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Brandenburg rudert der Konkurrenz davon

Zuschlag für Europameisterschaft 2016 Brandenburg rudert der Konkurrenz davon

Seit September wirbelte ein zwölfköpfiges Vorbereitungsteam, um den Aktenordner für die Ausschreibung der Ruder-EM 2016 ansprechend zu gestalten. Es hat sich gelohnt: Am Sonnabend erhielt die Stadt Brandenburg den Zuschlag. Vom 6. bis 8. Mai 2016 wird die Europameisterschaft auf der Havel ausgerudert.

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Die Ruder-EM 2016 findet in Brandenburg statt.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Vergabe war gestern, jetzt beginnt die Vorbereitung – auch wenn die Europameisterschaft erst vom 6. bis 8. Mai 2016 ausgerudert wird.

Kaum aus Belgrad zurück, wo am Samstagabend am Rande der jüngsten EM der Weltverband Fisa einstimmig für Brandenburg an der Havel votiert hatte, machte sich Hartmut Duif am Montag schon an der Naturregattastrecke auf dem Beetzsee an die Vorbereitungsarbeit. „Jetzt müssen wir das abarbeiten, was wir auf den 230 Seiten Bewerbungsschrift versprochen haben“, sagt der Präsident des Landesruderverbandes.

Seit vorigem September wirbelte sein zwölfköpfiges Vorbereitungsteam, um den Aktenordner optisch ansprechend zu gestalten und in reinem Vertrags-Englisch zusammenzustellen. Wichtiger als die Form war noch der Inhalt: So muss beispielsweise die Wasserqualität nachgewiesen sein oder die Wetterdaten mit Niederschlag und Wind für die vergangenen fünf Jahre. Die Veranstalter müssen sich sogar verpflichten, mindestens 20 Mobilfunk-SIM-Karten für die Fisa-Offiziellen bereitzustellen, damit diese nicht auf eigene Kosten telefonieren müssen. Neben Themenkomplexen wie Sport- und Rahmenprogramm, Budgets, Unterkünfte sind beispielsweise auch Anforderungen an den Transport penibel geregelt: Keine Shuttle-Fahrt zwischen Wettkampfstätte und Hotel darf länger als eine Stunde dauern, bei mehr als 30 Minuten Fahrtdauer ist Klimaanlage Pflicht... Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

Eigentlich haben die Brandenburger Regattenausrichter – egal, ob im Rudern oder im Kanusport – Routine im Bewerbungsschreiben, schließlich haben sie auch genügend Großereignisse auf den Beetzsee geholt. „Doch die Wünsche der Weltverbände ändern sich auch über die Jahre.“ Die Mühen von Duif und seinem Team haben sich gelohnt. Und Lob kommt von hoher Stelle: „Wir haben uns mit Brandenburg an der Havel beworben, weil Stadt und Land verlässliche Partner sind“, sagt der Chef des Deutschen Ruderverbandes Siegfried Kaidel. „Der Beetzsee ist eine hervorragende Wettkampfstätte und der Havel-Regatta-Verein ein erfahrener Ausrichter.“ Zudem habe die Stadt noch in Belgrad die Ausrichtervereinbarung mit dem European Rowing Management Board und dem Weltruderverband Fisa unterschrieben.

Immerhin 670000 Euro umfasst Duifs vorläufiges Budget – Bund, Land und Stadt beteiligen sich an den Kosten, rund 120000 Euro müssen noch über Sponsoring beschafft werden. „Auch Sachleistungen sind willkommen, beispielsweise Getränke oder Kraftstoff.“

Gegen München, Köln, Szeged (Ungarn) und Moskau (Russland) hat sich die Havelstadt durchgesetzt. Besser gesagt, die anderen blieben wegen Geldnot auf der Strecke, Brandenburg war einziger Finalist. Wie groß die Wertschätzung ist, hat Duif bereits in der serbischen Hauptstadt erfahren. Dort hat der britische Nationaltrainer – ein früherer DDR-Ruder-Coach – ihm versprochen: „Sobald ihr den Zuschlag habt, melden wir uns an. Nicht nur, weil es der erste große internationale Test im Olympiajahr ist.“

Und auf einen anderen Fakt sind alle Mitstreiter an der Regattastrecke stolz. In diesem Jahr wird es vom 10. bis 13. Juli die Kanu-EM geben. Da sind selbstverständlich Ruderfunktionäre im Organisationsteam, in zwei Jahren ist es umgekehrt – wie seit langem.

Von André Wirsing

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