Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Bilder eines Depressiven in Buchform

Ein Buch zur Selbsthilfe Bilder eines Depressiven in Buchform

Der Brandenburger Andreas von Wertheim veröffentlicht am 31. Juli ein autobiografisches Buch über seine Depression. Er möchte anderen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, helfen. Es handelt sich quasi um ein Selbsthilfeprinzip in Buchform.

Voriger Artikel
Wassermusiken zum Zehnten
Nächster Artikel
Buga-Skyliner nur noch 2 Tage in Rathenow

Andreas von Wertheim.

Quelle: FOTO: Jacqueline Steiner

Brandenburg an der Havel. Andreas von Wertheim hat ein Buch über sich geschrieben und möchte damit anderen helfen. Es ist das Selbsthilfeprinzip in Buchform. Es richtet sich an Menschen mit Depressionen. Am 31. Juli ist das Buch im Traumstunden-Verlag erschienen. Der Wahl-Brandenburger, der sich nach seiner Heimatstadt Wertheim in Baden-Württemberg benannt hat, litt 15 Jahre lang an Depressionen. Von 2010 bis voriges Jahr hat er bei vier Aufenthalten fast sechs Monate lang Therapien in der Asklepios-Klinik durchlaufen. Heute sagt der 41-Jährige, gehe es ihm wieder gut.

Es ist ein Leben, das viele Tiefen kannte, welches hinter dem 1,80 Meter großen und schmächtig gebauten Mann liegt.

Er erlernte keinen Beruf, gab sich Drogen- und Alkoholexzessen hin. „Ich war Scheidungskind, immer Einzelgänger.“ Mit 31 Jahren knüpfte er von Westdeutschland aus Kontakt über das Internet zu einer 16-jährigen Brandenburgerin, zog in deren Heimatstadt und verlobte sich mit ihr.

„Ich komme nicht mehr klar“

„Wo die Liebe hinfällt“, sagt er dazu lapidar, wohl wissend, dass er sich damals am Rande der Strafbarkeit bewegte. Als die Jugendliche später schwer erkrankte, berichtet von Wertheim, hätten die Eltern des Mädchens gegenüber dem jungen Mann eine Kontaktsperre verhängt. Kurze Zeit später ereilte ihn eigenen Angaben nach die Depression. „Vermutlich war die schon vorhanden, aber ich hatte es zuvor noch nicht bemerkt.“ Andreas von Wertheim ging zu seinem Hausarzt: „Ich komme nicht mehr klar.“

Seine Arbeit im Call-Center hatte er da schon nicht mehr ausüben können. Er ließ sich in die Klinik einweisen, „weil ich keinen ambulanten Therapieplatz bekam. Auch so eine Geschichte, man muss sechs Monate, ja sogar manchmal ein Jahr darauf warten.“ 192 Seiten umfasst das Buch „Bilder aus 15 Jahren Depressionen – Zeichnungen und Malereien für einen Dialog“. Die Krankheit sei noch immer ein Tabu. Ein inneres, kein äußeres, so wie es der Brandenburger beschreibt. „Die Betroffenen wollen nicht darüber reden. Aus Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Dabei wird seit einigen Jahren mehr getan.“

Die Bilder, die im Buch zu sehen sind, entstanden während der Therapie-Aufenthalte. In einer Erklärung seitens des Verlages, der in Essen sitzt, heißt es: „Das Buch ist ein klares Zeichen gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Betroffenen und gibt den Lesern einen Einblick in ein Leben mit der Krankheit Depression.“

Andreas von Wertheim beginnt im Herbst eine mehrmonatige Ausbildung zum Meditationslehrer: „Ich möchte den roten Faden meines Lebens wieder aufnehmen.“

Info: Andreas von Wertheim, „Bilder aus 15 Jahren Depression“, Traumstunden Verlag, Paperback 29,90 Euro, Hardcover 49,90 Euro, E-Book 9,95 Euro

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg