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Brandenburg/Havel Bewährung für Mahlenziener Todesschützen
Lokales Brandenburg/Havel Bewährung für Mahlenziener Todesschützen
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18:30 09.09.2015
Am Morgen nach dem tödlichen Schuss sichert die Polizei Spuren auf dem Mahlenziener Maisfeld. Quelle: Christian Griebel
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Brandenburg an der Havel

Der Rentner, der vor zwei Jahren seinen besten Freund beim illegalen Jagen erschossen hat, muss nun doch nicht hinter Gitter. In der zweiten Berufungsverhandlung wandelte die 7.Strafkammer die zuvor verhängte Gefängnis- in eine Bewährungsstrafe um. Der Fall ist geprägt vom Zerwürfnis zweier Familien.

Zwei Gerichte haben Adolf B. (75), der seinen Freund am Abend des 24. August 2013 im Pirschbezirk Mahlenzien mit einem Wildschwein verwechselt hatte, im vergangenen Jahr wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Eine solche Strafe bedeutet automatisch, dass der Verurteile ins Gefängnis muss, falls er haftfähig ist. Doch dieses Schicksal bleibt dem Mann, der zwischen 1960 und 2014 im kleinsten Brandenburger Ortsteil Mahlenzien lebte, erspart.

Verteidiger Mario Schink hatte zunächst Erfolg mit seinem Revisionsantrag vor dem Oberlandesgericht (OLG). Das OLG hob das Urteil des Landgerichts vom vergangenen November auf, das die mehr als zweijährige Gefängnisstrafe des Schöffengerichts Brandenburg zunächst bestätigt hatte. Die OLG-Richter erkannten eine unzulässige Vermischung von Sachverhalten, die für die Strafzumessung maßgeblich waren. Also musste eine andere Strafkammer in dieser Woche neu über die Schuld am Tod von Jürgen W. (51) verhandeln.

Kein Zweifel an der Schuld des Schützen

Folgendes war geschehen: Rentner Adolf B. geht an jenem Abend mit seinem guten Freund und Dorfnachbarn Jürgen W., den er seit Kindesbeinen kennt, gemeinsam auf die Jagd, obwohl keiner von ihnen einen Waffenschein, geschweige denn eine Jagdberechtigung hat. Sie sitzen auf zwei verschiedenen Hochsitzen.

Beide telefonieren nach langem vergeblichen Warten. Jürgen W. läuft wenig später durchs Maisfeld auf Adolf B.’s Hochstand zu. Der sehbeeinträchtigte Rentner ordnet die Geräusche einem Marderhund oder Frischling zu. Der Sportschütze drückt mehrmals ab, ohne zu erkennen, auf wen oder was er zielt. Jedenfalls trifft ein Schuss seinen Freund in die Lunge. Jürgen W. verblutet, lange bevor der Schütze endlich den Notarzt ruft.

Kein Zweifel besteht vor Gericht an der Schuld des Mahlenzieners, der sein Dorf im vergangenen Jahr in Richtung Hohenstücken verlassen hat. Er durfte nicht jagen, er war völlig falsch ausgerüstet und extrem fahrlässig mit seinen blinden Schüssen ins Dunkle. Die Strafkammer hielt ihm aber sein Geständnis zugute, sein relativ hohes Lebensalter,seinen angeschlagenen Gesundheitszustand und den Umstand, dass er seine kranke Ehefrau versorgt.

„Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ Witwe erhält kein Geld

Aus diesen Gründen kommt er nicht ins Gefängnis trotz seiner Schuld am Tod eines Menschen und obwohl sein Verhalten gegenüber der Familie des Opfers alles andere als astrein ist. Nebenklageanwalt Michael Manczak forderte ein Haftstrafe ohne Bewährung. Er wies darauf hin, dass Adolf B.seit dem vorherigen Urteil vom November keine monatlichen raten mehr an die Witwe überweist und dass er sein Haus in Mahlenzien an eine Tochter übertragen habe.

Das ist deshalb bedeutend, weil die Witwe auch deshalb ihre gerichtlich festgestellten finanziellen Forderungen nicht durchsetzen kann. „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“, begründet Adolf B. im Gericht, warum er den Unterhaltsanspruch in Höhe von 250 Euro im Monat nicht für die Witwe des erschossenen Freundes aufbringt. Außerdem hat der Todesschütze die Frau angezeigt, weil sie illegal noch eine Waffe ihres getöteten Mannes in einem Schrank liegen hatte. Dazu ermittelt der Staatsanwalt.

Von Jürgen Lauterbach

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