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Bildhauer gießen Ziesar in Bronze

Bildhauer aus drei Ländern zu Gast Bildhauer gießen Ziesar in Bronze

Eine Galerie im Freien soll in Ziesars Altstadt entstehen. Dabei handelt es sich um 16 im Erdboden eingelassene Bronze-Reliefs. Die Kunstwerke entstehen im September im Rahmen eines internationalen Bildhauersymposiums. Die finanzielle Unterstützung durch die Stadt ist nicht unumstritten.

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In der Köpernitzer Kunstgießerei werden die Bronze-Reliefs des Bildhauersymposiums für Ziesar hergestellt.

Quelle: Jacqueline Steiner

Ziesar. Die Stadt Ziesar steht vor einem einmaligen Kunstprojekt im öffentlichen Raum. Dabei geht es um 16 in den Erdboden eingelassene Bronzereliefs. Deren Motive nehmen zum Teil Bezug auf die über 1050-jährige Geschichte Ziesars. Ein anderer Teil der Platten bleibt der freien Kunst überlassen. Die Reliefs, die sich betreten und befahren lassen, werden nicht über die gesamte Altstadt verteilt, sondern an einer zentralen Stelle eingebaut. Klaus Cenkier kann sich schon vorstellen wo die Galerie im Freien ihren Platz finden könnte.

Einstimmung auf Symposium

Am Sonntag,31. Juli, wird um 14 Uhr im Glassaal der Burg Ziesar die Ausstellung „El Vuelo de Bronce“ (Flug der Bronze) der Fotografin Angela Fench eröffnet, die 2013 das in Kuba stattgefundene Bildhauersymposium dokumentiert hat. Die fotografischen Portraits werden im Haupthaus des Museums, also in den Räumen der Dauerausstellung, präsentiert. Die Ausstellung bildet zugleich den Auftakt für das in diesem September stattfindende Bildhauersymposium.

Die Künstlergemeinschaft „El Vuelo de Bronce“ existiert seit 2003. Sie ist ein Zusammenschluss von Künstlern aus Kuba, Spanien, Deutschland und anderen Ländern. Die Künstler treffen sich abwechselnd auf Kuba und in Deutschland, wo sie gemeinsam öffentliche Räume und Plätze gestalten.

Der Bildhauer und Bildgießer aus Köpernitz favorisiert das Pflaster der Pkw-Stellplätze am Ostgiebel des Ärztehauses. „Das an den Breiten Weg grenzende Areal ist ein lebendiger Ort, wo Menschen kommen und gehen. Seinen bisherigen Zweck soll der Platz behalten“, sagte Cenkier der MAZ. Der Kunstgießer leitet ein internationales Bildhauersymposium, dass ab dem 17. September in Ziesar und Köpernitz stattfinden wird. Bei den acht Teilnehmern handelt es sich um deutsche, kubanische und spanische Mitglieder der seit 2003 bestehenden Künstlergemeinschaft „El Vuelo de Bronce“ (Flug der Bronze) – eine Metapher für die Zusammenarbeit der Künstler über den Atlantik hinweg.

Bildhauer und Kunstgießer Klaus Cenkier leitet das Bildhauersymposium

Bildhauer und Kunstgießer Klaus Cenkier leitet das Bildhauersymposium.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Das Gießen der Reliefs in der Köpernitzer Kunstgießerei ist der Höhepunkt des Symposiums, das einen öffentlichen Charakter trägt.„Jedem Künstler wird ein Oberschüler anvertraut, der die Entstehung der Kunstwerke vom Entwurf über den Modellbau bis zum Guss erleben kann“, teilte Cenkier mit. Er selbst wird auf der Burg Ziesar ein Schaugießen im Rahmen des kommenden Mittelalterfestes am 17. und 18. September veranstalten. Interessierte Gäste dürfen an der Geburt der Bronzereliefs in der Kunstgießerei teilnehmen. Dem Vernehmen nach werden Vertreter der spanischen und kubanischen Botschaft sowie des deutschen Außenministeriums dem Symposium einen Besuch abstatten.

Erste Absprachen über einen möglichen Platz für die Galerie im Freien gab es bereits mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises und Ziesars treuhänderischem Sanierungsträger EWS. Walter Bitzer von der EWS sieht grundsätzlich keine Probleme der Kunst im Sanierungsgebiet öffentlichen Raum zu widmen. „Über den konkreten Standort muss sicher noch geredet werden. Denn im Winter dürfen die Bronzeplatten nicht zur Rutschbahn werden“, so Bitzer.

Auf diesem Platz am Ärztehaus könnte die Galerie im Freien entstehen

Auf diesem Platz am Ärztehaus könnte die Galerie im Freien entstehen. Doch über den konkreten Standort für die Bronzereliefs ist noch nicht entschieden.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Herstellung der Reliefs wird mit Zuschüssen der Stadt, des Landkreises und von Sponsoren finanziert. Die Kommune gibt rund 10 000 Euro. Die Förderung aus dem Haushalt ist nicht unumstritten. Eigentlich sollte das Bildhauersymposium deutlich mehr Teilnehmer vereinen. Doch die bei der Kulturstiftung des Bundes beantragten Mittel kommen nicht. Für Bernd Gobel zum Beispiel ist die nun abgespeckte Variante Grund auch die schon einmal beschlossene städtische Förderung zu versagen: „Unsere ursprüngliche Beschlusslage war anders. Wenn sich jemand darstellen möchte, soll er das auf eigene Kosten tun.“ Dagegen beschwor Uwe Roßner die Abgeordneten: „Last uns doch mal wieder etwas für Ziesar machen. Das Geld ist im Haushalt eingestellt.“ Und Manfred Geserick erinnerte daran, dass Ziesar nicht nur von sanierten Straßen und Gebäuden lebt. Vier Stadtverordnete stimmten gegen eine Bezuschussung. Doch mit acht Ja-Stimmen wurde ein wahrscheinliches Aus des Symposiums abgewendet.

Einen Vorgeschmack auf das internationale Projekt gibt es an diesem Sonntag, wenn auf der Burg die Ausstellung „El Vuelo de Bronce“ der Fotografin Angela Fench aus Berlin eröffnet wird. Sie hat 2013 das auf Kuba stattgefundene Bildhauersymposium in fotografischen Portraits dokumentiert.

Von Frank Bürstenbinder

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