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Brandenburg: Kunst und Kirche verärgert

Finanzierung von Jugendhäusern Brandenburg: Kunst und Kirche verärgert

Der neue Entwurf des Brandenburger Jugendförderplans sorgt für Zündstoff. Galerie Sonnensegel, Cafe Contact und Club am Tauerberg haben tausende Euro mehr beantragt, als ihnen die Stadt Brandenburg bewilligen möchte. Matthias Frohl von der Jugend-Kunst-Galerie sieht dringenden Redebedarf mit der Verwaltung und zeigt sich leicht brüskiert.

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Basteln in der Freizeit: Erwachsene und Kinder im Cafe Contact bauen Bilderrahmen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Rund 2,5 Millionen Euro plant die Stadt Brandenburg an Ausgaben für die Jugendförderung für 2016. Das sind 100 000 Euro mehr als 2015. Das Geld fließt in die Finanzierung von Jugendhäusern, Sozialarbeit an Grund-, Förder- und Oberschulen, aber auch in Beratungsstellen wie Tara. Dort erhalten Opfer sexuellen Missbrauchs Hilfe. Ziel ist es, Jugendliche zu fördern. Die Angebote sollen sich besonders an sozial benachteiligte junge Brandenburger oder solche mit Schwierigkeiten in Schule oder Lehre richten, sind aber auch für alle anderen Kinder und Jugendlichen.

Einige der freien Träger der Jugendhilfe erhalten im Planentwurf genau die Summe, die sie beantragt haben. Bei anderen macht sich Sorge breit, weil ihnen bis zu 18 000 Euro weniger bewilligt werden soll als sie es für dringend notwendig halten. Dazu zählen die Galerie Sonnensegel, der Club am Trauerberg der Caritas und das Jugendhaus Cafe Contact.

Evangelischer Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg sieht Problem

Raymund Menzel, Leiter des Café Contacts und der sozialdiakonischen Arbeit im Evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, spricht von einem „10 000-Euro-Problem“, sollte die Stadt ihren Jugendförderplan nicht überarbeiten. Das vom Kirchenkreis betriebene Cafe Contact mit drei festen Mitarbeitern hatte 213 800 Euro beantragt. 198 000 Euro soll es erhalten. Es sind die Personalkosten, bei denen nun eine Lücke klafft von mehr als 10 000 Euro infolge von Tariferhöhungen. Das Jugendhaus auf der Dominsel zählt täglich 20 bis 40 Besucher zwischen elf und 27 Jahren.

Matthias Frohl von der Galerie Sonnensegel ist ebenfalls nicht eben glücklich über den Entwurf des Jugendförderplans. Die Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie am Gotthardtkirchplatz muss mit 17 479 Euro weniger auskommen nach derzeitiger Lage als die Einrichtung beantragt hat. 183 400 Euro sieht das Papier aus dem Hause des Sozialbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Linke) für Sonnensegel vor. Das sind 4600 Euro weniger als 2015 geflossen sind. „Wir werden uns zu Wort melden müssen“, sagt Frohl. „Wir haben die Hoffnung, dass noch Gespräche stattfinden werden. Dass die Kürzungen ohne Vorankündigungen kamen, hat uns überrascht.“ Er hoffe, das die Landesförderung zumindest einen Teil der Lücke ausgleichen werde. Doch bis sich das zeige, würden Monate vergehen.

Brandenburger CDU-Stadtverordnete verteidigt Kürzungen

Für den Club am Trauerberg an der Bauhofstraße soll es 12 000 Euro weniger geben als die Caritas beantragte. Mit 254 300 Euro werden aber 3000 Euro mehr in die Einrichtung laut Plan fließen als 2015. Sechs Sozialarbeiter und Erzieher arbeiten dort. Leiterin Cécile Templin war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Jugendhilfeausschuss hat die weitere Beratung über den Jugendförderplan nach Kritik in den April vertagt. Ausschussvorsitzende Ute Taege (CDU) verteidigt die Kürzungen. „Wir müssen unsere Kreisfreiheit erhalten, um unsere Jugendeinrichtungen weiter selbstbestimmt fördern zu können. Doch dafür müssen wir den Haushalt regulieren. Deswegen können nicht alle beantragten Gelder bewilligt werden.“

Zahlen und Fakten

Der Jugendförderplan der Stadt Brandenburg wird derzeit im Zusammenhang mit dem Haushalt in den politischen Gremien diskutiert. Hier sind einige der Daten:

Die Jugendkulturfabrik im Haus der Offiziere soll danach 217 000 Euro erhalten. Mit 560 Euro nur geringfügig mehr hatte die Einrichtung beantragt. Der Kinder- und Jugendclub Kiju in Hohenstücken erhält 210 000 Euro. 300 Euro mehr als beantragt.

Das Freizeitangebot in der Havelschule soll 322 704 Euro erhalten. Für Tara, Hilfe für Opfer von Gewalt und Missbrauch, sollen 55 000 Euro bereitgestellt werden.

 

Von Marion von Imhoff

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