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Brandenburger Grafiker illustriert Shakespeare

Von Menschen und Märchen Brandenburger Grafiker illustriert Shakespeare

Ein Brandenburger Grafiker hat sich William-Shakespeare-Geschichten zur Brust genommen und diese neu illustriert. Gemeinsam wollen Wulf und Undine Holtmann dieses Werk, das auch eine Hommage an Carl Hoffmann ist, in wenigen Tagen in Brandenburg an der Havel der Öffentlichkeit vorstellen – und das an Shakespeares Geburtstag.

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Diese Arbeit von Carl Hoffmann nutzte der Verlag für die Gestaltung des Fühmann-Shakespeare-Buches.

Quelle: Holtmann

Brandenburg/H. „Aus dem Stoff sind wir Menschen, aus dem man Träume macht“ – dieses Zitat stammt aus Shakespeares Komödie „Der Sturm“ und fasst zusammen, was sein Werk ausmacht: Das Leben der Menschen zwischen Zauber, Märchenhaftigkeit, Poesie und Komödie. Es bezieht sich auf den Menschen und sein Leben an sich, aber auch auf die Fiktion im Londoner Globe-Theater, in dem „Der Sturm“ aufgeführt wurde. Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen auf allen Ebenen. Im Leben der Menschen ist die Kindheit vielleicht die Zeit, in der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit noch am ehesten fließend sind. Um 1600 wurden Kinder noch wie kleine Erwachsene angesehen, Shakespeare richtete sich in seinen Stücken an Erwachsene, auch in den Komödien und Märchen.

Vor 400 Jahren starb Shakespeare, vor einem Jahr der Brandenburger Grafiker und Illustrator Carl Hoffmann. Schriftsteller Franz Fühmann steht zwischen ihnen, er hat Shakespeare für Kinder nacherzählt. Sie alle eint, dass sie Träume ernst nahmen, weil sie die Kehrseite der bewusst gestalteten Gegenwart sind.

Illustration von Carl Hoffmann zum „Sommernachtstrum“

Illustration von Carl Hoffmann zum „Sommernachtstrum“.

Quelle: Holtmann

Für das Kinderbuch „Shakespeare-Märchen“ trafen mit Franz Fühmann und Carl Hoffmann zwei Künstler aufeinander, die Kinder ernst nahmen. Sie haben sie nicht verklärt und ihre Themen nicht verniedlicht. Hoffmann zeichnete Kinder selbst in Kinderbüchern oft wie klein geratene Erwachsene auch mit ernsten und traurigen Zügen. Fühmann nahm Kinder als zukünftige Erwachsene ernst und sah in ihnen eine Chance, dass sie durch Erziehung und Aufklärung ihre Zukunft menschlicher zu gestalten wüssten.

Fühmann wendet sich in den „Shakespeare-Märchen“ an seine jungen Leser: „Liebe Kinder, die Märchen waren einmal Theaterstücke. Aber weil Kinder abends nur selten ins Theater dürfen und Theaterstücke meist nicht gern lesen, habe ich sie Euch eben als Märchen erzählt.“ Er wusste Kinder an die Hand zu nehmen und sie auf ihre Weise in die Welt der Literatur, der Fantasie und der Träume mitzunehmen. Dabei war er kein Fantast: Sein Fazit am Schluss: „Der Mensch braucht keine Wunder, um in einer menschlichen Welt leben zu können. Es liegt an ihm, wie er sich die Erde einrichtet.“

Car Hoffmann

Car Hoffmann

Quelle: MAZ

Auch für Carl Hoffmann gehörten Träume zur Wirklichkeit, durch seine Bilder ließ er sie sowohl auf der Bühne als auch in Büchern lebendig werden. Er las schon als Kind die Märchen von Hauff, Andersen und E.T.A. Hoffmann und besuchte die Märchenaufführungen in Dresden. Diese Einflüsse führten später zu seinem künstlerischen Credo: „Man muss aus Nichts eine Stimmung holen, eine reine Reproduktion ist nichts, man muss das Wesen zum Klingen bringen.“ Fantasie und Märchenhaftigkeit durchziehen sein gesamtes Werk, welches aber nie infantil wirkt. Hoffmann stellte die Seelenzustände der Menschen, auch der Kinder, ungeschminkt dar, er verklärte die Welt nicht, er schilderte sie, poetisch, aber auch grausam. Er sah und fühlte durch die Augen des Kindes und gab dessen innere Sicht wider, die dem offiziellen, harmonisierten Bild eines Kindes bis heute nicht entspricht. Nichts anderes tat er mit den Erwachsenen, so schließt sich der Kreis von 400 Jahren: Den Stoff, aus dem man Träume macht, bildet immer noch der Mensch.

Wulf und Undine Holtmann stellen am 23. April ihre Ausstellung „Traumzeit“ vor – eine Hommage an William Shakespeare und Carl Hoffmann. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr in der Fouqué-Bibliothek in Brandenburg an der Havel. Die Ausstellung läuft bis zum 24. September.

Von Wulf Holtmann

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