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Brandenburg: Stadtmuseum macht dicht

Kriselnde Kultureinrichtung Brandenburg: Stadtmuseum macht dicht

Das Brandenburger Stadtmuseum ist in der Dauerkrise. Jetzt soll eine Schließung ab Februar bis mindestens 2017 zu einer Neuausrichtung des Hauses führen. Damit zieht die Stadtverwaltung die Notbremse für das am schlechtesten besuchte Museum der Havelstadt. Offen ist, wie es für die Leiterin Desirée Baur weitergeht. Ihre Stelle läuft im Februar nach zwei Jahren aus.

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Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Udo Geiseler.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Das in der Dauerkrise steckende Stadtmuseum in der Ritterstraße macht ab Februar 2016 für mindestens ein Jahr dicht. Vor 2017 wird es dort keine Dauerausstellung mehr geben, bestätigte Kulturbeigeordneter Wolfgang Erlebach (Die Linke). Das Museum ist das weit am schlechtesten besuchte in der Stadt. An normalen Tagen verirren sich nur ein Dutzend Besucher dorthin.

Udo Geiseler, SPD-Stadtverordneter und Chef des Kulturausschusses, hält die Schließung für wichtig, um das Museum konzeptionell zu modernisieren. Er warnt aber vor einem dauerhaften Aus der Kultureinrichtung.

Schließung sei „wichtig“

Die Stelle der Museumsleiterin Desirée Baur läuft nach zwei Jahren im Februar aus. Es ist nach der breiten Kritik an der Historikerin wenig wahrscheinlich, dass ihr Vertrag verlängert wird. Geiseler sagte dazu: „Ich sehe, dass wir mit dem Museum relativ wenig weit gekommen sind in den letzten beiden Jahren“. Er werde jedoch dafür kämpfen, dass die Position dennoch nicht unbesetzt bleibt: „Wir haben eine solche Museumsleitung im bestätigten Stellenplan und ich werde keinem Antrag zustimmen, der die Stelle einsparen möchte. Wir brauchen eine qualifizierte Persönlichkeit, die das Museum inhaltlich voranbringt, auch während der Zeit, in der es geschlossen ist.“

Auf keinen Fall dürfe das Stadtmuseum „ein Verschiebebahnhof“ für Sparpläne werden. „Ich denke, dass das Museum vermisst wird. Die Wette halte ich.“

150 000 Euro für die Neuaufstellung

Konzeptionell soll das Stadtmuseum künftig nicht nur die Geschicke der mehr als 1000-jährigen Stadt Brandenburg aufnehmen. Geiseler spricht von einem „Stadt- und Regionalmuseum, das auch das Westhavelland als Thema aufgreifen könnte“. Hintergrund dieser thematischen Ausweitung ist ein finanzieller: Nach Angaben des Kulturbeigeordneten Erlebach ist ein überregionaler Bezug über die reine Stadtgeschichte hinaus wichtig, um Landesförderung zu erhalten. Dafür sei ein solcher „Spagat“ nötig. Die von der Stadt eingeplanten 150 000 Euro für die Neuaufstellung des Museums gelten unbestritten als nicht ausreichend. Nach der Beendigung der erfolgreichen Kunstschau „stattbekannt“ am 31. Januar soll zunächst die Elektrik des Museums modernisiert werden.

Während des kommenden Jahres plant die Stadt in Nebengebäuden des Museums kurzzeitige Ausstellungen. So soll nach Angaben des städtischen Kulturmanagers Tim Freudenberg eine Wanderausstellung über Anne Frank möglicherweise im Mai oder Juni für sechs bis acht Wochen gezeigt werden. Die Ausstellung ist vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin entwickelt worden. Möglicherweise werde sie aber, sollte es gelingen, sie für Brandenburg zu buchen, in der Johanniskirche präsentiert, so Freudenberg.

Anne Frank schrieb von 1942 bis 1944 ein weltberühmtes Tagebuch in einem Amsterdamer Hinterhaus, wo sich sie mit ihren Familie vor den deutschen Truppen versteckte. Sie starb im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Hannover.

Von Marion von Imhoff

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