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Brandenburg/Havel Feuer in Wohnblock: Asylbewerber ziehen brennende Kinderwagen aus Hausflur
Lokales Brandenburg/Havel Feuer in Wohnblock: Asylbewerber ziehen brennende Kinderwagen aus Hausflur
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14:16 11.07.2018
Mit der Drehleiter mussten die Tschirchdamm-Anwohner geborgen werden. Quelle: Meetingpoint
Brandenburg/H

Ein 25 Jahre alter Brandenburger ist in der Nacht zum Mittwoch von der Polizei festgenommen worden wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, sagt Daniel Keip von der Polizeidirektion West.

Das Feuer war kurz nach 22.30 Uhr im Treppenhaus des Wohnblocks Tschirchdamm 21 in Hohenstücken ausgebrochen, in dem sechsgeschossigen Haus gibt es 24 Wohnungen mit 51 gemeldeten Mietern.

Wieder einmal Brandstiftung in einem Hausflur. Diesmal hätte es richtig gefährlich werden können, drei Asylbewerber haben geistesgegenwärtig Schlimmeres verhindert.

Entzündet wurden herumliegende Wochenzeitungen sowie zwei Kinderwagen, hat die Polizei ermittelt. Nachbarn berichten, dass drei vorbeigehende Asylbewerber die lichterloh brennenden Kinderwagen sahen, ins Haus rannten und diese herauszogen. Diese brannten dann im Freien weiter. Dabei begaben sich die Menschen selbst in Gefahr.

Um 22.30 Uhr trafen Feuerwehren und Rettungskräfte ein –alarmiert waren die Berufswehr mit 18 Feuerwehrleuten sowie die Freiwilligen Wehren Brandenburg und Kirchmöser mit insgesamt 23 Einsatzkräften. Die Freiwillige Feuerwehr Göttin sicherte während des Einsatzes die Hauptwache, sagt der zuständige Beigeordnete Michael Brandt (CDU). „Zudem waren zwölf Mitarbeiter des Rettungsdienstes sowie ein Sanitätszug mit 15 Einsatzkräften des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz, Feuerwehrchef Mathias Bialek und der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes sowie zwei Notärzte waren ebenfalls vor Ort, für uns war dies schon eine größere Einsatzlage.“

Kinder wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung im Krankenhaus

Weil der Eingangsflur und das Treppenhaus bereits stark verqualmt war, wurde entschieden, alle im Haus befindlichen Menschen per Drehleiter zu retten –sie hatten sich teilweise ohnehin bereits auf die Balkone geflüchtet. 16 Menschen wurden über die Leiter geholt, 13 von ihnen kamen zur Untersuchung und Beobachtung ins Krankenhaus wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung, darunter vier Kinder, sagt Brandt. 20 Wohnungen wurden kontrolliert, sechs Feuerwehrleute machten sich mit Atemschutzgeräten (Pressluftatmer) auf die Suche. Der Einsatz war um 23.36 Uhr beendet. „Wir haben noch geprüft, ob die Menschen in anderen Wohnungen untergebracht werden müssen. Allerdings hat sich das als nicht notwendig erwiesen“, sagt der Beigeordnete. Die Leitstelle Brandenburg hat die Feuerwehren am Dienstag allein zu acht Brandeinsätzen geschickt, in den vergangenen sieben Tagen waren es 99.

Rauchgasvergiftung

Eine Rauchgasvergiftung (Rauchgasintox) entsteht durch Inhalieren von gesundheitsgefährdenden Gasen, die im Brandrauch enthalten sind.

Reizgase sind dabei Chlorwasserstoff und Schwefeldioxid. Kohlendioxid verhindert die Abgabe desselben aus dem Körper und ist deshalb giftig. Ebenso Kohlenstoffmonoxid sowie Cyanid. Rußpartikel und Dioxine (Chlorverbindungen) bewirken Hitzeschäden im Menschen.

Anzeichen für derartige Vergiftungen sind Schwindel, Bewusstseinstrübung, Mattigkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Krämpfe bis hin zu Kreislauf- und Atemlähmung.

Der Festgenommene 25-Jährige soll dem Vernehmen nach der Polizei bereits bekannt gewesen sein, allerdings nicht wegen Brandstiftungsdelikten. Offiziell heißt es nur, intensive Ermittlungen hätten zu dem schnellen Fahndungserfolg geführt. Ebenfalls nicht bestätigt wurden Gerüchte, der Verdächtige sei noch einmal an dem Brandort vorbeigekommen.

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