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Brandenburg/Havel Zum Schwofen in den „Alten Roland“: Harry Beck erinnert sich an das legendäre Tanzlokal
Lokales Brandenburg/Havel Zum Schwofen in den „Alten Roland“: Harry Beck erinnert sich an das legendäre Tanzlokal
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11:41 17.04.2019
Die HO Gaststätte "Zum Roland" befand sich auf dem Molkenmarkt in Brandenburg an der Havel, hier ein Blick in den Tanzsaal auf einer Ansichtskarte von 1965. Quelle: Repro: Sammlung Hesse
Brandenburg/H

Immer donnerstags ab zehn Uhr abends war im „Alten Roland“ für anderthalb Stunden Witwenball. „Zumindest haben wir immer so dazu gesagt, gemeint war aber eigentlich Damenwahl“, sagt Harry Beck. In seinen Jugendjahren war der heute 78-jährige Brandenburger regelmäßig Stammgast in dieser Institution am Molkenmarkt, die nach langem Leerstand und fortschreitendem Verfall jetzt endlich saniert wird. Und Grund für die MAZ nachzufragen, wer seine alten Bilder oder schönen Erinnerungen mit anderen Lesern teilen möchte.

Harry Beck hat immer noch ein Lächeln im Gesicht, wenn er an die Zeit im „Alten Roland“ denkt. „Wir waren eine gute Truppe von Kumpels, die regelmäßig zusammen zum Schwofen ausgegangen sind.“

Die HO Gaststätte „Zum Roland“ befand sich auf dem Molkenmarkt in Brandenburg an der Havel. Fast 30 Jahre Leerstand haben dem Gebäude zugesetzt. Bauarbeiter haben jetzt die Sanierung der Immobilie begonnen.

Die ersten Schritte ins Brandenburger Nachtleben der Fünfziger Jahre haben die meisten Jugendlichen im „Klubhaus Philipp Müller“ gemacht. „Da ging es auch für mich los“, erinnert sich Beck. Allerdings dauerten dort die Tanzveranstaltungen nicht so lange und deshalb ist er mit seiner Freundesgruppe dann bald in den „Alten Roland“ gewechselt.

Strategie zum Spendieren

An einige Geschäftsführer kann er sich noch erinnern. „Hans Schulz, Arno Vogel und Robert Metz waren nacheinander dort als Objektleiter tätig.“ Zu Arno Vogel hatten Beck und seine Freunde den besten Draht. „Ich habe bei der BSG Aufbau Brandenburg Fußball gespielt und wenn wir von einem Auswärtsspiel zurückgekommen sind, war für uns im Roland der größte Tisch reserviert.“

Über das Tanzparkett im "Alten Roland" ist Harry Beck besonders gerne geschwoft. Quelle: Christine Lummert

Zum guten Stammkunden musste sich Beck aber erst einmal hocharbeiten„Wir waren ja anfangs alle noch Lehrlinge, ich auf der Thälmann-Werft als Schiffsschlosser, und hatten nicht viel Geld zur Verfügung.“ Deswegen haben sich die jungen Herren gerne mal einladen lassen. „Wir waren alle gute Tänzer und da haben wir uns, nach einem kleinen Hinweis an die jeweilige Partnerin, auch mal was spendieren lassen.“ Besonders beliebt waren die Friseurinnen. „Die haben von ihren Kunden schließlich Trinkgeld bekommen.“

Live-Musik und Krawattenzwang

Seine Frau Ute hat Harry Beck ebenfalls im „Alten Roland“ kennengelernt. Friseurin war sie allerdings nicht. „Im März 1959, also genau vor 60 Jahren sind wir uns dort zum ersten Mal begegnet“, sagt Beck. Sie stammte aus Neuruppin und war für die Ausbildung zur Krankenschwester nach Brandenburg gekommen. Geheiratet haben die beiden im Juli 1960. „Meine Frau ist aber schon 1991 verstorben.“

Die Bebauung des Molkenmarktes in Brandenburg an der Havel mit der Post (ehemals Schultheiß) und der HO Gaststätte "Zum Roland" (siehe Fassade) auf einer Ansichtskarte von 1976. Im Vordergrund der Brunnen am Neustädtischen Markt. Quelle: Repro: Sammlung Hesse

Verliebt getanzt wurden im „Roland“ nur zu Live-Musik. „Es haben immer Tanzkapellen gespielt“, sagt Beck und kann noch ein paar Namen aufzählen. „Es gab zum Beispiel die Kapelle Haberland, das Dob Quintett oder die Toledos.“ Und am Einlass zum „Alten Roland“ stand ein gewisser Herr Laube. „Ein richtiger Türsteher war der mit seiner kleinen Statur zwar nicht, aber er hat darauf geachtet, dass alle einen Schlips trugen.“

Auseinandertanzen nicht gestattet

Im alten Roland herrschte nicht nur Krawattenzwang. Auf dem Weg zum Saal gingen die Gäste an einem Schild vorbei auf dem stand: „Auseinandertanzen nicht gestattet.“ „Zu meiner Zeit, als Boogie-Woogie und Rock ’n’ Roll der große Hit waren, war das nicht mehr durchzuhalten.“ Aber immerhin wurde noch, passend zum Schlips, im Anzug das Tanzbein geschwungen. „Die meisten hatten zwar nur einen Anzug, ich eingeschlossen, aber der wurde gepflegt und niemand hat etwas gesagt, wenn man immer das gleiche trug.“

Von Christine Lummert

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