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Brandenburg/Havel Besucherzahlen der Buga wurden schön gerechnet
Lokales Brandenburg/Havel Besucherzahlen der Buga wurden schön gerechnet
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19:50 09.12.2016
Die Buga war schön anzusehen, gut besucht war sie nicht. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg an der Havel

Die vor einem Jahr veröffentlichten Besucherzahlen zur Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion waren geschönt und maßlos übertrieben. Zu diesem Schluss kommen acht Rechnungsprüfer aus Brandenburg an der Havel in ihrem Prüfbericht zum Jahresabschluss 2015 des Buga-Zweckverbandes. Statt offiziell verlautbarter 1,05 Millionen Besucher wurden lediglich 694.141 Tageskarten regulär verkauft. Insgesamt wurden 755.614 Karten verteilt – davon wurden aber mehr als 41.000 Tickets storniert und 20.000 kostenlos abgegeben für Gewinnspiele oder Kooperationspartner. Verkauft wurden zudem lediglich 19.742 Dauerkarten. Diese Zahl wurde einfach mit dem Faktor 12 multipliziert und zu den Einzelkarten addiert. Die „12“ steht für die durchschnittliche Zahl der Besuche jedes Dauerkartenbesitzers auf den Buga-Arealen.

Auf der Homepage der Buga ist immer noch von 1.050.000 Besuchern die Rede. Quelle: Screenshot

Einige Buga-Möbel wurden zu billig verschleudert

Die selbst gesteckten Ziele des Zweckverbandes sahen mindestens 1,2 Millionen verkaufte Einzel- und 30.000 Dauertickets vor. So summierten sich die Fehlbeträge durch verpasste Einnahmen auf 11,04 Millionen Euro, die nun von den fünf Ausrichterkommunen Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Rhinow-Stölln und Havelberg bis zum Jahresende ausgeglichen werden müssen.

Die Mitarbeiter um den Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, Claus-Dieter Hartmann, empfehlen aufgrund zahlreicher Beanstandungen lediglich eine Teilentlastung der Buga-Zweckverbandsvorsteherin und Brandenburger Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) auf der Verbandsversammlung in der kommenden Woche. Unter anderem haben die Prüfer festgestellt, dass nach der Buga zum Verkauf stehende Ausstattungsgegenstände wie Außenmöbel oder Büroeinrichtungen zu billig verschleudert wurden – zum Beispiel an Zweckverbandsmitarbeiter. Rechnungsbelege im Buga-Betrieb seien bei der Kontierung überweißt worden. Die „Abstimmung der Zahlungsmittelkonten mit den Bankkonten erfolgte nicht entsprechend der gesetzlich vorgesehenen täglichen Abstimmung, sondern wurde monatlich vorgenommen“, heißt es weiter. „Es wird festgestellt, dass die Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung nicht in vollem Umfang eingehalten wurden“, schreibt Hartmann. „Um sich vor dem kommerziellen Verlust zu schützen, wurden jedoch zu spät Maßnahmen gegen ausbleibende Besucher ergriffen. Das vorhandene Potenzial wurde nicht ausgenutzt.“

Bereits nach der ersten Veranstaltungswoche fielen die Besucherzahlen auf durchschnittlich 4000 am Tag, Ziel waren 6800. Maßnahmen wie Standortkarten und verbilligte Dauertickets kamen offenbar viel zu spät.

Von André Wirsing

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