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Bootsunfall: Es bestand Lebensgefahr

Brandenburg an der Havel Bootsunfall: Es bestand Lebensgefahr

Zwei Jugendliche sind Samstag mit ihrem Tretboot in die Wasserwalze von Schoners Wehr in Brandenburg an der Havel geraten. Nun steht fest: es hat Lebensgefahr für die beiden bestanden. Ein Zeuge berichtet der MAZ, wie brenzlig die Situation war und warum es ihm nicht gelang, den Unfallopfern einen Rettungsring zuzuwerfen.

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Hier gerieten die Jugendlichen mit ihrem Tretboot ins Wehr an der Havel nahe der Krakauer Straße in Brandenburg. Bodo Gripp zeigt die Stelle.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H.
Die beiden Jugendlichen, die Samstagnachmittag in die Wasserwalze an Schoners Wehr an der Krakauer Straße in Brandenburg geraten sind, haben Glück, noch am Leben zu sein. So sieht es Bodo Gripp, der Zeuge des Unfalls wurde und die Rettungskräfte alarmierte, und so sieht es auch die Polizei.

„Im Nahbereich von Wehren herrscht im Oberwasser eine starke Sogwirkung, hier besteht für Personen und kleine Boote die Gefahr mitgerissen, zu kentern und unter die Wasseroberfläche gezogen zu werden. Es besteht also absolute Lebensgefahr“, sagt Oliver Bergholz, Sprecher der Polizeidirektion West.

Die Wasserwalze an Schoners Wehr

Die Wasserwalze an Schoners Wehr. Rechts der Rettungsring, an den Bodo Gripp wegen des Zauns nicht gelangen konnte.

Quelle: Rüdiger Böhme

Eine 17-Jährige und ein 14-Jähriger, die aus Bensdorf stammen sollen, waren mit einem am Pfaffe-Kai gemieteten Tretboot dem Wehr zu nahe gekommen und in den Wasserstrudel unterhalb der Staustufe geraten. „Wie ein Spielball drehte sich dort das Boot, wären die Jugendlichen dort ins Wasser gefallen, sie hätten nicht überlebt“, sagt Bodo Gripp. Die Feuerwehr rettete die Jugendlichen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) nahm dazu am Montag auf MAZ-Anfrage Stellung. „Wir überlegen, ob wir die Sicherheitsvorkehrungen dort noch einmal erhöhen“, so Vize-Behördenchefin Britta Kornmesser. An sich seien die Warnschilder und die rot-weiß-gelben Durchfahrtsverbotsbojen ausreichend.

Eine der Bojen etwa 200 Meter vor dem Wehr, die Schiffsführern anzeigen

Eine der Bojen etwa 200 Meter vor dem Wehr, die Schiffsführern anzeigen: Durchfahrt strikt verboten. Die beiden Jugendlichen fuhren daran vorbei.

Quelle: Rüdiger Böhme

Bodo Gripp hatte die Jugendlichen noch gewarnt. „Dann hörte er ihre Panikschreie und rannte hin.“ Gripp hatte jedoch keine Chance hatte, an den am Wehr befindlichen Rettungsring zu kommen. Der hängt auf der dem Wasser zugewandten Seite eines etwa zwei Meter hohen Zaunes. „Er ist für Betriebsangehörige“, so Britta Kornmesser. Andere hätten dort keinen Zutritt. So kann in Lebensgefahr befindlichen Wassersportlern mit dem Rettungsring nicht geholfen werden.

Der Strudel an Schoners Wehr

Der Strudel an Schoners Wehr: Die Havel führt laut Wasser- und Schifffahrtsamt derzeit besonders viel Wasser. Üblich sind im Sommer 20 bis 30 Kubikmeter in der Sekunde, derzeit sind es 80 Kubikmeter.

Quelle: Rüdiger Böhme

Kornmesser und Gripp werfen dem Tretboot-Vermieter Christian Pfaffe vor, die Jugendlichen nicht ausreichend eingewiesen zu haben. Pfaffe hält dagegen: „Ich habe sie unterwiesen. Und wer lesen und schreiben kann, kann das Gefahrenschild entziffern.“

Tatsächlich warnen zwei Schilder des WSA: Durchfahrt verboten, Wehranlage, Lebensgefahr. Doch das ignorieren einige Bootsausflügler: „Etwa drei Mal die Woche sehe Leute, die mit ihrem Boot dem Wehr gefährlich nahe kommen“, so Gripp.

Schoners Wehr in Brandenburg an der Havel aus der Luft

Schoners Wehr in Brandenburg an der Havel aus der Luft.

Quelle: Archivbild Wasser- und Schifffahrtsamt

Von Marion von Imhoff

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