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Brandenburg/Havel Brandenburg/H.: Faszinierende Ausstellung
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburg/H.: Faszinierende Ausstellung
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09:57 03.11.2015
Ein typisches Brandenburger Bild: Lydia Lander hat ihren Eindruck vom Kaffeehaus an der Steinstraße festgehalten. Quelle: Privat
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Brandenburg/H

Dieser Job erfordert zuerst einmal Ruhe und Geduld. Lydia Lander setzt sich ins Café, in den Zug, in die Wartehalle, beobachtet und skizziert. Hat sie die Bühne für ihren Ausschnitt aus der Wirklichkeit definiert, holt sie ihre Akteure zusammen. So real die Menschen auf ihren Bilder aussehen: Diese Leute gibt es nicht. Lydia Lander portraitiert niemanden, sie komponiert die Menschen zu ihren Bildern. „Es sind die Formen, die mich interessieren.“ Und doch: Landers Bilder sind sehr dicht, sehr eindringlich. Ab dem 7. November zeigt sie gut 30 Arbeiten im Brandenburger Kaffeehaus „coffee corner“ in der Steinstraße.

„Einkehr“ nennt die junge Frau aus Netzen diese Reihe. Sei es, dass Menschen in ein Lokal einkehren, sei es, dass sie innere Einkehr halten. Und sei es, dass sich der Betrachter fangen lässt und förmlich in das Bild einkehrt, um es empfinden zu können.

Lydia Lander im Café. Quelle: Heiko Hesse

Lydia Lander nimmt sich die filigranen chinesische Holzschnitte als Vorbild für ihre Arbeiten. Die Strukturen sind klar, die Figuren wirken statisch und doch sind sie voller Leben, voller Emotionen. Das Besondere an Landers Art, Menschen zu zeichnen: Man kennt sie gut, weil man ihnen oft begegnet ist – im Café, in der Supermarkt-Schlange, im Zoo vor dem Affengehege. Lydia Lander malt Typen.

„Ich schaue mir nur die Formen , die Körperhaltungen an“, sagt sie, „ich denke mich nicht in die Leute hinein“. Das kann sie auch nicht, weil die Akteure auf ihrer Bühne ständig wechseln. Für die Frau, die im Café versonnen die Tasse hält, saßen womöglich zwei, drei Frauen unwissentlich Modell. Es sind eben die Formen, die Gesten, die die Künstlerin locken.

Auch eine Einkehr: Menschen im Einrichtungshaus. Quelle: Privat

Als sie zum Studium nach Leipzig kam, „war ich schon etwas überwältigt“, sagt sie. „Es kam mir so vor, als seien es ungeheuer viele Menschen. Gewissermaßen aus Abneigung gegen die Menschenmassen begann ich sie zu zeichnen, in harmlose Linien aufzulösen. Ich habe sie mir sympathisch gezeichnet.“

Zur Person

Lydia Lander wurde 1985 in Brandenburg an der Havel geboren und hat das Abitur 2004 am Brecht-Gymnasium absolviert.

Sie studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig.

Seit 2013 freiberuflich tätig als Malerin und Grafikerin sowie kuratorische Tätigkeiten; Lehraufträge an der Wredowschen Zeichenschule, Volkshochschule und Galerie Sonnensegel.

Ausstellungen in der Galerie Sonnensegel und in der HGB Leipzig, 2013.

Mit einem Skizzenblock vor sich sitzt sie im Café, in der Bahn, beobachtet und zeichnet mit Bleistift. Lydia Lander ist ein stiller und eher in sich gekehrter Mensch. Das kommt ihrer Art zu malen sehr zu pass. So kann sie in aller Seelenruhe ihre Typen komponieren, ohne die Menschen im Zug oder im Lokal zu stören. Zuhause verwandelt sie die Skizze zum Kunstwerk, gibt den schwarz-weißen Figuren und Räumen Kontur und Farbe. Und sie verleiht ihnen diese ganz besondere Stimmung, die den Betrachter magisch anzieht.

info: Die Ausstellung im Café „coffee corner“ in der Brandenburger Steinstraße öffnet am 7. November.

Von Heiko Hesse

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