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Brandenburg braucht viel mehr Pflegekräfte

Dossier des Gesundheitsministeriums Brandenburg braucht viel mehr Pflegekräfte

Das Gesundheitsministerium hat in den vergangenen zehn Jahren in Brandenburg/Havel registriert, dass die Zahl pflegebedürftiger Bürger stetig gestiegen ist: um mehr als 50 Prozent in zehn Jahren. Bis zum Jahr 2040 ist mit zusätzlich tausend pflegebedürftigen Stadtbürgern zu rechnen. Im Landesvergleich fällt die Steigerung in der Stadt noch relativ moderat aus.

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Pfleger Mike Krusche bei der Körperpflege in einem Wohnbereich des Clara-Zetkin-Seniorenzentrums.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Das Gesundheitsministerium hat in den vergangenen zehn Jahren in Brandenburg/Havel registriert, dass die Zahl pflegebedürftiger Bürger stetig gestiegen ist: um mehr als 50 Prozent in zehn Jahren. Bis zum Jahr 2040 rechnet die Landesregierung mit zusätzlich tausend pflegebedürftigen Stadtbürgern. Verglichen mit anderen Landesteilen fällt die Steigerung in der Stadt Brandenburg noch relativ moderat aus.

In sogenannten Pflegedossiers hat das Gesundheitsministerium die Besonderheiten der Pflegesituation in allen kreisfreien Städten und Landkreisen beleuchtet und die Ergebnisse auf seiner Internetseite veröffentlicht. Der abgebildete Stand ist nicht ganz aktuell, er reicht bis 2013 zurück.

Aktuelle Zahlen will das Ministerium von Diana Golze (Linke) im Laufe des Jahres publizieren. Die Daten und Fakten zur Pflege sollen eine Grundlage bilden für die Altenhilfe- und Pflegestrukturpolitik in den Städten und Kreisen.

Zwischen den Jahren 2003 und 2013 stieg die Zahl pflegebedürftiger Menschen den Angaben zufolge von 1600 auf mehr als 2500. Davon sind mehr als 1600 Frauen. Mit einem Anteil pflegebedürftiger Bürger an der Gesamtbevölkerung lag Brandenburg/Havel mit 3,5 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 4,2 Prozent.

Das Risiko der Pflegebedürftigkeit nimmt mit dem 70. Lebensjahr deutlich zu und steigt in den höheren Altersgruppen dynamisch an. Immerhin benötigt aber jeder dritte Bürger, der älter als 90 Jahre ist, keine Pflege. In der Gruppe der 85- bis 90-Jährigen können sogar zwei Drittel der Brandenburger ihr Leben ohne Leistungen der Pflegeversicherung gestalten.

Das Ministerium kommt aufgrund amtlicher statistischer Erhebungen und eigener Berechnungen zu der Prognose, dass sich der Bevölkerungsrückgang in Brandenburg/Havel weiter fortsetzen wird. Der Anteil der mehr als 80-Jährigen steigt, während das Potenzial an Erwerbstätigen in der Stadt bis zum Jahr 2040 um rund 25 Prozent schrumpfen dürfte.

Nach den Erkenntnissen des Ministeriums haben die ambulanten Dienste eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung bei der pflegerischen Versorgung. Der Anteil der ambulanten Sachleistungsempfänger liegt in der kreisfreien Stadt klar über dem Landesdurchschnitt.

Die Versorgung in Brandenburg an der Havel ist somit von einer Pflege in den eigenen vier Wänden geprägt. Im Jahr 2013 nahmen 75,8 Prozent der pflegebedürftigen Bürger Pflegegeldleistungen, ambulante Sachleistungen oder Leistungen der Kurzzeitpflege 3 in Anspruch. Die ambulanten Dienste haben im Vergleich zu den stationären Einrichtungen einen hohen Stellenwert.Mehr als die Hälfte der Einwohner mit Pflegestufe 3 und deutlich über 50 Prozent der Alten (über 80) und Hochbetagten (über 90) werden in der Stadt ambulant versorgt, heißt es im Pflegedossier.

Die Aussage, dass die ambulanten Dienste in der Stadt eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung haben, wertet der Sozialbeigeordnete Wolfgang Erlebach (Linke) als bemerkenswert. Dies sei ein Indiz dafür, dass die seit den frühen 90er Jahren konsequent verfolgte Strategie „ambulant vor stationär“ erfolgreich war.

Den ambulanten Pflegediensten in der Stadt ist es den Angaben zufolge bisher gelungen, der wachsenden Nachfrage nachzukommen. Trotz Fachkräftemangels hätten sie sogar Betriebsgründungen auf den Weg gebracht. Ähnliches gelte für die stationäre Versorgung in Brandenburg/Havel. Am stärksten gestiegen sei die Anzahl der Plätze für stationäre Dauerpflege. Die Auslastung dieser Plätze habe seit 2005 stets über 95 Prozent gelegen.

Das Ende der Fahnenstange ist längst nicht erreicht. Bis 2040 erwarten die Gesundheitsstatistiker für Brandenburg/Havel mehr als 3500 pflegebedürftige Bürger und somit eine erneute Steigerung um etwa tausend Menschen, was einem zusätzlichen Bedarf von fast 650 Pflegekräften bedeutet – die „wichtigste Herausforderung ist aber in unserer Stadt“, meint Erlebach.

Die Kosten der Hilfe zur Pflege sind in den vergangenen Jahren in Brandenburg/Havel stark gestiegen, weil es so viel mehr Hilfeempfänger gibt als vormals. Das Ministerium registriert an dieser Stelle eine Verdoppelung in der stationären Versorgung. Die Pflegekosten werden in den nächsten Jahren steigen. Schon im Jahr 2020 dürften sie in Brandenburg/Havel bei mehr als drei Millionen Euro im Jahr liegen – mit weiter steigender Tendenz.

Von Jürgen Lauterbach

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