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Brandenburg/Havel Bier aus dem Pfandbecher
Lokales Brandenburg/Havel Bier aus dem Pfandbecher
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15:43 31.05.2018
Der Brandenburger Hans-Günter Koch ist ab diesem Jahr Veranstalter des Havelfestes. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die seit Wochen schwelende Diskussion um ein europaweites Plastik-Verbot hat auch die großen Veranstalter der Stadt verunsichert. Havelfest-Macher Hans-Günter Koch – der um die 100 000 Gäste vom 15. bis 17. Juni erwartet – hat kurzfristig die Reißleine gezogen. „Wir haben uns im letzten Moment umentschieden und installieren auf allen Bierwagen beim 55. Havelfest ein Mehrwegbechersystem. Ich war erst skeptisch, ob das funktionieren kann, besonders an den Abenden, wenn 5000 bis 6000 Besucher vor den Bühnen stehen. Doch haben wir uns andere Großveranstaltungen und Fußballstadien angeschaut, wo das Mehrwegbechersystem bereits funktioniert.“ Skepsis gab es unter anderem deshalb, weil die Mehrwegbecher aus Hartplastik auch als Wurfgeschosse taugen und weil Fragen des Spülens auf den Bierwagen ungeklärt waren.

Mehrwegsystem aus Potsdam

Doch nun ist eine Lösung gefunden: Die Potsdamer Firma Cup Concept Mehrwegsysteme GmbH stellt Becher in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Diese werden zum Pfandpreis von einem Euro ausgegeben. Nach der Rückgabe werden die Becher ungespült in Kisten verpackt, zurückgeschickt und bei Cup Concept durch eine maschinelle Waschanlage geschoben.

„Das ist insgesamt teurer. Während ein Wegwerfbecher 1 bis 1,5 Cent kostet, sind für jeden Mehrwegbecher zehn Cent fällig. Dennoch konnte ich alle Anbieter überzeugen, den Bierpreis nicht zu erhöhen“, sagt Koch. Gerade am Freitag und Sonnabend werde beim Havelfest bis Mitternacht ausgeschenkt, die Bierwagen sind allerdings bis 0.30 Uhr offen, damit die Besucher auch ihre Becher zurückgeben können.

Essen auf Bambusschale

Ein einheitliches System bei den etwa 100 Händlern durchzusetzen, die Speisen anbieten, sei in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. „Das bekommt man nicht von heute auf morgen hin. Manche geben Bratwurst und Nackensteak nur im Brötchen mit Serviette aus, andere benutzen weiter Plastikteller.“ Aber Erfahrungen wie mit dem kürzlich veranstalteten Streetfood-Festival könnten nützlich und kopierbar sein. Dort gab es beispielsweise Speisen auf kompostierbaren Bambusschalen mit Einmalbesteck aus Holz. Andere boten sogar richtiges Besteck aus Metall an und hofften, dass es zurückkommt.

Von André Wirsing

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