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Mann verprügelt Mädchen im Schwimmbad

Brandenburg an der Havel Mann verprügelt Mädchen im Schwimmbad

Unfassbarer Vorfall in einem Schwimmbad in Brandenburg an der Havel – ein 54-jähriger Mann soll dort auf ein sechsjähriges Mädchen eingeprügelt haben. Aus Ärger darüber, dass das Mädchen seine Schwimmbahn gekreuzt hat. Das allein ist schon schlimm genug. Doch die Geschichte geht unfassbar weiter.

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Schwimmer im Brandenburger Marienbad.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Marienbadgäste erheben schwere Vorwürfe gegen einen Schwimmer, der ihre sechsjährige Tochter geschlagen habe, als sie ihm auf der 50-Meter-Bahn in die Quere kam. Der Bademeister habe dem verletzten Kind die Schuld gegeben. Die „Prügelattacke“ geschah am Sonntag während der „Hits-for-Kids-Kindergeburtstagsparty“. Die Polizei ermittelt.

Was Augenzeugin Ina von Sohl schildert klingt unglaublich. Wie so oft ist ihre Familie am Sonntag Gast des Marienbades. Die sechsjährige Ida trainiert dort alle 14 Tage, denn sie ist eine kleine Leistungsschwimmerin, die sich auf ihre Wettkämpfe vorbereitet.

Mädchen will zur Mutter schwimmen und kreuzt Bahn des Mannes

Am Sonntag genießt die Kleine die „Hits-for-Kids-Kindergeburtstagsparty“, geht aber auch ins Freie, um ein paar Bahnen im 50-Meter-Becken im Bruststil zu schwimmen. Dort kollidiert sie etwa um 14.45 Uhr mit dem 54 Jahre alten Dirk M., der ihr rückenschwimmend entgegenkommt. Das Mädchen wollte in dem Moment gerade zu seiner Mutter an den Beckenrand schwimmen.

Personal weigert sich zunächst, zu helfen

Die Mutter berichtet, was sie selbst gesehen und gehört hat: „Dieser Mann beschimpfte meine Tochter und fing an, auf sie einzuschlagen. Andere Schwimmer haben dies mitbekommen und ihm zugerufen, er solle aufhören, das Kind zu schlagen. Ich bin hinter ihm her geschwommen und wollte ihn zur Rede stellen. Daraufhin stieß er mich weg, bei einem weiteren Versuch trat er mich im Wasser auf die Seite.“ In dieser Situation hätten Ina und ihr Mann Boris von Sohl Hilfe vom Personal erwartet. Doch das Gegenteil sei eingetreten. Ein Rettungsschwimmer habe zwei ältere Bademeister hinzugezogen, schildert die Mutter das weitere Geschehen. Der eine habe ihr zugerufen, dass ihr Kind schuld sei und er nichts machen könne. Auch sein Kollege habe sich für machtlos erklärt.

Einer der Schwimmmeister habe sich „vehement geweigert“ zu helfen mit der Begründung, dass er den aggressiven Schwimmer als Stammgast kenne und sich der Vorfall doch anders „regeln lasse“.

Als mit Klage gedroht wird, ruft das Personal die Polizei

Erst nach mehrfacher Aufforderung und der Drohung mit einer Anzeige gegen das Marienbad, hat Ina von Sohl Erfolg. Dirk M. hat bereits den Badebereich verlassen, als das Personal die Polizei ruft und die Mutter Strafanzeige wegen Körperverletzung erstatten kann.

Ina von Sohl hat das Glück, dass eine Zeugin ihre Version bei der Polizei bestätigt. Diese Frau habe gerufen: „Der hat das Kind geschlagen“, und versichert, dass sie eine solche Brutalität noch nicht gesehen habe. Die Familie des Mädchen bittet nun weitere Zeugen, sich bei der Polizei zu melden. Insbesondere eine Rettungsschwimmerin, die mitleidig schaute, habe den Ablauf genau verfolgt. Aber sicher hätten noch mehr Anwesende den Tumult mitbekommen.

Die sechsjährige trägt nach der Attacke Schürfwunden davon

Die kleine Ida hat nach dem Angriff geweint. Ihr Oberarm war nach dem Angriff „feuerrot“, sie trug eine kleine Schürfwunde davon. Ihr Ellbogen schmerzte noch Tage danach. Ein Arzt hat sie noch am Sonntag untersucht.

Ina von Sohl hofft in ihrem Brief, den sie an den Betriebsleiter, das Büro der Oberbürgermeisterin und den Badbetreiber geschrieben hat, auf Unterstützung und äußert sich zutiefst erschüttert darüber, „dass Mitarbeiter des Marienbades Gewalt gegen Kinder hinnehmen und gutheißen, dass sie jeglich Hilfe verweigerten und dem Täter indirekt Hilfeleistung gaben“.

Familie des Mädchens will nun auch die Bademeister anzeigen

Die Familie aus Halle mit starkem Familienbezug zu Brandenburg wird voraussichtlich noch Anzeigen wegen Körperverletzung erstatten gegen den Schwimmer, weil er auch die Mutter gestoßen und getreten habe, sowie gegen die Bademeister wegen deren mutmaßlichen Fehlverhaltens.

Wegen des Verhaltens der Bademeisters fragte die MAZ bei Marienbad-Betriebsleiter Fred Ostermann, in der Stadtverwaltung und bei der Münchener Betreibergesellschaft GMF nach. Bis zum Redaktionsschluss am Donnerstag äußerte sich aber niemand darüber, was bekannt ist von dem Sachverhalt und wie sie insbesondere die Schilderung über das Verhalten der Bademeister bewerten, welche Konsequenzen eventuell aus dem Vorfall gezogen werden.

Polizei sucht Zeugen des Vorfalls

Unbeantwortet blieb auch die Frage nach den Erfahrungen mit Aggressionen im Schwimmbad. Andere regelmäßige Nutzer, dass körperliche Übergriffe von Schwimmern, die sich gestört fühlen, nicht unüblich seien.

Die Polizei ermittelt zum Vorwurf der Körperverletzung. Ohne ins Detail zu gehen, teilt ihr Sprechers Oliver Bergholz mit, dass der beschuldigte Mann den Sachverhalt anders darstelle.

Information: Zeugen des Vorfalls am 5. Juni gegen 15 Uhr im Marienbad sollten sich bei der Polizei melden, Telefon 0 33 81 / 56 00.

Von Jürgen Lauterbach

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