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Vater soll Säugling erstickt haben

Familientragödie in Brandenburg an der Havel Vater soll Säugling erstickt haben

In Brandenburg an der Havel hat sich in der Nacht zu Freitag eine Familientragödie abgespielt. Ein Vater (24) wird verdächtigt, sein schreiendes Baby, ein zwei Monate alter Junge, erstickt zu haben. Seine erschütternde Begründung: Er sei überfordert gewesen. Staatsanwaltschaft und Polizei haben nun die Ermittlungen übernommen. Der Mann sitzt in U-Haft.

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Quelle: Christian Griebel

Brandenburg an der Havel. Eine Familientragödie hat sich in der Nacht zu Freitag in Brandenburg an der Havel abgespielt. Der zwei Monate alte Calvin L. ist offenbar an einer Gewalteinwirkung seines Vaters gestorben. Der 24-jährige Vater soll nach MAZ-Informationen dem weinenden Baby Mund und Nase zugehalten haben. Er sitzt seit Freitagabend in U-Haft in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg.

Gegenüber der Polizei sagte der Mann, er habe vergeblich versucht, den schreienden Säugling zu beruhigen. Offenbar kam es dann zu der Kurzschlussreaktion. Noch um 13 Uhr dauerten die Vernehmungen der Eltern an. Das teilte Christoph Lange, Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, mit.

Vater war mit der Situation überfordert

Noch in der Nacht war der 24-Jährige vorläufig festgenommen worden sein. Er war zum Tatzeitpunkt nach ersten Informationen nüchtern und hatte selbst den Rettungsarzt gerufen. Dem Notarzt gelang es nicht mehr, das Kind zu reanimieren. Die Mutter musste von einem Seelsorger betreut werden.

Passiert sein soll die Tat etwa um 2.40 Uhr in der Flämingstraße im Brandenburger Stadtteil Nord – in einer ganz normalen Familie, wie es aus Polizeikreisen heißt. Als das Baby zu weinen begann, soll die Mutter geschlafen haben. Daraufhin stand der Vater auf und wollte das Baby versorgen. Er sagte später der Polizei, er sei mit der Situation überfordert gewesen.

Mutter hat geschlafen, als das Baby weinte

Das Baby werde nun obduziert, so die Staatsanwaltschaft. „Es ist erst ein paar Stunden her, die rechtliche Bewertung hängt von dem ab, wie sich der Vater in der Vernehmung einlässt“, sprich von dessen Aussage, sagte Lange.

Noch um 14 Uhr waren Kriminaltechniker in der versiegelten Wohnung, vor deren Tür Sandkasten-Spielzeug, ein Fußball und ein Kinderfahrradhelm liegen. Die Sachen gehören dem sechsjährigen Bruder des getöteten Babys. Der Erstklässler stammt aus einer früheren Beziehung der Mutter. Im Treppenhaus steht noch Calvins Kinderwagen.

Der Fall ähnelt dem tragischen Tod eines Babys 2012 in Lauchhammer. Das Landgericht Cottbus hat in diesem Fall am Freitag die Mutter wegen Tötung ihres drei Monate alten Babys zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Mutter von zwei weiteren Kindern hatte im Sommer 2012 ihr Baby auf den Boden geworfen und getreten. Das Mädchen starb an den Kopfverletzungen. Das Gericht verurteilte die Frau jetzt wegen Totschlags und ging über die Forderung der Staatsanwaltschaft noch hinaus. Diese hatte für vier Jahre Haft plädiert, die Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe.

Von Marion von Imhoff

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