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Brandenburg: Frauenhaus bis unters Dach voll

88 Kinder und 55 Mütter aufgenommen Brandenburg: Frauenhaus bis unters Dach voll

Seit knapp einem Jahr ist das Brandenburger Frauenhaus in seinem neuen Domizil. Dennoch ist die Arbeit nicht einfacher geworden. Angesichts drastisch gestiegener Fälle häuslicher Gewalt in der Stadt Brandenburg ist das Frauenhaus mit seinen 16 Plätzen weiterhin voll bis unter das Dach.

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Quelle: promo

Brandenburg an der Havel.  Seit knapp einem Jahr ist das Brandenburger Frauenhaus in seinem neuen Domizil. Dennoch ist die Arbeit nicht weniger geworden. Angesichts drastisch gestiegener Fälle häuslicher Gewalt in der Stadt Brandenburg ist das Frauenhaus mit seinen 16 Plätzen weiterhin voll bis unter das Dach. Wie Leiterin Christel Mück-Hannemann Dienstag sagte, ist die Schutzeinrichtung „fast immer zu 100 Prozent belegt“. Bis Ende Oktober nahm die Zufluchtsstätte für Opfer häuslicher Gewalt 55 Frauen und 88 Kinder auf. 15 weitere Frauen und 37 Kinder fanden mangels weiterer Platzkapazitäten kein Obdach mehr.

Nach Angaben von Ingrid Schwarz, Sprecherin der Polizeidirektion West, zählte die Kripo nach der jüngsten Statistik im vorigen Jahr im gesamten Brandenburger Stadtgebiet 184 Fälle häuslicher Gewalt. Ein Jahr zuvor waren es noch 102 Taten. Im westlichen Teil von Potsdam-Mittelmark ermittelte die Polizei in 155 Fällen von Angriffen gegen Familienmitglieder.

Morddrohungen in den Familien

Dabei ist die Dunkelziffer hoch. Wie Mück-Hannemann der MAZ sagte, „haben wir einige Frauen im Haus, die werden nie Anzeige erstatten. Wir werden sie auch nie dazu zwingen“. Dabei ist es häufig brutale Gewalt, vor der sich die Frauen, darunter auch viele Mütter mit Kindern, in die Schutzeinrichtung geflüchtet haben: „Morddrohungen stehen auf der Tagesordnung“, sagt Mück-Hannemann. „Der Griff des Mannes an den Hals seines Opfers, um es zu würgen, ist immer ganz nah.“

Angesichts der großen Zahl an Kindern im Frauenhaus appelliert das Team um Mück-Hannemann an die Stadtverwaltung, dass es eine anteilige Erzieherstelle auch für die jüngsten Schützlinge geben muss. „Die Problematik ist, dass die Kinder von weither oft keinen Schul- oder Kitaplatz haben. Mütter in der Krise sind nicht in der Lage, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. “ Die Kinder aber bräuchten ebenfalls Hilfe, um dem Teufelskreislauf der Gewalt auch psychisch zu entkommen.

318 Frauen haben ambulante Hilfe gefunden

Möglich sei es, Beistand für Jungen und Mädchen aus Gewaltfamilien zu organisieren, wenn die ambulanten Hilfegespräche des Frauenhaus-Teams kommunal mitfinanziert werden würden. 318 Frauen haben diese Beratungen im vorigen Jahr in Anspruch genommen. „Unser Wunsch ist es, dass mindestens 15 wöchentliche Arbeitsstunden für die ambulante Beratungsleistung finanziert wird, um freie Kapazitäten dann für die Kinder zu haben“, sagt Mück-Hannemann. Im Frauenhaus arbeitet neben der Leiterin, die eine volle Stelle hat, zwei Erzieherinnen und eine Sozialarbeiterin in Teilzeit.

Das Frauenhaus ist eines der wenigen im Land mit einem eigenen Wohnbereich für Mütter mit Söhnen im Teenageralter. Daher kommen die Schutzsuchenden teils sogar aus Berlin und dem nördlichen Land Brandenburg. Finanziert wird deren Aufenthalt dann von der Kommune, in der die Frauen und ihre Kinder bisher lebten.

Von Marion von Imhoff

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