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Brandenburg/Havel Blühender Rost auf alten Kähnen
Lokales Brandenburg/Havel Blühender Rost auf alten Kähnen
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18:00 13.12.2013
Havelregion

Der Dampfbagger, 1903 in Hamburg-Altona gebaut, gilt nach Angaben des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege als technisches Denkmal. Katrin Witt, Fachgruppeleiterin Denkmalschutz in der Brandenburger Stadtverwaltung, spricht von "hochinteressantem Gerät mit technikgeschichtlichem Alleinstellungswert". Bestellt hatte den Dampfbagger damals vor 110 Jahren eine Ziegeleifirma nahe der Stadt Brandenburg. 1912 erwarb die Schiffswerft Mette das Boot, um havarierte Kähne zu bergen. Später konnte das Schiff zum Rammen von Pfählen bis sieben Meter Tiefe genutzt werden. Matthias Baxmann, Referent für Technische Denkmäler im Landesamt, schwärmt vom "selten anzutreffenden dampfgetriebenen schwimmenden Universalbagger". In Ostdeutschland "vermutlich ein Unikat von verkehrs- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung". Beide Arbeitsschiffe lagen - bis sie zur Werft kamen - auf der Havel am Packhofufer. Die Schute soff im Frühjahr ab, die rostige Außenhaut konnte dem Wasser nicht mehr standhalten. Nach Wochen wurde sie gehoben. Sie ist der Werkzeugkasten des größeren Partnerkahns. Einen eigenen Antrieb haben beide nicht.

"Sie müssen geschoben oder gezogen werden", sagt Michael Hupka. Mit gelbem Schutzhelm steht der 50-Jährige vor der Hechtschute, deren grüner Außenanstrich kaum mehr zu erkennen ist bei all dem Rostfraß. Mit den Fingerknöcheln klopft er auf die Bordwand. "Dünn wie Kuchenblech", sagt der Betriebsteilleiter der Genthiner Werft. Hupka hat sein Herz nicht an den Kahn verschenkt, an dessen Seite "Rawa 06" prangt. Für das andere Boot schon eher: "Der Dampfbagger ist interessant, die Schute hätte ich in den Schrott geschoben." Nun kommt es anders. Für 70000 Euro, 50000 Euro davon sind Bundesmittel, werden die Schiffe in der Werft von Vorarbeiter Thomas Weiß und seinen Kollegen flottgemacht. Binnen zwei Wochen wäre das eigentlich möglich. Doch die Werft ist eben auch Winterquartier. So werden sie bis Ende Februar komplett dicht und konserviert. "20 Jahre halten sie dann locker wieder, wenn sie gepflegt werden", sagt Hupka.

Die Technikdenkmale zu pflegen obliegt dann jedoch dem Verein "Historischer Hafen Brandenburg", der die Schiffe erhält. Noch gehören sie der Stadt Brandenburg, die sie 1997 aus der Liquidationsmasse der PGH Wasserbau erwarb, um die Schiffe als technische Zeitzeugen zu erhalten. Laut Conrad Helmcke - er war langjähriger Vorsitzender - besitzt der Verein dann fünf historische Schiffe. Gezeigt werden sollen sie auch auf der Bundesgartenschau 2015.

Von Marion von Imhoff

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