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Brandenburg: Hortbedarf steigt um 450 Plätze

Debatte um Kitabedarfsplan Brandenburg: Hortbedarf steigt um 450 Plätze

Jedes Jahr errechnet die Stadt Brandenburg, wie viele Plätze an Kitas und Hort nötig sind. Für das neue Schuljahr sieht sie einen Anstieg der Nachfrage um rund 450 Plätze. Das bedeutet, das 99 zusätzliche bis September geschaffen werden müssen. Dafür gibt es Lösungsvorschläge.

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Schulkinder auf dem Weg zu ihrem Hort.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Der Kitabedarfsplan für das laufende Jahr sieht mehr als rund 450 weitere Hortplätze vor als noch vor einem Jahr. Das Papier, das derzeit in den Ausschüssen beraten wird, soll am 25. Mai den Stadtverordneten zum Beschluss vorgelegt werden. Der Jugendhilfeausschuss als Fachgremium hat die Beratung von April auf Mai vertagt. Der Bedarfsplan für Krippe, Kita und Hort, der jährlich neu aufgestellt wird, sah 2015 einen Bedarf von 1799 Plätzen für die Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern vor. Im neuen Kitabedarfsplan für das kommende Schuljahr sind es 2248 Plätze. 2149 Plätze gibt es bereits.

Um den neuen Bedarf von weiteren 99 Plätzen zu decken, werden bestehende Hortangebote erweitert. Der Hort der Evangelischen Grundschule kann laut Kitabedarfsplan künftig fünf Kinder mehr aufnehmen, der Club am Trauerberg wird Hort für 24 Kinder, die Kita Windrad erweitert sich danach um 17 Plätze, das DRK Kinderdorf soll weitere 18 Hortkinder aufnehmen können. Hinzu kommen neue Horte in bereits bestehenden Kinder- und Jugendbegegnungsstätten. Das betrifft den Club am Trauerberg mit künftig 24 Hortplätzen und das Mehrgenerationenhaus Die Stube in Kirchmöser mit 35 Plätzen für nachmittags zu betreuende Grundschüler.

Ein neuer Hort für die Grundschule in der Kleinen Gartenstraße wird im benachbarten Augustaheim im kommenden Jahr entstehen. In der Bauhofstraße soll zudem ein Kita-Neubau mit 70 Krippen- und Kindergartenkinder und 130 Hortkinder errichtet werden. Doch auch der wird nicht mehr für das kommende Schuljahr zur Verfügung stehen.

Der Club am Trauerberg

Der Club am Trauerberg ist eine Kinder- und Jugendbegegnungsstätte der Caritas.

Mit Schließung der Kinderbetreuungseinrichtung Wildo 19 hat der Club Nachmittagsbetreuung angeboten.

Durch die Situation des höheren Hortbedarfes ist nun geplant, im Club am Turm einen Hort mit 24 Plätzen einzurichten. Auch das schlägt der Kitabedarfsplan vor.

Grund für den höheren Hortbedarf ist die gestiegene Zahl von Schulkindern durch den leichten Geburtenanstieg der vergangenen Jahre. „Wir hecheln sonst der Schulentwicklungsplanung hinterher“, sagt Kerstin Schöbe, Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales und Gesundheit. Im jüngsten Jugendhilfeausschuss wurde die Sorge geäußert, dass der Anstieg an Hortplätzen zu groß sei. Schöbe verteidigt den errechneten Bedarfsanstieg an Hortplätzen. „Selbst wenn wir jetzt einige Hortplätze zu viel haben, nach dem Schulentwicklungsplan müssen wir mit einem weiteren Aufwuchs von 500 Schülern rechnen“, sagt Schöbe.

Joachim Damus, Leiter der Arbeitsgruppe Kita, die Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker berät, kritisiert, „Jedes Jahr entsteht bei den Eltern der neuen ABC-Schützen eine große Verunsicherung und Verwirrung, welchen Hort ihr Kind besucht.“ Hintergrund sei, dass erst im späten Frühjahr feststehe, welche Grundschule das jeweilige Kind besucht. „Die Eltern melden es vorher also an zwei Horten an und keiner der Horte kann sagen, ob es Platz für das Kind hat. Das ist belämmert“, sagt Damus. Eine Lösung wäre, die Anmeldefrist auf den November und Entscheidungsprozesse auf den Jahresbeginn vorzuverlegen.

Erwartet werden nach den großen Ferien 3143 Grundschulkinder. „Kinder mit Migrationshintergrund sind dabei berücksichtigt“, heißt es im Kitabedarfsplan. In der früheren Kaserne in der Upstallstraße leben 77 Kinder aus Krisen- und Kriegsregionen zwischen Null und 18 Jahren mit ihren Eltern. Von ihnen besuchen elf den Kindergarten, eines den Hort. 26 Kinder aus dem Camp Roland, wie das Heim inzwischen auch genannt wird, lernen auf einer Grundschule. Aus dem Asylheim in der Flämingstraße gehen 15 Kinder in eine Kita und 14 in eine Grundschule. Von den 14 Jungen und Mädchen, die im Flüchtlingsheim in der Landestraße leben, besuchen bereits zwei eine Kita und sieben eine Grundschule.

Eingeplant sei die Hortnutzung aller Erst- bis Viertklässler. 2009 zählte die Verwaltung noch 13 Erstklässler mehr als noch im Jahr zuvor. 497 Kinder kamen damals neu in die Schule. Zum Vergleich: In diesem Jahr sind es 603 Kinder, die als ABC-Schützen an die zehn städtischen und zwei freien Grundschulen in Brandenburg an der Havel strömen.

Von Marion von Imhoff

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