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Brandenburg/Havel Brandenburg: Fotokunst mit dem Mikroskop
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburg: Fotokunst mit dem Mikroskop
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00:30 19.11.2015
Anita Reinsch will den Betrachtern die Augen öffnen für die wundervolle Natur aus einer ganz anderen Perspektive. Quelle: Tobias Nandelstädt
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Brandenburg/H.

Was mag das sein? Viele Besucher blicken zunächst forschend-fragend auf viele Fotos in der Galerie Sonnensegel, die Anita Reinsch seit dem Wochenende in ihrer Ausstellung „Bildlicht“ zeigt. Erst auf den zweiten Blick oder beim Lesen der Bildunterschriften offenbaren sich die Hintergründe der oftmals bizarr wirkenden Aufnahmen ihrer Mikrofotografie. Blüten, Pollen, Insekten oder Bakterien: Durch den Blick in ein Elektronen-Rastermikroskop bringt die Künstlerin ganz erstaunliche und unbekannte Formen zum Vorschein.

„Man spürt die Begeisterung der Fotografin für die Sichtbarmachung unbekannter biologischer Strukturen“, sagt Matthias Frohl, Leiter der Jugend-Kunstgalerie Sonnensegel, bei der Ausstellungseröffnung. Seit sie zu ihrem zehnten Geburtstag eine Kamera geschenkt bekam, hat Anita Reinsch (71) die Begeisterung für das Medium Fotografie gepackt. Während sie damals ihr allererstens Motiv, einen Fliegenpilz, noch per Hand nachkolorierte, arbeitet sie heutzutage vornehmlich digital.

Geblieben ist jedoch die von ihrer Mutter mitgegebene Liebe zur Natur, woraus sich auch ihre Foto-Motive ergeben. Neben der Mikrofotografie sind noch bis zum März Landschaftsaufnahmen von Anita Reinsch zu sehen. „Ihre Arbeiten sind wertkonservativ im besten Sinne“, sagt Mathhias Frohl, „sie bestechen durch eine klare Bildkomposition und den Einsatz von Licht und Schatten.“

Bizarre Formen wie aus dem Fantasy-Roman: Viele Bilder von Anita Reinsch verblüffen mit ihren ungewöhnlichen Formen. Quelle: Tobias Nandelstädt

Seit 2011 hat Anita Reinsch die Mikro- und Makrofotografie als neues Steckenpferd für sich entdeckt – mit großem Erfolg. Gleich im Folgejahr wurden zwei ihrer Bilder mit dem Deutschen Preis der Wissenschaftsfotografie ausgezeichnet. „Mich fasziniert die Verbindung der technischen Perfektion des Rastermikroskops mit den künstlerisch-ästhetischen Aspekten der Fotografie“, sagt Anita Reinsch zu ihrer Leidenschaft für die Mikrofotografie. Zur Produktion dieser spannenden Fotografie-Nische ist ein aufwändiges Produktionsverfahren notwendig: Zunächst werden die zu fotografierenden Objektproben vollständig entwässert, also getrocknet. Danach werden die Proben mit einer ganz speziellen Gold-Palladium-Schicht bedampft.

Gerade einmal sieben Nanometer dünn ist diese Schicht, die dazu dient, die Elektronen im Rastermikroskop zu reflektieren. Punkt für Punkt tastet, also rastert, das Elektronen-Mikroskop die Proben ab. Heraus kommt ein einfaches Schwarz-Weiß-Bild mit einer vielfachen Vergrößerung. Durch eine nachträgliche Farbgestaltung lenkt die Künstlerin den Blick des Betrachters und macht dadurch viele Formen erst endgültig sichtbar.

Sinn fürs Detail: Viele Besucher mussten ganz genau hinsehen, um sich davon zu überzeugen, dass diese Strukturen in der Natur vorkommen. Quelle: Tobias Nandelstädt

Viel Zeit verbringt Anita Reinsch dafür im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, wo sie deren Elektronen-Mikroskop nutzen kann. So verblüffend und einzigartig anmutend viele ihrer Aufnahmen wirken, so banal erscheinen dem Betrachter die zugrundeliegenden Dinge: Zecken, Flöhe, Gräser, Pollen, Blüten und allerhand Kleinstlebewesen offenbaren durch die Mikrofotografie erst ihre „echten“ Strukturen. „Dadurch gewinnen wir Einblick in eine ganz und gar bizarre und im wahrsten Wortsinne wundervolle Welt“, sagt Anita Reinsch begeistert.

info Die Ausstellung ist bis zum 11. März 2016 in der Galerie am Gotthardtkirchplatz in Brandenburg zu sehen.

Von Tobias Nandelstädt

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