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Bombenalarm und Stunden der Ungewissheit

Brandenburg an der Havel Bombenalarm und Stunden der Ungewissheit

Bombenalarm am Hauptbahnhof. Zwei herrenlose Gepäckstücke legten am Dienstag den Zugverkehr in Brandenburg an der Havel lahm und behinderten den Verkehr in großen Teilen der Stadt . Am frühen Nachmittag dann Aufatmen: In Koffer und Fahrradtasche befand sich nichts Gefährliches – ein Besitzer scheint ein Kletterer zu sein .

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Wartende Menschen am Hauptbahnhof.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Bombenalarm am Hauptbahnhof. Zwei herrenlose Gepäckstücke mit einer Kletterausrüstung, einer Stirnlampe und Batterien legten am Dienstagmittag den Zugverkehr in Brandenburg/Havel stundenlang lahm und behinderten den Kraftfahrzeugverkehr in großen Teilen der Innenstadt. Im Hartschalenkoffer und in der Fahrradtasche befand sich nichts Gefährliches.

Doch bis das klar war, sperrte die Polizei die Bahngleise in alle Richtungen. Weder Autofahrer noch Radler oder Fußgänger durften zwischen etwa 12 und 14.30 Uhr den Zentrumsring zwischen der Bauhofstraße und der Kreuzung Wilhelmsdorfer Straße passieren. Versprengte Fußgänger wurden aus Sicherheitsgründen von der Straße weggeholt.

Der Ablauf

Kurz vor 11.30 Uhr fährt der Regionalexpress aus Frankfurt/Oder am Hauptbahnhof Brandenburg an der Havel ein. Die Schaffnerin kontrolliert nach dem Ausstieg die leeren Abteile und entdeckt zwei zurückgelassene Gepäckstücke, einen Hartschalenkoffer und eine Fahrradtasche. Sie informiert ihre Zentrale und die verständigt die zuständige Bahnpolizei.

Spezialisten des Entschärfungsdienstes machen sich auf den Weg nach Brandenburg an der Havel, während der betreffende Regionalzug in Richtung Kirchmöser aus dem Bahnhof auf ein Nebengleis gefahren wird. Ehe die Sicherheitsexperten Entwarnung geben, vergehen rund drei Stunden.

Die Deutsche Bahn erhält die Nachricht, dass die Behörden die Lage als ernstzunehmen einschätzen. Von Brandenburg an der Havel fahren bis etwa 15 Uhr keine Personenzüge mehr in Richtung Berlin, Magdeburg und Rathenow. Fahrgäste, die in abfahrbereiten Zügen sitzen, müssen aussteigen und auf unbestimmte Zeit warten.

Ungewissheit und falsche Durchsagen

In den Zügen, die in Richtung Brandenburg fahren, gibt es Durchsagen, die auf den Polizeieinsatz und eine „Bombendrohung“ hinweisen. Auf den Bahnsteigen sind solche Informationen Fehlanzeige. Die meisten Wartenden dort wissen nicht, was los ist.

Wenn Durchsagen ertönen, erweisen sie sich als falsch oder nichtssagend. Trotzdem bleiben die allermeisten Menschen rund um den Hauptbahnhof ruhig und gelassen. Einige schimpfen ein bisschen. Wie sich später herausstellt, stehen alle Strecken zwischen 12.45 und 15 Uhr still. Die ersten Züge, die kurz vorher passieren, sind drei Güterzüge.

Die aus Richtung Berlin kommenden Regionalexpresse enden in Groß Kreutz, später in Werder und kehren dort um. Westlich von Brandenburg ist in Kirchmöser vorübergehend Endstation. Die Odeg-Linie endet zeitweise am Altstadt-Bahnhof

Während einige hundert Bahnreisende abrücken oder am Bahnhof warten, staut sich der Autoverkehr stadteinwärts auf dem Zentrumsring, denn von dort leitet ihn die Polizei in die bereits überfüllte Bauhofstraße um. Die Dominsel kann keine Entlastung schaffen, denn dort ist die Straße stadtauswärts gesperrt.

Ein bis zwei Stunden vergebliches Warten ist am Bahnhof der gängige Kurs. Eine junge Frau mit Tochter hat sich für 40 Euro ein Taxi von Groß Kreutz nach Brandenburg an der Havel genommen in der Hoffnung, dass sie von dort weiter nach Magdeburg kommt. Ein Trugschluss. Die Ersatzbusse, von denen ein Bahnsprecher berichtet, sind nirgends zu sehen.

Die Gerüchteküche brodelt

Spekulationen über die Gefährlichkeit der verlassenen Gepäckstücke machen zaghaft die Runde. Ein Fahrgast hat gehört, die Polizei habe den Koffer geröntgt und Sprengstoff entdeckt. Das stimmt nicht. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigt am Ende des Einsatz, dass der Inhalt der Gepäckstücke harmlos ist. Die Spezialkräfte müssen nichts in die Luft jagen.

Der herrenlose Koffer enthält außer Kleidung Ausrüstungsgegenstände, wie sie jemand benötigt, der klettern gehen will. Seile, eine Stirnlampe und Batterien. Sollte sich der Besitzer melden, bekommt er seine Habseligkeiten. Warum er sie überhaupt im Zug zurückgelassen hat, vermag niemand zu sagen.

Von den Umständen und Beweggründen wird abhängen, ob die Bundespolizei Ermittlungen aufnimmt. Die Bahnunternehmen könnten Schadensersatzforderungen aufmachen.

Von Jürgen Lauterbach

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