Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
180 Bosch-Mitarbeiter kämpfen für ihr Werk

Betriebsrat, Belegschaft und Politik für Standort-Erhalt 180 Bosch-Mitarbeiter kämpfen für ihr Werk

Die Belegschaft und der Betriebsrat des Solarmodulwerks Bosch Solar Cistech geben nicht auf. Trotz der vom Bosch-Konzern angekündigten Betriebsschließung sehen sie eine Zukunft in Hohenstücken. Erste Schützenhilfe kommt von der Politik. Es geht um 180 Arbeitsplätze und die Marke Bosch.

Brandenburg/H, Münstersche Str. 24 52.44168 12.52732
Google Map of 52.44168,12.52732
Brandenburg/H, Münstersche Str. 24 Mehr Infos
Nächster Artikel
Leon und seine Schwestern

Um sie geht es. Die sesshaft gewordenen Bosch-Mitarbeiter und ihre Familien.

Quelle: Privat

Brandenburg/H. Die Belegschaft und der Betriebsrat des Solarmodulwerks Bosch Solar Cistech geben sich und ihren Arbeitsplatz nicht so leicht auf. Trotz der vom Bosch-Konzern angekündigten Betriebsschließung sehen sie eine Zukunft in Hohenstücken. Schützenhilfe erhalten die 180 Beschäftigten von der Politik.

Auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 5. Dezember 2005, wurde die jetzige Bosch Solar Cistech GmbH als Johanna Solar Technology gegründet. Für die Mitarbeiter ein trauriges Jubiläum, sagt Frank Hergert, seit 2007 Entwicklungsleiter im Unternehmen und aktuell auch Vizevorsitzender des Betriebsrates.

Nach seinen Worten nehmen es die Mitarbeiter nicht so hin, dass der Bosch-Konzern sich vom Standort Brandenburg trennen will. Hergert: „Es kann nicht im öffentlichen Interesse sein, all dies durch den Bosch-Konzern stilllegen zu lassen. Es darf nicht schon wieder eine Investitionsruine im Land Brandenburg geben!“

Unter den 180 Beschäftigten sind etwa die Hälfte Ingenieure, viele Mitarbeiter sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. Aus allen Teilen Deutschlands sind sie bewusst nach Brandenburg zugezogen, haben auf den Namen Bosch vertraut, haben in der Stadt und dem Umkreis Familien gegründet, sind heimisch geworden, wollen das mit ihren Familien nicht aufgeben, zumal auch die Ehepartner der Bosch-Angestellten eigene Arbeitsplätze in der Stadt gefunden haben.

„Zehn Jahre an unternehmenseigener Entwicklung und öffentlich geförderter Forschung sollen nun vernichtet werden – und zwar von den selben Mitarbeitern, die von Anfang an die notwendigen Spezialanlagen mit ihren eigenen Händen aufgebaut und weiterentwickelt haben“, sagt der promovierte Ingenieur Hergert und fügt hinzu: „Eine innovative Technologie darf nicht einfach verschrottet werden!“

In Brandenburg an der Havel werden spezielle Photovoltaik-Module entwickelt, in jüngerer Zeit hat sich der Entwicklungsstandort auf Solar-Fassaden („eFacade“) spezialisiert. Statt Fabrikgebäude mit Stein-oder Aluminium-Bauteilen einzuhausen, könnten Bauherrn die eleganter aussehenden, energiegewinnenden Dünnschichtmodule verwenden.

Bosch Solar Cistech hat dafür die Bauzulassung und das Unternehmen wollte sich damit bis vor kurzem auf einer Fachmesse in der Schweiz präsentieren. Denn die Firma gehe davon aus, dass der Markt in den nächsten Jahren stark wächst, sagt Frank Hergert. Gerade jetzt, wo die Talsohle der Photovoltaik durchschritten ist und der Markt für Solar-Fassaden zu wachsen beginnt, verstehen die Mitarbeiter nicht, dass Bosch aus diesem Geschäftsmodell aussteigen will.

Aus Sicht des Betriebsrates hat der Konzern die Alternativen zur Standorterhaltung nicht ausreichend untersucht und berücksichtigt, so wie er es am Standort Arnstadt getan habe. Der Betriebsrat habe schon mehrere Szenarien vorgeschlagen und werde das weiter tun. „Wir haben alles lange geprüft“, sagt hingegen Bosch-Sprecher Christian Hoenicke. Auf der Grundlage wäre es nach seinen Worten schlecht, falsche Hoffnungen zu wecken.

Mit erstem Erfolg hat der Betriebsrat Brandenburger Politiker wie den Wirtschaftsbeigeordneten Steffen Scheller (CDU) angestupst. Nach Auskunft aus dem Brandenburger Rathaus gibt es dort bereits „zahlreiche Aktivitäten“ dazu und wird Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) mit Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer (SPD) am Donnerstag vor Ort am Werk sein. Zudem laufe auch der Kontakt in die Unternehmenszentrale von Bosch, zum zuständigen Konzern-Geschäftsführer Stefan Hartung.

Tiemann: „Das Ziel ist ein gemeinsames Gespräch des Wirtschaftsministeriums als Landes-Fördermittelgeber zusammen mit der Unternehmensleitung von Bosch zu Zukunftsperspektiven des Standortes in unserer Stadt, der mit hervorragend qualifizierten Mitarbeitern hochwertige Forschungs- und Produktionsbedingungen bietet.“

Von Jürgen Lauterbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg