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Waldmopszentrum zu Ehren Loriots

Denkmal in Brandenburg an der Havel Waldmopszentrum zu Ehren Loriots

Von Loriot stammt der Satz: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Stuttgart hat bereits ein Mopsdenkmal, nun zieht Loriots Geburtsstadt Brandenburg nach. 2015 soll ein Waldmopszentrum eröffnen. Mit dieser Idee setzte sich eine Berliner Studentin überraschend im Loriot-Wettbewerb durch.

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"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos."

Quelle: dpa-Archiv

Brandenburg an der Havel. Er ist selten geworden in Deutschland, der scheue Waldmops, dem sein Förderer Loriot in Wort, Bild und Video schon vor vielen Jahren ein Denkmal setzte. So selten, dass die Stadt Brandenburg ihn nun unter Schutz stellen und dafür ein Informationszentrum bauen wird, in dem der scheue Waldmops als wilder Waldmops lebt. Am 18. April 2015, an diesem Tag wird die Bundesgartenschau in Brandenburg an der Havel eröffnet, wird auch das Waldmopszentrum eröffnet und ein kleines Rudel der gehörnten Waldmöpse zeitgleich der Öffentlichkeit gezeigt.

„Die wilden Waldmöpse werden ein Brandenburger Alleinstellungsmerkmal“, sagt Frank-Walter Steinmeier begeistert. Und er muss es wissen. Zwischen Gesprächen in Wien und Istanbul rauschte der Außenminister der Bundesrepublik am Freitag eilig in die Stadt Brandenburg, wo sich die Jury des Loriot-Wettbewerbs im Gelben Salon des Fontane-Klubs traf. Steinmeier ist Vorsitzender des Brandenburger Kulturvereins und hat für den Wettbewerb Geld gesammelt. Vor drei Jahren hatte es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, eine bleibende, würdige Ehrung für ihren verstorbenen Ehrenbürger Loriot in der Stadt Brandenburg auf die Beine zu stellen.

Das hat der Mensch aus dem wilden Mops gemacht, beklagt dessen Schöpfer, der unvergessene Loriot.

Quelle: Privat

Fast zwei Dutzend Juroren, darunter Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und der Loriot-Kenner und -Freund Max Rabe, hatten die schwierige Aufgabe zu bewältigen, aus sieben in der ersten Runde ausgewählten und nun vertieften Entwürfen den besten herauszufiltern. Ein hartes Stück Arbeit, wie sich schnell herausstellte. Denn alle Einsender, die sich gegen 85 Mitbewerber durchgesetzt hatten, wussten auf ihre Art zu überzeugen.

Da gab es beispielsweise ein neun Meter hohes Pirol-Ei (der Pirol ist das Wappentier Loriots) oder ein halbes, tonnenschweres Sofa aus Bronze mit einem lebensgroßen Loriot. Doch nach und nach trennte sich die Jury von der einen oder anderen Idee, so dass nach zwei Stunden nur noch drei Entwürfe im Raum standen, deren Schöpfer anonymisiert waren. Das waren zum ersten ein Denkmalsockel und ein davor stehender Vicco von Bülow aus Bronze in Lebensgröße mit dem Titel „Einer von uns“.

Ferner ein Modell mit dem Namen „Verstrickungen“. An der Kaimauer der Havel sollte dafür eine Skulptur aus Stahl stehen. Die Skulptur zeigte das Bild einer strickenden „Knollennasen-Frau“. Auf einer zwölf Meter langen Platte aus Stahl mit einem Relief einer Zeichnung von Loriot wird aus dem gestrickten Kettchen irgendwann eine schwere Ankerkette.

Ein Waldmops am Brandenburger Salzhofufer

Quelle: Montage von Clara Walter

Das dritte Werk firmierte unter dem Namen „Der wilde Waldmops“. Auch dazu gehört ein Sockel ohne Denkmal und nur mit den Fußstapfen Loriots. Der Künstler ist weg, sein Werk lebt. Es lebt in dem wilden Waldmops, der sich den Humboldthain untertan gemacht hat. Eine Gruppe von acht gehörnten Waldmöpsen, etwa 50 Zentimeter hoch und aus Bronze, ist mit Fundamenten diebstahlsicher im Humboldthain verteilt worden und von einer kleinen Brücke, dem „Waldmops-Informationszentrum“, aus gut zu sehen. Am Informationszentrum erklärt eine Tafel alles, was Loriot zum Thema Waldmops hinterlassen hat.

Schnell entwickelte sich am Freitag dieses Modell zum Favoriten der Jury. Auch, weil der Ideengeber selbst in Erwägung zog, man könne die Waldmöpse auch noch an anderer Stelle in der Altstadt ansiedeln respektive installieren.

Nach gut dreistündiger Diskussion entschied sich die Jury bei nur einer Stimmenthaltung für den wilden Waldmops. Dietlind Tiemann war sichtlich zufrieden mit der Entscheidung und spendete spontan einen zusätzlichen Waldmops. Sie hofft, dass andere ihrem Beispiel folgen.

Wie vital ist der deutsche Witz heute, 90 Jahre nach Loriots Geburt und zwei Jahre nach seinem Tod? Die MAZ macht mit sechs Komikern den Test und vergibt den Loriot-Faktor.

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Groß war die Überraschung, als die Architektin Melanie Semmer, die mit der Online-Plattform Competitionline.com den Wettbewerb organisiert und moderiert hatte, das Geheimnis lüftete, wer sich denn hinter dem Sieger verbirgt. Nämlich Clara Walter, eine 23-Jährige aus Berlin, die Innenarchitektur in Detmold studiert und mit ihrem Konzept dutzende renommierter Künstler und Planungsbüros hinter sich ließ. Die junge Frau war vor Freude ganz außer sich, als sie von Friedrich Perker über ihren Sieg unterrichtet wurde.

Jetzt wird gefeiert. Doch schon nächste Woche beginnen die Arbeiten. Bei Dietlind Tiemann wird es dann eine erste Gesprächsrunde dazu geben, wie die Idee umgesetzt werden kann. Denn bis zur Buga-Eröffnung bleibt nicht mehr viel Zeit und der Waldmops ist ein ebenso scheues Tier wie das Kapital. 50.000 Euro stehen für die Umsetzung der Idee zur Verfügung. An dieser und dem Umstand, dass den Wettbewerb eine Studentin gewinnt, hätte Loriot seinen Spaß gehabt, meint Jury-Mitglied Wulf Holtmann.

Von Benno Rougk

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Jury wählt unter den verbliebenen sieben Bewerbern

Ein bleibendes Denkmal hat sich und seiner Heimatstadt Vicco von Bülow (1923–2011) längst gesetzt mit seinem Lebenswerk: den Sketchen, Karikaturen, Filmen, kurz seinem legendären Humor. Um ihm ein Denkmal zu setzen hat der Kulturverein der Stadt Brandenburg an der Havel einen Ideen-Wettbewerb unter der Überschrift „Loriot zu Ehren“ ausgelobt.

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