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Brandenburg/Havel Verurteilter Totschläger bei Bramm-Pegida
Lokales Brandenburg/Havel Verurteilter Totschläger bei Bramm-Pegida
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08:39 28.01.2015
Sascha L., der im Jahr 1996 Sven Beuter totgetreten hat, senkt den Arm nach seinem Nazigruß. Quelle: Presseservice Rathenow
Brandenburg an der Havel

Eines ist deutlich geworden beim Aufmarsch der Gruppe, die sich Bramm-Pegida nennt: Aus der Mitte der Gesellschaft kommen viele der rund 170 Teilnehmer nicht, die am Montagabend vom Neustadt Markt zum Trauerberg gezogen sind. „Vom rechten Rand von außerhalb“, fasste Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) ihren Eindruck zusammen. Szenekundige Beamte hätten unter den Teilnehmern Personen festgestellt, die der rechtsextremen Szene aus Westbrandenburg zuzuordnen sind, bestätigte gestern Polizeisprecher Heiko Schmidt.

Aus mehreren zuverlässigen Quellen war zu erfahren, dass Rechtsextreme einen beträchtlichen Teil der Demonstranten ausmachten. Geschätzt wird deren Zahl auf etwa 50. Größere Gruppen von Neonazis sollen dabei aus der Stadt Brandenburg an der Havel, dem Havelland, Potsdam, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Ostprignitz-Ruppin kommen.

Außer den Republikanern um Landeschef Heiko Müller, marschierten mehrere NPD-Würdenträger mit, darunter der Rathenower Kreistagsabgeordnete und Stadtverordnete Michel Müller sowie die Bad Belziger Stadtverordneten André Schär und Pascal Stolle. Einer der Ordner wird den „Freien Kräfte Brandenburg/Havel“ zugeordnet.

Fortsetzung am nächsten Montag

Die Polizei ist „mit dem friedlichen Verlauf der beiden angemeldeten Versammlungen“ und dem einhergehenden Polizeieinsatz zufrieden.
Die überparteiliche Koordinierungsgruppe für Demokratie und Toleranz in der Stadt Brandenburg trifft sich am Mittwoch, um über die von den Republikanern angemeldete „Bramm-Pegida“-Demo am 2. Februar zu beraten. Bisher gilt, dass sie mit deren Unterstützern ins Gespräch kommen will.
Die Dresdener Pegida-Bewegung distanziert sich von „Bramm-Pegida“.

Die Brandenburger AfD-Stadtverordneten, die sich von „Bramm-Pegida“ distanziert hatten, blieben dem Protest fern. Dagegen nahm Norman Wollenzien teil. Er ist im Vorstand der AfD Havelland und hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift: „Antirassismus, Weltoffenheit, Vielfalt sind Kennwörter für weißen Genozid – Europa den Europäern“.

Nach unbestätigten, aber gesicherten Informationen ermittelt die Polizei gegen Sascha L. (39), der aus Damsdorf stammt und in Berlin leben soll. Er hatte während der Demonstration den rechten Arm zum „Kühnengruß“, einer Abwandlung des verbotenen Hitlergrußes, erhoben, benannt nach Michael Kühnen, einem 1991 an Aids gestorbenen Anführer der Neonazibewegung in der alten BRD.

Sascha L. hatte am 15. Februar 1996 den Brandenburger Punk Sven Beuter (23) totgeschlagen und daher eine siebeneinhalbjährige Haftstrafe wegen Totschlags verbüßt. Noch immer posiert er auf Facebook in Polizeiuniform.

Von Jürgen Lauterbach

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