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Bieterschlacht in Brielow

Gutshaus vor dem Verkauf Bieterschlacht in Brielow

Das repräsentativste Gebäude in Brielow steht vor einem Besitzerwechsel. Dabei handelt es sich um das einstige Gutshaus in der Hauptstraße 41. Nur an wen der in Hamburg lebende Enkel des letzten Bauerngutsbesitzers die Immobilie samt weitläufigem Grundstück verkaufen wird, ist nicht entschieden. Unter den drei Interessenten ist die Gemeinde Beetzsee.

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Das einstige Gutshaus in der Brielower Hauptstraße steht zum Verkauf.

Quelle: Foto: Frank Bürstenbinder

Brielow. Das repräsentativste Gebäude im Dorf steht vor einem Besitzerwechsel. Dabei handelt es sich um das einstige Gutshaus in der Hauptstraße 41. Nur an wen der in Hamburg lebende Enkel des letzten Bauerngutsbesitzers die Immobilie samt weitläufigem Grundstück verkaufen wird, ist nicht entschieden. Dies bestätigte am Donnerstag das renommierte Maklerbüro Engel & Völkers auf Nachfrage der MAZ.

Soweit bekannt, gibt es derzeit drei Interessenten, die ein Auge auf das frühere Gutshaus Palte/Gutte geworfen haben. Allen voran die Gemeinde Beetzsee selbst. 250.000 Euro hat die Kommune in dem am Mittwoch von den Gemeindevertretern verabschiedeten Haushaltsplan für den Ankauf eingestellt.

250.000 Euro aus dem Haushalt

Das zentral gelegene Gebäude mit dem auf Säulen ruhenden Balkon über der Eingangstür diente viele Jahre kommunalen Zwecken. Zunächst für Wohnungen, später als regionales Gesundheitszentrum, Bürgermeisterbüro und Gemeindebibliothek. Seit der Rückübertragung 2001 ist Zahnarzt Uwe Alex mit seiner Praxis der letzte Mieter im Haus.

Wechselvolle Geschichte

Das Gutshaus in der Brielower Hauptstraße hat eine wechselvolle Geschichte. Ursprünglich handelte es sich um einen Vierseitenhof mit Scheunen, Stallungen und Schmiede. Diese Gebäude existieren nicht mehr.

Bis Ende der 1920er-Jahre ist das frühere Anwesen Palte das größte Bauerngut in Brielow. 1931 kauft der aus Schlesien zugezogene Bauer Karl Gutte das Gutshaus. Nach dem Krieg siedelt die Familie in die Bundesrepublik über. Die Ländereien werden von der LPG bewirtschaftet.

Nach einer kommunalen Nutzung erfolgte Jahre nach der Wende die Rückübertragung. Seither steht das Haus bis auf eine Zahnarztpraxis leer.

Ein möglicher Kauf durch die Gemeinde ist nicht unumstritten. Alt-Bürgermeister Manfred Gorecki warnte wegen anderer großer Investitionen, wie dem geplanten Kita-Neubau und dem ebenfalls im Haushalt eingestellten Kauf der Gaststätte „Schwedenlinde“ vor einem finanziellen Desaster. Sorgen macht ihn auch der Bauzustand des Gutshauses, das angeblich vom Hausschwamm befallen sein soll. Brielows Ortsvorsteherin Elisabeth Elsner und Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann halten es für unschädlich, die Summe im Haushalt vorzuhalten. Ohnehin soll über jedes der im Etat aufgeführten Großprojekte noch einmal gesondert entschieden werden.

Pläne lösen Beifall aus

Mit einem klaren Konzept zur Nachnutzung und einer kreditgebenden Bank im Rücken bemüht sich auch der in Brandenburg ansässige „Pflegedienst für Stadt und Land“ um den Erwerb der Immobilie. Inhaberin Eva Rettig hat für das Gutshaus folgenden Plan: neuer Firmensitz mit Büro, Beratungsstelle, Tagesmutti, Räume für öffentliche Veranstaltungen. Auf dem Hof Neubau von Gebäuden für die Tagespflege (15 Plätze) und altersgerechte Wohnungen (10 Plätze).

In der Fraktion der Bürgerliste lösten die Pläne Beifall aus. Manfred Spieler: „Damit wird etwas für die älteren Bürger getan. Das ist genau,was wir wollen. Die Gemeinde könnte sich dann anderen Aufgaben widmen.“ Der Pflegedienst hat die Offerte der Gemeinde um mehrere tausend Euro überboten.

Doch da soll es nach Darstellung von Engel & Völkers plötzlich einen dritten Interessenten geben. Eine Privatperson, über die nichts weiter bekannt ist. Sollte dieser Dritte den Zuschlag bekommen, will Ortsvorsteherin Elsner dem Pflgedienst die Gaststätte „Schwedenlinde“ für ihr Seniorenprojekt schmackhaft machen. Doch Inhaberin Rettig hat eigentlich schon abgewunken: „Zu dicht an der Straße, zu kleiner Hof.“

Von Frank Bürstenbinder

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