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Brandenburg lacht den Tod weg

Comedy im Theater Brandenburg lacht den Tod weg

Der Tod persönlich ist im Brandenburger Theater aufgetreten. Dass er die Stadt besonders mag, ist vielleicht etwas beunruhigend. Auf jeden Fall ist der Saal voll. Die Havelstädter wollen den Leibhaftigen sehen.

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Sein Gesicht zeigt der Comedian, der den Tod spielt, nie.

Brandenburg/H. Samstagabend im Brandenburger Theater. Der Saal ist voll, um den Leibhaftigen persönlich zu sehen. Der kommt mit dem Zug, die Fahrt war langweilig, aber die Stadt gefällt ihm irgendwie. „Straßen wie ausgestorben, der Hund begraben, Totenstille – ich mag Brandenburg!“

Die Lacher sind dem Tod in seiner zweieinhalbstündigen Show sicher. Der Abend beginnt mit dem „blühenden Leben“: einem schrill-bunten Blumenmädchen, das das Publikum zum Mitmachen animiert – bis es schließlich vom Tod persönlich erlöst wird.

Seine Identität ist streng geheim

„Es heißt, nur die Besten sterben jung. Ist man da nicht beleidigt, wenn man noch da ist?“ Der Tod, gespielt von einem Comedian, der seine Identität streng geheim hält und nie sein Gesicht zeigt, ist in seinem Element. Sein Gesicht ist unter einer langen Kapuze verborgen. Wer in dem Kostüm steckt, bleibt den ganzen Abend ein Geheimnis. Aber das macht nichts, denn was er will und was er tut, weiß hier sowieso jeder.

Der rote Faden durchs schwarzhumorige Programm ist indes die vom Tod höchst selbst erdachte Imagekampagne: Er möchte endlich etwas gegen seinen schlechten Ruf tun. Um zu zeigen, dass Tod auch Erlösung sein kann, dilettiert er auf einer Blockflöte. Er will helfen, Ängste abzubauen. Aus seiner Kutte zieht der Sensenmann nicht nur einen Bausatz, die „Sense to go“ (todschick, sehr schnittig), sondern auch einen Bund roter Knollen und wedelt damit ins Publikum: „So sehen Radieschen von unten aus.“

Das Jenseits liegt in der Lausitz

Dass selbst der verbissenste Vegetarier nur ungern ins Gras beißt, lernen die Brandenburger am Samstag ebenso wie den interessanten Fakt, dass das Jenseits in der Lausitz liegt. Das Publikum grölt. Was der Meister dem Publikum wohl erzählt, wenn er in der Cottbusser Stadthalle spielt?

Im Übrigen warten im Jenseits ein Schlecker, Quelle, Karstadt und jede Menge gute Laune – alles gar nicht so schlimm also. Und einen Flughafen habe man dank der Hauptstadt jetzt auch zur Verfügung: „Von mir aus kann der morgen eröffnen – ich finde Brandschutz sowieso völlig überbewertet.“

Im zweiten Teil dürfen zwei Zuschauer auf die Bühne, die vom Chef zu einem Lebenszeit-Quiz gebeten werden. Sie gewinnen: jeweils eine Woche mehr auf Erden. „Ich sage aber nicht, wann die beginnt! Wenn es dann irgendwann soweit ist, wisst ihr, dass es ohne den heutigen Abend schon eine Woche früher soweit gewesen wäre.“

Comedian tritt auch in Hospizen auf

Mit seinem Programm tritt der Tod auch auf Friedhöfen auf, in Krankenhäusern und Hospizen – vor Menschen, die wissen, dass ihr Leben bald endet. Er habe dort nur gute Erfahrungen gemacht, sagt der Tod zum Ende hin ganz im Ernst. In derlei Einrichtungen herrsche manchmal eine depressive Stimmung, weil Freunde und Verwandte den Sterbenden die ganze Zeit erzählen, wie traurig sie sind – dabei würden viele ihre letzten Tage doch viel lieber fröhlich verbringen. „Es ist paradox: Da muss erst der Tod vorbeikommen, damit es mal lustig wird.“

Spaß hat definitiv auch das Publikum im BT. Wirklich erstaunlich ist, wie viele Wortspiele die deutsche Sprache dem Tod bietet. Nach einer Diaschau mit skurrilen, aber echten Grabsteininschriften und diversen Tanzeinlagen des Todes mit seiner stummen Assistentin „Exitussi“ ist Schluss. Jedoch nicht ohne den Hinweis des Chefs, dass man sich ja im Leben immer zweimal begegnet. Also einmal noch hat er für jeden von uns einen Termin reserviert. Die Frage, wann das sein wird, bleibt am Samstag aber natürlich offen.

Von Philip Rißling

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