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Brandenburg/Havel Brand in Plaue: Nachts „hätte es Tote gegeben“
Lokales Brandenburg/Havel Brand in Plaue: Nachts „hätte es Tote gegeben“
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11:02 21.02.2016
Die drei betroffenen Häuser in der Lewaldstraße. Ihre Dachgeschosse sind völlig ausgebrannt. Sie sind unbewohnbar. Quelle: Marion von Imhoff
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Brandenburg/H

Der Schrecken in der Plauer Gartenstadt ist auch am Samstag, am Tag nach dem verheerenden Feuer in der Lewaldstraße, groß. Drei Häuser hat das Feuer, das am Freitagabend um 19 Uhr ausgebrochen war, zerstört. Am Vormittag machten sich Kriminaltechniker der Polizei und Sachverständige am Unglücksort ein Bild vom Ausmaß des Brandes. Noch immer ist nach Angaben von Polizeisprecherin Jana Birnbaum unklar, wie es zu dem Feuer im Obergeschoss des Hauses 8 kommen konnte. Eine sechsköpfige Familie, die jüngsten der vier Kinder sind im Grundschulalter, verlor ebenso ihr Zuhause wie eine dreiköpfige Familie und ein Paar. Alle kamen in ihrer Not bei Verwandten unter. Im Haus des Paares, das in der Mitte der drei Gebäude liegt, war das Feuer ausgebrochen.

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Plaue, 19. Februar 2016: Bei einem Brand im Brandenburger Ortsteil Plaue sind drei Häuser so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie unbewohnbar sind.

Hausbesitzerin war gerade mit dem Hund spazieren

Der 41 Jahre alte Altenpfleger stand am Samstag sichtlich erschüttert vor seinem schmalen Reihenhaus. „Ich kam gerade von der Arbeit, als ich das Feuer sah“, sagte der Mann. Die Lewaldstraße 8 ist sein Geburts- und Elternhaus. Ihn und seine Frau, eine Diätassistentin, haben Verwandte in Kirchmöser aufgenommen. Die 38-jährige Hauseigentümerin steht mit Tränen in den Augen wie unter Schock. Beide halten sich an den Händen. Betreten dürfen sie wie die anderen betroffenen Nachbarn die Häuser wegen Baufälligkeit nicht. Sie war gerade mit dem Hund spazieren, als das Feuer ausbrach. Die Polizei bestätigt das: „Niemand hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Obergeschoss auf“, so Jana Birnbaum.

Brandsachverständige der Polizei am Samstagmittag Unglücksort. Sie unterhalten sich mit den betroffenen Bewohnern und Nachbarn in der Lewaldstraße. Quelle: Marion von Imhoff

Ein rotes Flatterband sperrte noch gegen 12 Uhr den Bürgersteig vor der Hauszeile ab. Dann stellen Männer massive Plastiksperrzäune auf. Auf dem Gehweg liegen haufenweise zertrümmerte Dachschindeln. Die schwarzverkohlten Holzbalken der Dachstühle ragen in den Himmel. Innen räumen Brandsachverständige Trümmer zur Seite. „Wenn mir etwas passiert, rettest du mich?“, sagt einer scherzhaft zu seinem Kollegen. „Ich kann doch kein Blut sehen“, antwortet dieser. Beide arbeiten, obwohl sie sich im Obergeschoss der Häuser befinden, unter freiem Himmel. Die Dachverkleidung und die Wände sind Raub der Flammen geworden.

Von hinten ist das wahre Ausmaß des Feuers zu erkennen. Das Obergeschoss dieses Hauses ist Raub der Flammen geworden. Quelle: Marion von Imhoff

„Wäre das Feuer nachts ausgebrochen, es hätte Tote gegeben“, sagt Nicole Willmann. Die 41-jährige Krankenschwester wohnt mit ihrer Familie direkt neben den ausgebrannten Häusern. Ihr Mann habe darauf bestanden, eine Brandschutzmauer einzuziehen zwischen ihrem und dem Nachbarhaus. „Das hat unser Haus jetzt gerettet. Wir haben nur einen kleinen Wasserschaden durch das Löschwasser“, sagt Nicole Willmann.

18-Jährige bemerkt das Feuer zuerst

Ihre 18 Jahre alte Tochter Carolin war es, die das Feuer zuerst bemerkt hatte, als sie zufällig aus dem Küchenfenster sah. Sofort alarmierte sie die Feuerwehr. Die rückte mit fast 30 Brandschützern an von der Berufsfeuerwehr Brandenburg und den Freiwilligen Feuerwehren in Mahlenzien, Kirchmöser, Plaue und Brandenburg. Das teilte am Samstag Daniel Krause, Einsatzdienstleiter der Brandenburger Berufsfeuerwehr, mit.

Nicole Willmann ist einfach nur froh, dass niemand verletzt worden ist bei dem Feuer in der Plauer Gartenstadt am Freitagabend. Quelle: Marion von Imhoff

„Ein Feuer ist der Alptraum aller Gartenstädter“, sagt Nicole Willmann. „Alles ist hier eng gebaut, Straßen und Häuser.“ Durch ihre Küche mussten die Feuerwehrleute einen Löschschlauch legen, um an den Brandherd im Nachbarhaus zu gelangen.

Die vor hundert Jahren entstandene Gartenstadt, entworfen von dem Architekten Paul Schmitthenner, steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz. Sie gilt als baukulturelles Kleinod. Das Ensemble umfasst 230 Einfamilien-Reihenhäuser, gebaut als Werksiedlung für die Mitarbeiter der Pulverfabrik im benachbarten Kirchmöser.

Diese Brandschutzmauer bewahrte das Zuhause der Familie Willmann vor den Flammen in den Nachbarhäusern. Quelle: Marion von Imhoff

Von Marion von Imhoff

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