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Brandenburg: Hunderte beim Infotag

Campusfest an der Technischen Hochschule Brandenburg: Hunderte beim Infotag

Campusfest und Tag der offenen Tür sind an der Technischen Hochschule in Brandenburg ein Großereignis, zu dem 2000 Besucher erwartet werden. Am Freitag waren unter ihnen auch dutzende Menschen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten nach Deutschland geflohen waren. Am Abend tobte dann mit mehreren Live-Bands der Bär.

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Die Flüchtlinge Mahdi, Sajad und Yasin aus Afghanistan sowie Yameen und ein Freund aus Syrien (von links) waren mit ihrer Lehrerin Heike Gose in der THB, um sich über Studiengänge zu informieren.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Gute Laune, Luftballons und hohe Wissenschaft: So hat am Freitag der Tag der offenen Tür und das Campusfest an der Technischen Hochschule Brandenburg begonnen. Die vor 25 Jahren mit 62 Studenten begonnene Fachhochschule hat die Zahl ihrer Lernenden längst auf 2600 hochgeschraubt. Erstmals unter dem neuen Namen Technische Hochschule, umsorgte sie künftige Studenten mit allen nötigen Informationen über ihre Studiengänge. 2000 Gäste erwartete die Hochschule bis zum Abend und hunderte schon zu den dutzenden Workshops am Vor- und Nachmittag.

Im Garten dröhnten Drohnen empor. In der Technikhalle präsentierte der 20-jährige Student Leif Venus aus Hermannsburg bei Celle, wie sich aus Recycling-Material Lampen bauen lassen. Er wählte schlicht ein leere blechernes Bierfass. Andere stapelten CDs übereinander, zwei Studentinnen des Wirtschaftsingenieurwesens hauchten einem Birkenstamm Licht ein. Was wie eine Wochenend-Sause anmutete, beschäftigte die Erstsemester vier Monate lang.

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Informationen, Führungen und jede Menge Spaß – beim Tag der offenen Tür in der Technischen Hochschule Brandenburg konnten die Besucher einige interessante Forschungsprojekte in der Praxis erleben. Am Abend ging es beim Campusfest mit Live-Musik hoch her.

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Hundert Meter Luftlinie weiter sitzt in einem Raum voller Roboter Patrick Rutter. Der 31-jährige aus Plaue steht vor seinem Master-Abschluss und zeigt die Künste des Programmierens. Er und seine Kommilitonen schenkten dem Roboter Eve künstliche Intelligenz. Spielend schlägt nun die bewegliche Plastikpuppe im Spiel Tick-Tack-Toe ihren Meister. Mit einem Legoärmchen tippt Eve auf bestimmte Stellen eines Bildschirmes und gewinnt eigentlich fast immer.

Einen Raum weiter hält Daniel Schulz eine öffentliche Informatik-Vorlesung mit 18 Studenten zur Frage: „Mit wie viel Bit lässt sich die Informationsmenge, die in einem Buch mit 500 Seiten je 60 Zeilen je 100 Zeichen steckt, abspeichern?“ Auch das zu lösen, macht offensichtlich allen Spaß.

„Wir wollen künftigen Studenten, aber auch den Brandenburgern zeigen, was wir hier eigentlich machen“, erläutert Hochschul-Sprecherin Heide Traemann die Bedeutung dieses Info- und Festtages. „Es ist ein enorm wichtiger Tag“, sagt Jochen Heinsohn, Dekan und Professor im Studiengang Informatik und Medien.

Parkähnlicher Campus

Die Technische Hochschule Brandenburg bietet 20 Studiengänge an, darunter Maschinenbau, Medizininformatik, Informatik, Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Sie sammeln sich unter den drei Fachbereichen Informatik und Medien zum einen, Technik und Wirtschaft.

Die Hochschule nennt selbst sieben Gründe, dort zu studieren. Dazu zählen danach praxisorientierte Forschung und Lehre mit wissenschaftlichem Anspruch, individuelle Betreuung, parkähnlicher Campus mit guter Anbindung an Berlin und günstige Lebenshaltungskosten in Brandenburg.

Susanna Nowakowski kann das nur unterschreiben. Die 18-Jährige aus Blankenfelde bei Berlin hat ihr Abi mit 1,4 Notendurchschnitt so gut wie schon in der Tasche und möchte sich über den Studiengang Maschinenbau informieren. Später möcht sie in der Entwicklungsabteilung einer Automobilfirma arbeiten. Keine fünf Minuten nach ihrer Ankunft am Campus sitzt sie bereits einer Hochschul-Mitarbeiterin gegenüber.

Schnell an die nötigen Infos zu kommen, gelingt leicht an diesem Tag der aufgeschlossenen Freundlichkeit. Wären da nicht manche Sprachbarrieren. Doch auch die dutzenden Flüchtlinge, die von Halle zu Halle, von Infostand zu Infostand ziehen, können sich mit Sprachmittlern verständigen.

Der 17-jährige Yameen aus Aleppo, der dort eigenen Angaben nach die zwölfte Klasse abgeschlossen hat, liebäugelt mit einem Informatikstudium. Seit März besucht er einen Deutschkurs und lebt im Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Familie in Brandenburg ankamen. Heike Gose, Deutschlehrerin beim VHS Bildungswerk, begleitet ihn und sechs weitere Flüchtlinge. Im Vorfeld war auch eine arabisch sprechende Mitarbeiterin im Wohnheim, um für den Besuch der jungen Flüchtlinge an diesem Tag zu werben. Wie genau ihr Leben weiter gehen wird, steht noch nicht fest. Heike Gose sagt: „Das sind ja alles junge Menschen, die ihre Träume noch nicht abgeschlossen haben.“

Von Marion von Imhoff

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