Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Bilder eines Depressiven in Buchform
Lokales Brandenburg/Havel Bilder eines Depressiven in Buchform
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 24.08.2015
Andreas von Wertheim. Quelle: FOTO: Jacqueline Steiner
Anzeige
Brandenburg an der Havel

Andreas von Wertheim hat ein Buch über sich geschrieben und möchte damit anderen helfen. Es ist das Selbsthilfeprinzip in Buchform. Es richtet sich an Menschen mit Depressionen. Am 31. Juli ist das Buch im Traumstunden-Verlag erschienen. Der Wahl-Brandenburger, der sich nach seiner Heimatstadt Wertheim in Baden-Württemberg benannt hat, litt 15 Jahre lang an Depressionen. Von 2010 bis voriges Jahr hat er bei vier Aufenthalten fast sechs Monate lang Therapien in der Asklepios-Klinik durchlaufen. Heute sagt der 41-Jährige, gehe es ihm wieder gut.

Es ist ein Leben, das viele Tiefen kannte, welches hinter dem 1,80 Meter großen und schmächtig gebauten Mann liegt.

Er erlernte keinen Beruf, gab sich Drogen- und Alkoholexzessen hin. „Ich war Scheidungskind, immer Einzelgänger.“ Mit 31 Jahren knüpfte er von Westdeutschland aus Kontakt über das Internet zu einer 16-jährigen Brandenburgerin, zog in deren Heimatstadt und verlobte sich mit ihr.

„Ich komme nicht mehr klar“

„Wo die Liebe hinfällt“, sagt er dazu lapidar, wohl wissend, dass er sich damals am Rande der Strafbarkeit bewegte. Als die Jugendliche später schwer erkrankte, berichtet von Wertheim, hätten die Eltern des Mädchens gegenüber dem jungen Mann eine Kontaktsperre verhängt. Kurze Zeit später ereilte ihn eigenen Angaben nach die Depression. „Vermutlich war die schon vorhanden, aber ich hatte es zuvor noch nicht bemerkt.“ Andreas von Wertheim ging zu seinem Hausarzt: „Ich komme nicht mehr klar.“

Seine Arbeit im Call-Center hatte er da schon nicht mehr ausüben können. Er ließ sich in die Klinik einweisen, „weil ich keinen ambulanten Therapieplatz bekam. Auch so eine Geschichte, man muss sechs Monate, ja sogar manchmal ein Jahr darauf warten.“ 192 Seiten umfasst das Buch „Bilder aus 15 Jahren Depressionen – Zeichnungen und Malereien für einen Dialog“. Die Krankheit sei noch immer ein Tabu. Ein inneres, kein äußeres, so wie es der Brandenburger beschreibt. „Die Betroffenen wollen nicht darüber reden. Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Dabei wird seit einigen Jahren mehr getan.“

Die Bilder, die im Buch zu sehen sind, entstanden während der Therapie-Aufenthalte. In einer Erklärung seitens des Verlages, der in Essen sitzt, heißt es: „Das Buch ist ein klares Zeichen gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Betroffenen und gibt den Lesern einen Einblick in ein Leben mit der Krankheit Depression.“

Andreas von Wertheim beginnt im Herbst eine mehrmonatige Ausbildung zum Meditationslehrer: „Ich möchte den roten Faden meines Lebens wieder aufnehmen.“

Info: Andreas von Wertheim, „Bilder aus 15 Jahren Depression“, Traumstunden Verlag, Paperback 29,90 Euro, Hardcover 49,90 Euro, E-Book 9,95 Euro

Von Marion von Imhoff

Brandenburg/Havel Erlöse gehen an Flüchtlinge - Wassermusiken zum Zehnten

Die Brandenburgischen Wassermusiken gehen in diesem Jahr in ihre zehnte Auflage. Die Verwendung der Erlöse des Benefiz-Konzerts der Brandenburger Symphoniker, das am 29. August wieder an der Regattastrecke am Beetzsee stattfinden wird, orientieren sich an der aktuellen weltpolitischen Lage – es sollen Sprachkurse für Flüchtlinge damit finanziert werden.

21.08.2015
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel: Polizeibericht vom 20. August - Jugendliche randalieren in Gebäude

Brandenburg an der Havel: Rucksack gestohlen und in Wohnung eingebrochen. Brandenburg an der Havel: Jugendliche randalieren in leerem Gebäude. Brandenburg an der Havel: Polizei codiert Fahrräder

20.08.2015
Brandenburg/Havel Päwesin: Strafe nach „Geheimnisverrat“ - Gemeindevertreterin probt den Aufstand

Was ist so geheim an der Prämierung Ehrenamtlicher, dass das Thema im Gemeinderat Päwesin hinter verschlossenen Türen behandelt wird? Vielleicht weil die Ehefrau des Bürgermeisters mit 500 Euro bedacht werden soll? „Das ist mehr Geld als ein Gemeindevertreter an Aufwandsentschädigung im Jahr erhält“, empört sich Gemeindevertreterin Lisa Price.

21.08.2015
Anzeige