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Brandenburg/Havel Die bösen Tricks des schönen Tommy
Lokales Brandenburg/Havel Die bösen Tricks des schönen Tommy
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06:21 14.08.2014
Quelle: dpa
Brandenburg an der Havel

Tommy ist 28 Jahre alt, zwei Meter groß, braun gebrannt, er hat ein paar schöne Tätowierungen und wunderbare eisblaue Augen. Tommy ist ausgesprochen rede- und schreibgewandt, kinderlieb und er hat ein einnehmendes Wesen. Ein Typ Mann, auf den viele Frauen stehen also.

Tommy hat nur einen Fehler. Er heißt gar nicht Tommy, sondern Daniel P. und ist ein notorischer Betrüger, der sich an Frauen ranmacht und sie reihenweise abzockt, ehe er von der Bildfläche verschwindet. In dieses Bild passt, dass er in dieser Woche erst gar nicht auftauchte, als er mal wieder – diesmal in Brandenburg – vor Gericht stehen und auf der Anklagebank Platz nehmen sollte.
Judith S. (26, Name geändert), eines seiner Opfer kam deshalb vergebens ins Brandenburger Amtsgericht, um als Zeugin gegen Daniel P. auszusagen. Im vergangenen Jahr war Judith S. mit ihren beiden Kindern von ihrem Mann verlassen worden. Die junge Frau war plötzlich allein und begab sich daher wenig später in einen Internet-Chatroom zu einer elektronischen Partnerbörse, mit dessen Hilfe Menschen Kontakt zueinander aufnehmen. So lernte die Bürokauffrau Judith S. den Schönen aus Lehnin kennen. Beide schienen auf einer Wellenlänge zu liegen. Es dauerte nicht lange, da vereinbarten die beiden ein Treffen, dem weitere folgten.

Auch die Kinder fanden ihn toll

Nicht nur die Mutter war fasziniert von dem gut aussehenden charmanten Daniel P., auch ihre Kinder, drei und fünf Jahre alt, kamen mit dem Fremden gut klar. So gut, dass alle zusammen im Sommer des vergangenen Jahres nach Mallorca reisen wollten. Die Großmutter der Frau hatte das Geld dafür vorgestreckt. Judith S. und Daniel P. trafen sich also in einem Reisebüro, blätterten in Katalogen, um eine passende Reise auszusuchen. Doch die Zeit drängte, die Mutter musste ihre Kleinen vom Kindergarten abholen.

Wie vom Erdboden verschluckt

Kein Problem, sagte Tommy. Sie solle ihm das Geld einfach da lassen, er werde die Reise dann schon buchen, die zwei Wochen später stattfinden sollte. Bereits zuvor hatte sie dem sympathischen Hünen Geld „vorgestreckt“ für Autoreparaturen, alles dokumentiert in dem seitenlangen E-Mailverkehr. Was sollte also schief gehen? Judith S. saß mit ihren Kindern auf gepackten Koffern, doch wer nicht kam war Tommy. Er meldete sich auch nicht mehr. Seine Handy nummer war plötzlich nicht mehr zu erreichen, elektronische Briefe ließ er unbeantwortet. Tommy alias Daniel P. war wie vom Erdboden verschluckt.

Die enttäuschte junge Frau ging zur Polizei

Die Beamten zeigten ihr Fotos. Ohne Mühe erkannte Judith S. den Frauenheld auf einem Schwarz-Weiß-Bild. Daniel P. ist mit seinen Tricks für die Polizei beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Er ist sogar einschlägig vorbestraft. Aktuell wurde seine Berufung in einem ähnlichen Betrugsverfahren vom Landgericht zurückgewiesen. Somit müsste er für anderthalb Jahre ins Gefängnis. Denn eine Bewährung kam für den vorbestraften Betrüger nicht in Betracht. Er ist dennoch in Revision gegangen.

Im Raum Hannover soll er unterwegs sein

Aufhalten soll der mutmaßliche Betrüger sich im Raum Hannover. Da er zu seinem Brandenburger Prozess nicht erschienen ist, erließ das Amtsgericht nun einen Haftbefehl gegen ihn. So kann er beim Wiederholungstermin von der Justiz vorgeführt werden.

Judith S. ärgert sich über Daniel P., mehr noch aber über sich selbst. „Er hat schöne blaue Augen, aber ich war blauäugig“, sagt die junge Frau. Um mehr als 4000 Euro hat er die junge Mutter erleichtert. Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes versucht sie zu retten, was womöglich noch zu retten ist. Viel Hoffnung hat sie aber nicht.

Von Jürgen Lauterbach

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