Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Brandenburg: Kretzschmar tritt zurück ins Glied

Linken-Fraktionschef gibt auf Brandenburg: Kretzschmar tritt zurück ins Glied

Der Fraktionschef der Linken in der SVV der Stadt Brandenburg René Kretzschmar steht bei der Neuwahl des Fraktionsvorsitzenden am Montag nicht mehr zur Verfügung. Er wolle nicht mehr das „personifizierte Feindbild“ sein und halte den Lagerkrieg nicht mehr aus.

Voriger Artikel
Maisdieb erntet hunderte Kilo, Opfer verzichtet auf Anzeige
Nächster Artikel
Kandidat lässt Amtsdirektorenwahl platzen

René Kretzschmar

Quelle: Marion von Imhoff

Brandenburg/H. René Kretzschmar hat die Nase voll. Der Linke, der auch schon mal als Nachrücker einige Zeit im Landtag saß und nun die Fraktion der Linken in der SVV führt, steht künftig nicht mehr als Fraktionschef zur Verfügung. Wenn in der kommenden Woche die Linke eine neue Fraktionsspitze wählt, steht Kretzschmar nicht mehr zur Verfügung, bestätigte er der MAZ. Am Wochenende hatte er über seinen Schritt die Fraktion informiert, die nach dem Abgang des Gartenfreundes noch aus acht Mitgliedern besteht.

„Ich bin das Feindbild!“

Zwei davon, Birgit Patz und Matthias Pietschmann, sind parteilos; die anderen sind Genossen. Für mindestens die Hälfte seiner Fraktion fungiere er als Feindbild, glaubt Kretzschmar. In der Tat fällt die Linke seit geraumer Zeit dadurch auf, dass sie völlig unterschiedlich abstimmt. Meist stehen sich die gleich großen Lager konträr gegenüber. Zu Kretzschmar standen bisher Lutz Krakau, Uta Sändig und Matthias Pietschmann. Gegenwind schlug ihm von Ilona Friedland, Heike Jacobs, Birgit Patz und Heidi Hauffe entgegen. Beim Hauptausschuss am Montag stimmte nun gar Parteichef Lutz Krakau gegen einen Vorschlag von Kretzschmar zum Packhof. „Ich habe mich an so etwas gewöhnt“, meint Kretzschmar bitter. Aber eben das sei „Teil meiner Gemütslage“ und „das muss ich mir auf Dauer nicht geben.“ Wer für Kretzschmar künftig die Fraktion führt, ist offen.

Zeichen des guten Willens

Es sollte jemand „aus dem anderen Lager sein“, sagt René Kretzschmar. Ob er künftig weiter als Hauptausschussvorsitzender fungiere, sei noch offen. Durch den Übertritt des Gartenfreundes zur Büfübü-Fraktion verliert die Linke einen Sitz in dem wichtigen Gremium. In der Partei erwarten viele, dass Heidi Hauffe ihren Hut als Fraktionsvorsitzende in den Ring wirft. Sie war bisher durch Kritik an dem Bündnis der Linken mit der CDU aufgefallen und war deshalb als Kreisgeschäftsführerin von Parteichef Krakau kalt gestellt worden.

Stasi kein Thema mehr

Denkbar wäre innerhalb der Partei aber auch die Wahl von Ilona Friedland. Bisher war man bei den Linken besorgt, dass Friedlands Stasi-Vergangenheit, sollte sie eine herausgehobene Stellung erhalten, die Zusammenarbeit mit der CDU noch stärker belasten könnte. Seit allerdings auch der ebenfalls Stasi-belastete Dirk Stieger der Büfübü-Fraktion vorsteht und das Thema Stasi auch bei der CDU niemanden mehr reizt, gilt Friedland als wählbar. Kretzschmar sieht seinen Rückzug in die zweite Reihe als Angebot an das Lager der Gegner der Rathaus-Kooperation, um wieder zu einer Verständigung und einer „einheitlichen Erscheinung“ zu gelangen.

Von Benno Rougk

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg