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Brandenburg/Havel Bewährungsstrafe für Marihuana-Verkäufer
Lokales Brandenburg/Havel Bewährungsstrafe für Marihuana-Verkäufer
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13:54 27.07.2018
Um den Handel mit Marihuana ging es im Strafprozess vor dem Schöffengericht Brandenburg. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Brandenburg/H

Mit Spitznamen Shahin heißt der Mann, der einen Brandenburger Jugendlichen wöchentlich mit Marihuana versorgt haben soll und sich deshalb vor dem Schöffengericht Brandenburg verantworten muss. Am Ende wird er wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

In seiner iranischen Heimat hat der gelernte Metallhandwerker vor zwanzig Jahren Gabelstapler repariert und aus Schrottteilen welche zusammengebaut. Denn wegen Importproblemen gab es solche Baugeräte zumindest damals im Iran nicht zu kaufen.

Angeklagter bestreitet Vorwurf

Dem nützlichen Handwerk kann der inzwischen 47 Jahre alte Mann, der seit 1999 in Deutschland lebt, wegen einer schweren Körperbehinderung nicht mehr nachgehen. Der in dieser Woche vor dem Amtsgericht Brandenburg angeklagte Mann erhält Sozialleistungen und handelt dem Anschein nach zumindest zeitweise auch mit Drogen, speziell Marihuana.

Der Staatsanwalt aus Potsdam wirft ihm vor, er habe zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 insgesamt 24 Mal jeweils ein Gramm Marihuana für je zehn Euro an einen Schüler aus Brandenburg/Havel verkauft zu haben. Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf und behauptet im Gerichtssaal, er kenne den Schüler nicht einmal.

Doch der inzwischen 20 Jahre alte Brandenburger erkennt seinen einstigen Drogenverkäufer Shahin in dem Moment, in dem er ihm vor Gericht wieder begegnet. Wie oft der Angeklagte ihm Marihuana in der fraglichen verkauft hat, weiß der Zeuge aktuell.

Schüler sah älter aus als 17

Der damalige Schüler erinnert sich an drei bis vier Kaufhandlungen im Stadtteil Nord, schließt aber auch wöchentliche Begegnungen mit Shahin in jenen Jahren nicht völlig aus.

Für die mögliche Strafzumessung möchten Richterin Susanne Götsche und ihre Beisitzerinnen gern wissen, ob dem Angeklagten bewusst war, dass er seine Drogen an einen Minderjährigen verkauft hat.

Der Schüler glaubt das nicht. „Ich habe damals einen Vollbart getragen und sah älter aus als 16 oder 17“, erklärt er dem Gericht. „Ich hatte damals keine Probleme, im Supermarkt hochprozentigen Schnaps zu bekommen.“

Vom Islam zum katholischen Glauben

Der Polizist, der den Schüler im Zuge der Ermittlungen vernommen hat, ordnet diesen zwar eher in der Kategorie „unreifer Milchreisbubi“ ein. Doch das Gericht hält Shahin zugute, dass er mutmaßlich nicht gewusst habe, dass sein Drogenkunde minderjährig war.

Das Schöffengericht verhängt wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Shahin muss eigenen Angaben zufolge nicht befürchten, abgeschoben zu werden, da für ihn ein Abschiebeverbot gelte. Er wisse aber nicht, ob dieser Schutz greift, weil er vom Islam zum katholischen Glauben übergetreten oder weil er körperlich so stark beeinträchtigt ist.

Von Jürgen Lauterbach

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