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Brandenburg: Frische Farbe für Jesus Christus

Patin für marodes Museums-Exponat gefunden Brandenburg: Frische Farbe für Jesus Christus

Dem Aufruf, bei der Rettung wertvoller Exponate des Stadtmuseums zu helfen, ist jetzt Renate Johne, Altphilologin aus Berlin, gefolgt. Sie übernimmt eine Patenschaft für eine Bildtafel, die wohl ursprünglich als Predella eines Epitaphs angefertigt wurde.

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Der Aufsatz (Predella) eines Epitaphes kommt jetzt in die fachkundigen Hände eines Restaurators.

Quelle: Stadtmuseum Brandenburg

Brandenburg/H. Dem Aufruf, bei der Rettung wertvoller Exponate des Stadtmuseums zu helfen, ist jetzt Renate Johne, Altphilologin aus Berlin, gefolgt. Sie übernimmt eine Patenschaft für eine Bildtafel (0,70 mal 0,55 Meter), die wohl ursprünglich als Predella eines Epitaphs angefertigt wurde. Bemalt wurde sie wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Aufstellungsort war die Brandenburger St.-Katharinen-Kirche. Von dort aus wurde das Objekt im Jahre 1942, wahrscheinlich kriegsbedingt, in das Museum überführt.

Die Kreuzigung Jesu Christi auf dem Berg Golgatha

Thematisiert ist die Kreuzigung Jesu Christi auf dem Berg Golgatha, der Schädelstätte, bei Jerusalem. Eine Familie – Mutter, Vater und mehrere Kinder – verharren in Anbetung zu Füßen des aufragenden Kreuzes. Es könnte sich dabei um die Darstellung des Stifters und seiner Familie handeln. Ihn kennzeichnen die Initialen „I.L“. Ob es sich dabei um ein Mitglied des Rates der Neustadt oder um einen Pastoren handelt, ist nicht bekannt.

Eine Predella schließt für gewöhnlich als Bildtafel einen Altaraufsatz nach unten hin ab. Ein Epitaph – Gedächtnismal – wurde früher zur Erinnerung eines geschätzten Verstorbenen in einer Kirche aufgestellt. Der Auftraggeber - Stifter - ließ sich nicht selten ebenfalls darauf abbilden. Zum Gedächtnis des Verstorbenen wurden Seelenmessen davor abgehalten sowie Andachten durchgeführt.

Paten gesucht

Für eine Reihe von Exponaten sucht das Brandenburger Stadtmuseum Paten. „Helfen Sie als Pate oder Patin eines selbstgewählten Objektes, das kulturelle Erbe in Brandenburg an der Havel zu erhalten, zu erforschen und besser zu verstehen“, heißt es in dem Aufruf.

Interessierte wählen Ihr Patenkind unter den Schutzbedürftigen des Museums selbst aus. Die Paten stellen die nötigen Mittel bereit, der Restaurator sorgt für die konservatorisch notwendigen Arbeiten. Das Museum wirkt als Auftraggeber. Nach Vollendung wird das Objekt ausgestellt.

Weitere Informationen gibt es im Brandenburger Stadtmuseum unter  03381/584501.

Die Kosten für die Restaurierung lägen in einem höheren dreistelligen Bereich, sagt Museumsleiterin Désirée Baur der MAZ. Es gehe darum, das Exponat zu sichern, um es guten Gewissens in der Ausstellung zeigen zu können. Es sollen die Farben sichtbarer gemacht und der Verfall aufgehalten werden. „Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass uns der Restaurator auch eine Menge über jeweilige Stück berichten kann, was wir bisher nicht wussten“, betont Baur. Bei der Madonna, die als erstes Exponat einen Paten gefunden hatte, „wissen wir jetzt, dass unter der Farbschicht zwei weitere sind“. Offensichtlich sei diese Holzfigur auch nach der Reformation noch zwei Mal überarbeitet und nicht einfach beiseite gestellt worden.

Vor einem Jahr wurden einige Sorgenkinder des Stadtmuseums in einer Kabinettsausstellung zusammen mit einem Fachsymposium der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Titel: “Unerforscht – Unrestauriert – Museumsobjekte suchen Paten“. Im Anschluss daran übernahm der Historische Verein Brandenburg (Havel) die erste Patenschaft. Dem Vorstand war bei der Auswahl eine Madonna ins Auge gefallen, die aus dem 16. Jahrhundert stammt und sich ehemals im Paulikloster befunden hat. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts war sie dem Stadtmuseum übereignet worden. Nun ist sie wieder in alter Farbenpracht im Museum zu sehen.

Öffentliche Übergabe im Stadtmuseum

Am Donnerstag, 12. November, um 15 Uhr wird die Bildtafel den Weg in die Restaurierung antreten. Ihre Patin begleitet sie dabei. Sie übernimmt die anfallenden Kosten für Dokumentation, Konservierung und Teilrestaurierung. Durchgeführt werden die Arbeiten von dem Brandenburger Diplomrestaurator Ron-Ericson Lühnsdorf. Interessierte sind dazu eingeladen, der Übergabe beizuwohnen. Ein letzter Blick auf die Tafel lohnt gewiss, teilt das Museum mit.

Von Heiko Hesse

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