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Blitzer-Bilanz: Jahresrekord mit Tempo 131

Brandenburg an der Havel Blitzer-Bilanz: Jahresrekord mit Tempo 131

Die Brandenburger Verkehrsteilnehmer sind vernünftiger geworden. Das schlägt sich in den Fallzahlen der stationären und mobilen Geschwindigkeitsüberwachung durch die Kommune nieder. Dennoch gibt es in diesem Jahr einen traurigen Rekordhalter, der mit Tempo 131 durch die Stadt rauschte.

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Der Blitzer an der Gördenbrücke registrierte schon Tempo 120.

Quelle: Jacqueline Steiner

Brandenburg an der Havel. Die Tempo-Kontrolle durch die Kommune erfolgt über elf stationäre Anlagen und zwei Messfahrzeuge im Stadtgebiet.

An den fest installierten Blitzern liegt die durchschnittliche Verstoßquote bei nunmehr weit unter 0,5 Prozent, nämlich bei 0,37 Prozent in den ersten neun Monaten dieses Jahres, 2011 war es noch der exakt doppelte Wert.

Dennoch stellt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU) in seiner Jahresbilanz dort unterschiedliche Entwicklungen fest. Den Messplatz Am Hauptbahnhof passieren täglich 8000 Fahrzeuge stadteinwärts und 4800 stadtauswärts. „Hierbei wurden zum Stand 16. November stadteinwärts eine Verstoßquote 0,27 und stadtauswärts 0,41 Prozent ermittelt. Die in diesem Jahr bislang gemessenen Spitzengeschwindigkeit liegen bei erlaubten Tempo 50 stadteinwärts bei 131 und in der Gegenrichtung bei 121 Stundenkilometern.“ Am Messplatz August-Bebel-Straße lagen die traurigen Spitzenwerte bei 120 beziehungsweise 100 Kilometern pro Stunden, an dem Blitzer kommen täglich 12.700 Fahrzeuge vorbei.

Der Blitzer am Hauptbahnhopf Brandenburg löste 2016 bei 163 km/h aus

Der Blitzer am Hauptbahnhopf Brandenburg löste 2016 bei 163 km/h aus. Da kam in diesem Jahr kein Verkehrsteilnehmer heran.

Quelle: Ruediger BoehmeRuediger Boehme

An den neuen Blitzer in der Jacobstraße mussten sich die Autofahrer allerdings erst gewöhnen. Lag die anfängliche Verstoßquote Mitte September bei 2,63, hat sie sich jetzt bei 1,34 Prozent eingependelt. Vor dem Blitzer lag die Quote noch bei 5,9 Prozent. „Verkehrserzieherisches Ziel bleibt jedoch eine Verstoßquote von weniger als 0,5 Prozent“, sagt Brandt.

Vor der Klingenberg-Grundschule war vor dem Aufstellen der Säule jeder fünfte Fahrer zu schnell, obwohl manchmal täglich mobil kontrolliert wurde. Jetzt sanken die Verstoßquoten von 3,07 Prozent im Oktober auf 1,73 Prozent im Vormonat.

Bei der mobilen Tempo-Überwachung liegen die Quoten mittlerweile zwischen 4,5 und 5 Prozent. In verdeckten Verkehrszählungen hatte die Kommune vorher bis zu 15 Prozent Schnellfahrer festgestellt.

Gut für Sicherheit, schlecht für Stadtkasse

Die Zahl der Ordnungswidrigkeitsverfahren wird nicht das Niveau des Vorjahres mit 41.728 Fällen erreichen. In den ersten neun Monaten 2017 waren es 26.587, so dass es bis zum Jahresende knapp 35.000 sein werden.

Die Zahl der Bußgeldbescheide sank von 1444 auf bislang 777 bis Ende September.

Fahrverbote wurden bislang 59 vollstreckt, 2016 waren es noch 148.

Das wirkt sich alles auch auf die Stadtkasse aus. Im Vorjahr war mit Einnahmen von 1,05 Millionen Euro geplant worden, erreicht wurden gerade 901.000 Euro. In diesem Jahr sind in den ersten drei Quartalen gerade 651.000 Euro geflossen, geplant sind fürs Jahr 1,15 Millionen Euro.

Bei den mobilen Messungen wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 219.971 Fahrzeuge kontrolliert und 11.414 Verstöße dabei registriert. Zahlenmäßig die meisten Überschreitungen gab es in Nord mit 2.796, das entsprach einer Quote von 5,4 Prozent. Anteilig die meisten Verstöße gab es allerdings in Plaue und Kirchmöser – hier war jeder elfte Fahrer zu schnell unterwegs.

Stadtweit ist der Anteil der Verstöße an der Zahl der Messungen mit der mobilen Technik erstmals seit 2012 (5,03 Prozent) wieder gestiegen auf 5,19 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 4,68 Prozent.

Brandt sieht sich damit in der Handlungsweise bestätigt, auf eine Kombination von stationären und mobilen Blitzern zu setzen. Die fest installierten Anlagen würden vor allem an Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen eingesetzt, „sie bewirken in ihrem Einzugsbereich eine massive Absenkung der Geschwindigkeitsverstöße um bis zu mehr als 95 Prozent“.

Ergänzend dazu solle die mobile Geschwindigkeitsüberwachung eine breite Reduzierung der Verstöße bewirken. Es werde auch häufiger an manchen Stellen in kurzen Abständen konzentriert gemessen, um zumindest temporär ein deutliches Zurückdrängen der Tempoverstöße zu erreichen.

Zudem biete die mobile Messtechnik „generell die Möglichkeit, flexibel aktuelle Entwicklungen im Verkehrsunfallgeschehen aufzugreifen und einen breiten Kontrolldruck gerade in besonders schutzwürdigen Abschnitten im Stadtgebiet, beispielsweise vor Grundschulen und Kindertagesstätten, zu gewährleisten“, sagt der Ordnungsbeigeordnete.

Von André Wirsing

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