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Brandenburg/Havel Börsenprofi begeistert Brandenburger
Lokales Brandenburg/Havel Börsenprofi begeistert Brandenburger
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05:05 03.03.2018
Publikum beim Vortrag des Börsenjournalisten Stefan Riße im Brandenburger Theater. Quelle: Benno Rougk
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Brandenburg/H

Die Brandenburger Bank rief ihre Kunden und gut 400 kamen. Im Theater veranstaltete die hiesige Volksbank die 6. Anlegermesse und hatte sich den Börsenexperten Stefan Riße als Gastredner eingeladen. Stefan Riße, Jahrgang 1968, ist Börsianer aus Leidenschaft. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich mit internationalen Finanzmärkten. Er war Banken und Vermögensverwaltern, arbeitete als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte.

Dort schrieb er für Forbes und Focus und ist ständiger Kolumnist für Focus Money. Den Brandenburger Gästen ist er insbesondere als unabhängiger Börsenkorrespondent für „n-tv“, und N24 bekannt. Insofern musste auch niemand befürchten, im Theater erwarte ihn eine Dauerwebesendung für die Brandenburger Bank. Im Gegenteil: Riße forderte seine Zuhörer auf, sich breit und umfassend zu informieren und ebenso beraten zu lassen.

Der deutsche Anleger möchte Sicherheit

Börsenexperte Stefan Riße kennt die Mentalität des deutschen Anlegers. Sicherheit war stets das oberste Gebot, seit der Weltwirtschaftskrise und der

Börsenjournalist Stefan Riße im Brandenburger Theater. Quelle: Meetingpoint

großen Depression vor fast 100 Jahren. Nirgendwo liege so viel Geld auf Festgeldkonten wie in Deutschland. Bundesweit sind es 40 Prozent so geparkten Vermögens, bei der Brandenburger Bank liegt die Quote sogar bei 67 Prozent, wie im Theater zu hören war.

Doch mit dem Geld auf dem Konto oder im Sparstrumpf drohe jedermann eine spürbare „Entsparung“. Durch die Inflation und nicht mehr vorhandene Guthabenzinsen verliert das Geld Jahr für Jahr an Wert. Früher waren die Folgen des Sparens verkraftbar. Die Rendite war gering, dafür ließ sich ruhig schlafen.

Die Inflation frisst das Ersparte regelrecht auf

Im heutigen Zinsumfeld aber führt das Geldhorten auf Festgeld- konten zur Enteignung: Die Inflation liegt höher als der Zins und frisst Stück für Stück des Vermögens. Vernünftige Renditen gäbe es immer noch bei Aktien. Doch die Anleger tun sich nach wie vor schwer umzudenken, beklagt Riße. Weil Kursschwankungen laufend mitzuverfolgen sind, würden Aktien in Deutschland als Spekulation angesehen und nicht als das was sie sind: Beteiligung an Unternehmen. „Am Besten für eine lange Zeit. Schauen sie nicht ins Depot. Schauen sie ’Gute Zeiten, schlechte Zeiten.’“

Die beste Rendite werde erzielt, wenn man nach dem Kauf nicht immer hektisch reagiere und bei Schlagzeilen, die er dann an die Leinwand wirft, gleich kaufe oder verkaufe. Riße lässt sein Publikum aufstehen und die Hände auf den eigenen Po legen. Die beste Rendite werde mit dem Sitzfleisch gemacht werde. Nicht mit den Händen. Also: „Aussitzen!“ Mit Sparplänen und Fonds wären Anleger dabei mit kleinen Summen auf der sichereren Seite. Und was Wunder: Die Brandenburger Bank hat derartiges im Angebot!

Ein entspannter Vortrag mit interessanten Tipps

Es ist ein spannender Vortrag, der die Leute sichtlich fesselt. Riße macht klar: Die von früher bekannten Zinsen werde es nicht wieder geben. Die Staatsverschuldung weltweit sei astronomisch. Müssten die Staaten statt einem Prozent plötzlich fünf oder mehr Prozent bezahlen, käme die Finanzkrise sofort zurück. Also nutze das Warten auf bessere Zinszeiten nicht.

Ein Händler überwacht in einer Maklerfirma Aktienkurse. Quelle: APAP

Das Beispiel erschreckt. Bei unter einem Prozent Zinsen und 1,7 Prozent Inflation haben 10 000 Euro in fünf Jahren nur noch den Wert von 9184 Euro. Bei vier Prozent Inflation bleibt nach zehn Jahren nur ein Wert von etwa 6000 Euro übrig. Am Beispiel von Fonds, die die Weltwirtschaft seit vielen Jahren abbilden macht Riße klar: Wenn man sich nicht armsparen wolle, komme man daran nicht vorbei.

Immobilien verheißen weiter gute Renditen

Hoffnung hat Riße weiter für den Immobilienmarkt. Eine Immobilienblase sehe er trotz lokal hoher Preise nicht. Das liege auch an dem seriösen Finanzierungseigenanteil, den die Banken verlangen. Seine Empfehlung: Wer in Beton investieren wolle, solle nicht in teuren Boom-Regionen kaufen sondern auf wachsenden Orte setzen. Gern hätte mancher Riße noch länger gelauscht, der klar und einfach erklären kann, was häufig wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheint.

Von Benno Rougk

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