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Brandenburg springt für Kloster Lehnin ein

Nach dem Autobahn-Tod von zwei Feuerwehrleuten Brandenburg springt für Kloster Lehnin ein

Die Berufsfeuerwehr aus Brandenburg übernimmt vorübergehend die Autobahnabschnitte der freiwilligen Feuerwehren aus Kloster Lehnin und Golzow. Darüber haben sich der Landkreis und die Havelstadt nach dem Autobahn-Tod von zwei Feuerwehrleuten verständigt. In der Gegenrichtung rücken die Ortswehren der Stadt Werder bis Brandenburg vor.

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Feuerwehreinsätze von Kloster Lehnin und Golzow auf der A 2 wird es vorerst nicht mehr geben.

Quelle: Julian Stähle

Mittelmark. Die in vier Zügen zusammengefassten Ortswehren der Gemeinde Kloster Lehnin werden vorläufig nicht mehr zu Einsätzen auf die Autobahn gerufen. Das ist eine Konsequenz aus dem tragischen Unglücksfall am Dienstag zwischen Brandenburg und Netzen. Dabei waren zwei freiwillige Feuerwehrleute ums Leben gekommen. „Die Kameraden sollen nach dem traurigen Verlust von engen Mitstreitern erst einmal zu sich finden. Alles andere wäre eine unnötige Belastung“, sagte Kreisbrandmeister Herbert Baier der MAZ.

In Abstimmung mit der Stadt Brandenburg wurde deshalb die bei der Leitstelle hinterlegte Alarm-und Ausrückeordnung verändert. In dem computergestützten Regelwerk ist je nach Schadenslage unter anderem festgelegt in welcher Reihenfolge Feuerwehren zu alarmieren sind. Normalerweise ist die Kloster Lehniner Feuerwehr für den Autobahnabschnitt von Netzen bis zum Autobahndreieck Werder zuständig. Ab sofort übernehmen die Kollegen der Berufsfeuerwehr aus Brandenburg diese Aufgabe mit, was allerdings im Notfall zu einem längeren Anmarschweg führt. Das betrifft auch den Teil von der Anschlussstelle Brandenburg bis Netzen, für den eigentlich die Golzower Feuerwehr eingeteilt ist.

Kreisbrandmeister Herbert Baier

Kreisbrandmeister Herbert Baier.

Quelle: Danilo Hafer

Auch die Golzower waren am Schwarzen Dienstag auf der Autobahn vor Netzen im Einsatz, weil ursprünglich ein Kleintransporter auf einen Laster aufgefahren war. Die Golzower mussten die Tragödie ihrer Lehniner Kollegen, die zur Verstärkung angerückt waren, mit ansehen. „Deshalb werden auch die Golzower Feuerwehrleute vorübergehend von der Autobahn genommen“, so Kreisbrandmeister Baier.

In der Stadt Brandenburg richtet sich die Berufsfeuerwehr zunächst auf eine zweiwöchige überörtliche Hilfe ein. Man werde alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen, um die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nach dem traurigen Ereignis von Netzen zu unterstützen, teilte der für Brandschutz zuständige Beigeordnete Michael Brandt auf Nachfrage mit. Sollte es zu größeren Schadenslagen auf der A 2 kommen, wird die Freiwillige Feuerwehr Brandenburg in die Rettungs- und Feuerwache an der Fontanestraße nachrücken, um den Grundschutz für die Havelstadt zu gewährleisten.

Als eine Konsequenz aus dem tödlichen Unfall bei Netzen wird die Berufsfeuerwehr bei Einsätzen auf der Autobahn ein zusätzliches Fahrzeug mitführen, das im hinteren Bereich der Einsatzstelle als Aufprallschutz dienen soll. Sollte die Aufgabenstellung auf der A 2 über einen längeren Zeitraum andauern, seien jedoch organisatorische und personelle Anpassungen nötig, die im Einzelfall mit der Feuerwehr besprochen werden müssten, so Beigeordneter Brandt.

Auf Ausnahmesituation vorbereitet

Die Berufsfeuerwehr Brandenburg wird notfalls durch neun Freiwillige Feuerwehren in der Stadt und den Ortsteilen unterstützt. Dabei kann die Freiwillige Feuerwehr Brandenburg auf rund 30 Einsatzkräfte und mehrere Löschfahrzeuge zurückgreifen.

Im Rahmen der überörtlichen Hilfe würde die Freiwillige Feuerwehr Brandenburg in die Wache an der Fontanestraße nachrücken, sollten die hauptamtlichen Kräfte auf der Autobahn gebunden sein. Auf solche Ausnahmesituationen ist die Berufsfeuerwehr vorbereitet.

Der Dienstbetrieb in der Berufsfeuerwehr teilt sich in drei Wachabteilungen im 24-Stunden-Dienst auf. Dazu gehören über 60 Einsatzkräfte. Dass sich Feuerwehren aus dem Umland und der Stadt bei der Gefahrenabwehr gegenseitig unterstützen, gehört zum Alltag.

In der Rettungs-und Feuerwache ist die Regionalleitstelle angesiedelt, wo die Notrufe 112 aus Brandenburg, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming eintreffen. In der Leitstelle werden von den Diensthabenden Feuerwehren, Rettungsdienste und Katastrophenschutz alarmiert.

Für die Gegenrichtung bedeutet der zeitweilige Abzug der Kloster Lehniner Kameraden von der Autobahn mehr Arbeit für die freiwilligen Feuerwehren der Stadt Werder. Diese werden die Einsätze bis zur Anschlussstelle Brandenburg übernehmen. Je nach Situation und geografischer Lage gehören dazu die Ortsfeuerwehren Werder, Glindow, Plötzin, Plessow, Töplitz, Phöben und Derwitz. „Das ist ziemlich happig für die Werderaner, aber die Verantwortung verteilt sich auf mehrere Schultern“, so Kreisbrandmeister Baier.

Dass für die Kloster Lehniner die Arbeit auf den anderen Straßen weitergeht, bewies ein erneuter Lkw-Unfall am Mittwochfrüh auf der Landesstraße 88 bei Prützke. Der Fahrer musste geborgen werden, die Verbindung zur B 102 war für rund eine Stunde voll gesperrt.

Von Frank Bürstenbinder

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