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Protest gegen Schließung des Bosch-Werks

„Wir entwickeln hier keine Kartoffeln“ Protest gegen Schließung des Bosch-Werks

Etwa 200 Bosch-Mitarbeiter, Politiker und Gewerkschafter haben sich am Dienstagmittag vor dem Werktor in Brandenburg an der Havel versammelt, um gegen die angekündigte Schließung des Brandenburger Bosch-Solarwerks zu protestieren. Aus Sicht von Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) gibt es für den Standort noch Hoffnung.

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Protest mit Kinderwagen gegen die Schließung der Boschfabrik.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/Havel. Etwa 200 Bosch-Mitarbeiter, Politiker und Gewerkschafter versammelten sich am Dienstagmittag vor dem Werktor in Hohenstücken, um gegen die angekündigte Schließung des Brandenburger Unternehmens Bosch Solar Cistech zu protestieren. Aus Sicht von Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) ist für den Standort „noch nicht alles vorbei“.

Am 6. Oktober hatte der Bosch-Konzern bekannt gegeben, dass er seinen auf Dünnschicht-Solarmodule spezialisierten Entwicklungsstandort mit rund 180 Beschäftigten zehn Jahre nach der Eröffnung aufgeben will. Der Weltkonzern war nach eigenem Bekunden mit seinen Bemühungen gescheitert, das Werk zu verkaufen, und erklärte, es nicht wirtschaftlich weiterbetreiben zu können.

Schließung nicht ohne Protest

Gegen die alternativlose Schließung wehren sich Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall, sie erfahren inzwischen Unterstützung aus der Politik. Daher organisierten Betriebsrat und Gewerkschaft die „10-Jahres-Feier und Informationsveranstaltung“ in der Mittagsstunde vor den Hallen des Bosch-Betriebes.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) bezeichnete es als „gemeinsame Aufgabe, den Standort zu halten“ und eine Lösung zu finden, die Weiterbeschäftigung der „motivierten und fachlich gut aufgestellten Mitarbeiter“ zu finden. Tiemann zufolge bringt es wenig, auf Lösungen zu warten. Man müsse aktiv mitgestalten. Die Rathauschefin kündigte an, erneut mit der Standort- und der Konzernleitung zu sprechen.

Der Betriebsratsvorsitzende unterstrich die anspruchsvolle Entwicklungstätigkeit im Industriegebiet Hohenstücken. „Wir entwickeln hier keine Kartoffeln, sondern etwas für die Zukunft“, sagte Bodo Paetzel.

Fischer: Bosch muss offen für Alternativen sein

Staatssekretär Fischer appellierte an den Bosch-Konzern, seinem Brandenburger Entwicklungsstandort mehr Zeit zu geben und nicht auf halbem Weg abzubrechen. Er äußerte sich überzeugt, dass das in Brandenburg entwickelte Solarmodulprodukt einen Markt haben werde. Doch selbst wenn es dabei bleibt, dass der Konzern sich von diesem Segment verabschieden will, sollte Bosch „offen sein für alle Alternativen“.

Ihm sei nicht bekannt, ob Bosch-interne Lösungen für den Standort Brandenburg diskutiert wurden, also die Weiterführung mit einem anderen inhaltlichen Ausrichtung, sagte Fischer, der im Anschluss gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin zum Gespräch mit Standortleiter Matthias Lanwehr ging. Zuvor sagte er die Unterstützung der Landesregierung zu, die sich bei einer Neuausrichtung des Werkes auch in Fördergeld ausdrücken kann.

Die Betriebsratschefs von ZF und Heidelberger Druck überbrachten Solidaritätsadressen. „Ich finde es eine Schande, wenn so ein Werk geschlossen werden soll“, sagte Carmen Bahlo von ZF.

Von Jürgen Lauterbach

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