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Brandenburg/Havel Bits, Bytes und beeindruckende Besonderheiten
Lokales Brandenburg/Havel Bits, Bytes und beeindruckende Besonderheiten
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07:11 17.05.2018
Leiter des Computermuseum der Technischen Hochschule Brandenburg ist seit 2017 Daniel Schulz (35). Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/H

Cloud and Mobile Computing, Intelligente Systeme, Security Forensics – das sind nur einige der Studienschwerpunkte des Fachbereichs Informatik an der Technischen Hochschule (THB) in Brandenburg an der Havel. Hier sollen die Studenten auf die zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit der Informatik vorbereitet werden.

Doch wie sah die Computertechnik in der Vergangenheit aus? Das Computermuseum der THB zeugt eindrucksvoll von den Sprüngen, welche die Technik – insbesondere im vergangenen Vierteljahrhundert – genommen hat.

„Es ist schön zu zeigen, wie sich die Dinge entwickelt haben“, sagt Daniel Schulz. Der 35-Jährige hatte im Jahr 2003 ein Studium an der THB begonnen und übernahm die Aufsicht über das kleine Museum im vergangenen Jahr.

Im Informatikgebäude der Technischen Hochschule Brandenburg an der Havel können Interessierte eine Zeitreise zu den Anfängen der Computertechnik unternehmen. Dort gibt es verschiedene Modelle alter PCs zu bestaunen.

Abakus ist eines der ältesten Rechenhilfsmittel

Momentan ist Schulz Teil eines Projekts, welches an der Erforschung von Computerchips für besonders schnelle Rechenoperationen forscht. Dadurch ist es ihm möglich, bei seinen Führungen nicht nur einen Blick zurück zu werfen, sondern Gästen auch einen Ausblick auf Kommendes in der Welt der Bits und Bytes zu geben.

Beginn ist dabei stets der Abakus. Dieser ist eines der ältesten bekannten Rechenhilfsmittel und tauchte etwa zwischen 2700 und 2300 vor Christus auf. Der Abakus ist ein einfaches mechanisches Hilfsmittel und ermöglicht simple Rechenaufgaben. Die Verwendung von Kugeln hierzu hat dabei noch wenig gemein mit den weiteren mehr oder weniger komplexen elektronischen Ausstellungsstücken des Museums.

Computer von 1990 ist noch voll betriebsfähig

Dazu zählt beispielsweise der Konkret 100. Das ist ein Taschenrechner von 1978, der vor allem älteren Besuchern noch bekannt sein sollte, jedoch durch dessen damaligen stolzen Preis von 374,50 DDR-Mark nicht jedem erschwinglich war. Zum Vergleich: die durchschnittliche Monatsmiete für eine 40 Quadratmeter große Altbauwohnung mit Ofenheizung betrug etwa 25 DDR-Mark.

Das erste Stück der Ausstellung, welches bereits als Computer bezeichnet werden kann, ist ein Bildungsgerät für den Informatikunterricht. An ihm wurden 1990 von den Schülern simple Programmieraufgaben durchgeführt.

Das Gerät ist voll betriebsfähig und lässt sich immer noch zuverlässig starten. Das sei bei der sensiblen Technik nicht selbstverständlich. „Das Reparieren bei technischen Defekten wird zusehends schwieriger“, sagt Daniel Schulz. „Denn keiner setzt sich mehr mit diesen alten Geräten auseinander.“

Anfänge des Museums dank Albrecht Bohne

So liege beispielsweise der Robotron K7612 seit Jahren still. Mit dem Gerät wurden bis zur Wende im Stahl- und Walzwerk Brandenburg Legierungen für Stahlsorten elektronisch festgelegt. Viele Stücke des Computermuseums stammen aus dem Werk.

Der vorige Betreiber des Museums, Albrecht Bohne, hatte bis zum Jahr 1993 in der Datenverarbeitung des Stahl- und Walzwerkes gearbeitet, und zudem Hard- und Software für das Unternehmen entwickelt. Nach der Auflösung des alten Werkes rettete Bohne viele Geräte in die THB. Konsequenterweise kam es zur Idee zur Einrichtung eines Museums. Nach Bohnes Pensionierung übernahm dann Schulz die Leitung dessen.

Disketten, Lochstreifen und Co. als Vorläufer der DVD

Und so wuchs im Laufe der Jahre die Ausstellung stetig an. Ausgestellt sind nicht nur die erste Computermaus sowie anfängliche Notebooktypen, sondern außerdem alte Speichermedien wie Disketten, Lochstreifen, Bandlaufwerke und Laserdiscs. Diese gelten als Vorläufer der DVD und haben die Maße einer Schallplatte. Eine Größe, die dem Verhältnis zum enthaltenen Datenvolumen heutiger Speichermedien längst nicht mehr gerecht wird.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für dieses Missverhältnis ist eine russische Wechselfestplatte, die vor der Wende genutzt wurde. Das Stück ist doppelt so groß wie ein moderner Rechner und beinahe zu schwer, um es anzuheben. Auf die Festplatte passte lediglich ein Megabyte an Daten.

Schüler daddeln Spiele der 80er-Jahre

Daniel Schulz’ Lieblingsstück ist jedoch eine Eigenkreation. Der aus einem Klingelknopf und einer Möbelschraube zusammengebaute Joystick aus DDR-Zeiten mag zwar im Gegensatz zu anderen Ausstellungsstücken klein sein, zeugt aber von einer umso größeren technischen Erfindungsgabe.

Und Zocken ist natürlich auch Teil der Ausstellung. Gerne lässt Schulz Schülergruppen an einem alten Tennisspiel aus den 80er-Jahren daddeln. Das Spiel „Pong“ erreicht den grafischen Bombast moderner Titel wie „Crysis“ und „Battlefield“ natürlich nicht mehr, das simple Spielprinzip vermag aber immer noch vor dem alten Bildschirm zu fesseln.

Besuchergruppen sind gerne gesehen. „Umso mehr Leute, desto besser kann man ins Gespräch kommen“, sagt der Museumsleiter. „Aber natürlich ist jeder herzlich bei uns willkommen.“

Von Tobias Wagner

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