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Brandenburg: Fabrik-Ruß schützt Grabmal

Aufwendige Sanierung auf Neustädtischen Friedhof Brandenburg: Fabrik-Ruß schützt Grabmal

Nach mehr als 150 Jahren hatte das Grabmal für den preußischen Offizier August von Kirchfeldt eine Sanierung dringend nötig. Der Stein steht auf dem Neustädtischen Friedhof in Brandenburg an der Havel. Als der Restaurator die dicke Ruß-Schicht von der Statue holte, erlebte er zwei handfeste Überraschungen.

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Der „Trauernde Achill“ glänzt wieder wie neu auf dem Grab.

Quelle: Renee Rohr

Brandenburg/H. Welcher Glanz! Selbst an trüben Spätwintertagen leuchtet dieses Grabmal auf dem Neustädtischen Friedhof hell. Der „trauernde Achill“ glänzt wieder in Kupfer, wie damals Ende 1858, als der Held der griechischen Mythologie auf das Grabmal von August von Kirchfeldt gesetzt worden ist. Die Verwaltung des Friedhofs hat die Sanierung des Grabes im vorigen Jahr begonnen, in wenigen Wochen soll sie abgeschlossen sein.

Bei der Restaurierung habe es eine Überraschung gegeben: „Wir wussten nicht, dass die Zinkguss-Statue eine Kupferhaut hatte“, sagte Martin Mitrenga, Verwaltungsleiter des Friedhofs, am Dienstag der MAZ. Wo war sie all die Jahre? „Der Ruß und der Rauch der Brennabor- und der anderen Werke im Umfeld des Friedhofs hat das Grabmal regelrecht konserviert.“ Zweite Überraschung: Kupfer und Zink vertragen sich nicht. „Das wusste man schon damals und hatte eine Trennschicht dazwischen gesetzt“, berichtete Mitrenga.

Einer hoher Offizier im Dienste des preußischen Königs

Das Grab erinnert an August von Kirchfeldt, einem hohen Offizier im Dienste des preußischen Königs. Von Kirchfeldt lebte nur etwas länger als ein Jahr in der Stadt Brandenburg, ehe er nach einem Sturz vom Pferd in Torgau seinen schweren Verletzungen erlag. Er war unverheiratet. Über seine militärische Laufbahn ist einiges bekannt, über sein ziviles Leben jedoch sehr wenig.

August von Kirchfeldt

In Berlin erblickte Friedrich Wilhelm August von Kirchfeldt am 2. Januar 1802 das Licht der Welt.

Knapp 15 Jahre alt trat er der preußischen Armee bei, als Kanonier in der Garde-Artillerie-Brigade. Rasch stieg er auf , wurde Ende 1819 zum Sekondeleutnant befördert.

Als Kommandeur der 12. Infanterie-Brigade kam von Kirchfeldt im Jahre 1857 nach Brandenburg an der Havel. Am 30. Juni 1858 wurde er in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.

Bei einem Sturz vom Pferd zog sich von Kirchfeldt einen Schädelbruch zu, an dem er am 3. November 1858 in Torgau starb.

Vor zwei Jahren habe die Friedhofsverwaltung die 38 Grabmale auf dem Friedhof untersuchen lassen, die unter Denkmalschutz stehen. In der Prioritätenliste, welches Grabmal zuerst saniert werden muss, „stand das Kirchfeldt-Grabmal ganz oben“, sagte Mitrenga. Auch wenn der Ruß die Statue insgesamt geschützt hat, wie man nun weiß, seien doch einige kleine Teile abgefallen. „Hier mussten wir schnell handeln.“

Mit finanzieller Unterstützung von Sponsoren und der Sparkasse sei es gelungen, das Projekt zu stemmen. Gut 35 000 Euro koste die Sanierung des Grabmales. Neu ist ein Metallzaun, der das Grab einfasst. In den nächsten Wochen will man noch das Grab bepflanzen. „Dann sind wir an dieser Stelle fertig“, sagte Mitrenga. Mitte Mai will die Friedhofsverwaltung das sanierte und neu gestaltete Grabmal offiziell vorstellen.

Achill für den Teesalon des Berliner Stadtschlosses

Zur Erinnerung an August von Kirchfeldt setzte man 1858 eine Figur des „Trauernden Achill“ auf den hohen Sockel. Die Zinkguss-Skulptur stammt von Moritz Gleiss, geschaffen nach einer Gipsfigur von Friedrich Tieck. Tieck hatte Achill mit 14 weiteren Figuren für den Teesalon im Berliner Stadtschloss geschaffen.

Die intensive Leuchtkraft des Helden aus der griechischen Mytholigie ist allerdings nicht von Dauer. „Mit den Jahren verblasst der Kupferglanz wieder“, erläuterte Martin Mitrenga. Also lohnt es sich jetzt, mal wieder einen Blick auf den Neustädtischen Friedhof zu werfen. Das Kirchfeldt-Grabmal ist im relativ zentral gelegenen Feld 12 zu finden. Man folgt einfach dem leuchtenden Punkt.

Von Heiko Hesse

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