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Bosch schließt Solarfabrik in Brandenburg

Zukunft von 180 Mitarbeitern ungewiss Bosch schließt Solarfabrik in Brandenburg

Hiobsbotschaft für die Stadt Brandenburg: Die Bosch-Gruppe in Stuttgart schließt ihren Entwicklungsstandort für Solartechnik im Industriegebiet Hohenstücken. Diese Entscheidung gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Schon am Mittwoch beginnen die Gespräche über eine sozialverträgliche Lösung für die rund 180 Mitarbeiter.

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Nach neun Jahren ist Schluss in Hohenstücken. Die Bosch-Gruppe schließt ihr Werk.

Quelle: Firmenfoto

Brandenburg an der Havel. Die Bosch-Gruppe in Stuttgart schließt ihren Entwicklungsstandort für Solartechnik im Industriegebiet Hohenstücken. Diese Entscheidung gab das Unternehmen an diesem Dienstag bekannt. Wenige Stunden zuvor hatte der Konzern die Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung der Bosch Solar CISTech in Brandenburg. Schon am Mittwoch beginnen die Gespräche über eine sozialverträgliche Lösung für die rund 180 Mitarbeiter.

Die Nachricht kommt nicht völlig überraschend. Bereits im Juli waren Gerüchte über eine mögliche Schließung des Bosch-Entwicklungsstandortes, der 2006 noch als Johanna-Solar-Solarmodulfabrik an den Start gegangen war, laut geworden. „Wir haben uns sehr viel Zeit genommen und viele Optionen geprüft, wie es in Brandenburg weitergehen kann“, berichtet Unternehmenssprecher Christian Hoenicke. Doch habe man keine Möglichkeit gesehen, den Standort wirtschaftlich fortzuführen.

Noch bis kurz vor der Entscheidung zu schließen habe die Bosch-Gruppe Gespräche mit Partnern und möglichen Investoren geführt, um den Standort doch noch zu halten. Hoenicke: „Wir haben alles versucht.“ Doch habe das Unternehmen am Ende niemanden gefunden, der eine Perspektive aufgezeigt hätte. Im Sommer hatte er von den beiden Optionen berichtet, die Entwicklung gemeinsam mit einem Partner fortzusetzen oder ganz zu verkaufen.

Auch Wechsel zu anderen Bosch-Standorten wird geprüft

Ob und gegebenenfalls wie viele von den rund 180 Brandenburger Mitarbeitern zu anderen Bosch-Standorten wechseln können, soll Gegenstand der nun beginnenden Gespräche mit dem Betriebsrat sein. Den Ergebnissen könne Bosch nicht vorgreifen, betont Hoenicke. Im Rahmen sozialverträglicher Lösungen würden alle Optionen geprüft.

Die Brandenburger Bosch-Tochter, die als „Johanna Solar Technology“ mit einem anderen Eigentümer vor rund neun Jahren an den Start gegangen war, arbeitete zuletzt an unterschiedlichen Pilotprojekten für interne und externe Kunden, wie das Unternehmen Mitte des Jahres mitgeteilt hatte. Sie testete den Einsatz der Dünnschichttechnologie in Gebäudefassaden.

Ziel waren 550.000 Solarmodule pro Jahr

Bosch hatte das Unternehmen Johanna Solar Ende 2009 übernommen und umbenannt in Bosch Solar CISTech. Während der Vorgänger eine Fabrik für Solarmodule auf Basis der Dünnschichttechnologie aufbauen und betreiben wollte, führte Bosch seine Tochter als reinen Forschungs- und Entwicklungsstandort.

Die Ingenieure dort arbeiteten daran, den Wirkungsgrad dieser Spezialmodule zu erhöhen, die Technik wirtschaftlich interessant zu machen. Die Zahl der Mitarbeiter war zuletzt sogar noch gestiegen.

Die Pläne in der vor rund zehn Jahren neu gebauten Fabrikhalle waren einst groß. Das „weltweit größte und modernste Werk für die Fertigung von Solarmodulen auf Basis einer neuen Dünnschicht-Technologie” sollte entstehen, sagten die damaligen norddeutschen Eigentümer.

Das 72 Millionen Euro teure Werk wurde mit rund 20 Millionen Euro staatlich gefördert. Allein in der Anfangszeit wollte Johanna Solar etwa 550.000 Solarmodule pro Jahr verkaufen, so hieß es im Januar 2007. Nach der Übernahme durch Bosch war von solchen Zahlen nie mehr die Rede. Die damals avisierte Mitarbeiterzahl von 180 wurde immerhin erreicht.

Von Jürgen Lauterbach

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