit dabei auch der Kinder- und Jugendbuchautor Thomas Feibel, MAZ-Kulturredakteur Karim Saab, Axel Krause, Chef des Humanistischen Regionalverbandes Brandenburg und Dorina Neie von der Wichern-Buchhandlung. Zu denjenigen, die entscheiden mussten, wer am 22. Juni beim Bundesentscheid in Berlin Deutschlands bester Vorleser werden könnte, zählten zudem Mona Schroeder vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und Jane Fanselow, die die Kinderbuchabteilung der Fouqué-Bibliothek leitet.

Die wohl schönsten Sätze in der Eröffnungsrede des Buchautoren Feibel lauteten: „Wenn Kinder ein Buch vorlesen, ist das wie ein Ritterschlag. Es ist dann nämlich auch Eures, dadurch, was Ihr hineinlegt in das Buch.“ Feibel ist insbesondere bekannt für seine Bücher für und über Kinder und Jugendliche und ihren Umgang mit elektronischen Medien. Auch zu Beginn seiner Rede wandte sich Feibel direkt an die sechs Kinder, die auf ihren Stühlen in der ersten Reihe saßen und ermunterte sie: „Jeder möchte gerne eine Geschichte vorgelesen bekommen.“

Und das bekamen die Zuschauer gleich im Dutzend. Beim Vortrag eines den Kindern unbekannten Textes überzeugte Hannah Schleicher die Literatur-Experten ebenfalls am meisten. Frank von Schmeißers „Schurken überall“ galt es auszugsweise vorzutragen.

Starke Konkurrenz aus dem gesamten Land Brandenburg

Die Konkurrenz war stark: Annelie Lorenz aus Letschin (Märkisch-Oderland), Julius Meier aus Herzberg (Elbe-Elster), die Senftenbergerin Ladina Soubeyrand und Carolin Ullmann, die aus Rüdersdorf bei Berlin angereist war. Charleen Walter von der Magnus-Hoffmann-Grundschule in Kirchmöser vertrat bei diesem Landeswettbewerb die Stadt Brandenburg.

Charleen las aus „35 Kilo Hoffnung“ von Anna Gavalda und Cornelia Funke vor. Ein Großvater paukt darin mit seinem Enkel für die Schule. „Man kann sich auf seine Familie verlassen, egal was passiert, sie ist für einen da“, begründete Charleen ihre Wahl. Cornelia Stabrodt, Direktorin der Fouqué-Bibliothek, die den Wettbewerb moderierte, lobte diese Worte als „zauberhaften Appell an die Familie“.

Charleen Walter aus Kirchmöser gewann  im Februar den Stadtwettbewerb beim Vorlesen

Charleen Walter aus Kirchmöser gewann im Februar den Stadtwettbewerb beim Vorlesen. Am Mittwoch war die Grundschülerin beim Landesentscheid im Gotischen Haus in Brandenburg mit dabei.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Der diesjährige ist bereits der 57. Vorlesewettbewerb, an dem sich bundesweit mehr als 600 000 Schüler der sechsten Klassen beteiligt haben. Organisiert wird er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck.

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg