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Brandenburg/Havel Bienensterben: Das können Gärtner gegen den Insektentod tun
Lokales Brandenburg/Havel Bienensterben: Das können Gärtner gegen den Insektentod tun
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16:12 15.03.2019
Eine Honigbiene ist im Anflug auf eine Süßkirschblüte. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Brandenburg/H

Was wäre ein strahlend schöner Sommertag ohne das Summen von Bienen und Hummeln, ohne Schmetterlinge, die in ihren schillernden Farben durch die Luft flattern? Für Naturfreunde eine furchtbare Vorstellung.

Tatsächlich sind viele Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht, seit Jahren warnt die Fachpresse vor dem zunehmenden Bienenexitus und Naturschützer beklagen den massenhaften Tod von Hummeln mitten im Sommer. Die Ursachen dafür sind vielfältig: der Einsatz von Pestiziden, gentechnisch veränderte Pflanzen und immer weniger natürliche Grünflächen.

Jeder Gartenbesitzer kann etwas für die Bienen tun

Um dieses Aussterben zu verhindern, kann jeder Garten- und Balkonbesitzer jedoch seinen Teil leisten. Dass dies gar nicht viel Mühe macht, verdeutlichte der Imker- und Gärtnermeister Bernhard Jaesch jetzt im Naturschutzzentrum Krugpark in Brandenburg an der Havel.

Geballtes Fachwissen: Imker- und Gärtnermeister Bernhard Jaesch stellt im Krugpark insektenfreundliche Pflanzen vor. Quelle: Tobias Wagner

Auf Einladung des Imkervereins Brandenburg informierte Jaesch darüber, wie die Havelstädter ihre Gärten ganzjährig blütenreicher und somit insektenfreundlicher gestalten können.

Dabei scheint die Lösung simpel: „Pflanzen Sie“, bittet Jaesch alle Gartenliebhaber. „Denn jede Blüte zählt!“ Schließlich finden die nützlichen Insekten selbst in privaten Gärten nicht immer ausreichend Nahrung. Dabei sind Bienen, Hummeln und Schmetterlinge nicht nur schön anzusehen, sie sind auch elementar wichtig für die Vermehrung vieler Pflanzen sowie für die Bestäubung von Obst und Gemüse wie beispielsweise Tomaten oder Apfelbäumen- ohne sie gäbe es keinen Ertrag.

Fast 230 einheimische Pflanzenarten

„Bei uns existieren insgesamt 227 einheimische Pflanzenarten“, so der Imkermeister. „Davon sind etwa 80 für diese Nützlinge interessant.“ Um welche Pflanzen es sich dabei handelt, präsentierte Jaesch anhand einer Liste von insgesamt 45 Beispielen. Deren Namen reichten vom Hibiskus, über dem Schneeglöckchenbaum, der Himbeere bis hin zur Kaspischen Tamariske.

So sei der Faulbaum, auch bekannt als Pulverholz, die beste Bienenpflanze in Mitteleuropa. Diese werde allerdings nicht als Kommunenpflanze genutzt, sondern aufgrund ihrer Giftigkeit regelrecht verteufelt. „Dabei ist das eigentliche eine Heilpflanze, da man die Rinde trocknen und als Mittel gegen Verstopfung nutzen kann“, erklärt Jaesch. „Sollten Kinder die grausam schmeckenden Früchte essen, dann müssen die höchstens schnell aus ihren Hosen raus.“

Tipps für die Aufzucht von Pflanzen

Zu jeder der Bienenpflanzen stellte der Imker zudem optimale Wachstumsbedingungen und die Blütezeit vor und gab Tipps für die Aufzucht der Pflanzen. Dabei kommt das geballte Fachwissen nicht von ungefähr: in Fachkreisen ist Jaesch bekannt als derjenige, der den Bienenbaum Euodia hupehensis in Deutschland populär machte.

Ein Oscar für die besten Imker

Nicht nur dafür wurde er mit zahlreichen Preisen, unter anderem 2014 mit dem Apisticus-Preis, einer Art Oskar der Imkerei ausgezeichnet. Zudem leitet der in Springe in Niedersachsen geborene Imkermeister eine Gärtnerei in dessen Heimatort, welche sich deutschlandweit als einzige privat mit Untersuchungen zu Werten von Pflanzen für die Insektenwelt beschäftigt.

Hiervon profitiert bereits seit Jahren das Bieneninstitut in Celle, dass seinen eigenen Bienengarten regelmäßig und artenmäßig mit Pflanzen aus der Gärtnerei Immengarten B. Jaesch erweitert. Ein voller Erfolg. „Ich habe 1966 angefangen zu Imkern und 1972 meine ersten zwei Bienenpflanzen bekommen“, sagt Jaesch. „Bis dato habe ich etwa 70.000 dieser Pflanzen unters Volk gebracht.“ Es besteht also noch Hoffnung für das sommerliche Summen.

Von Tobias Wagner

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