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Brandenburg/Havel Brandenburger Oberbürgermeister fürchtet „Cottbuser Verhältnisse“
Lokales Brandenburg/Havel Brandenburger Oberbürgermeister fürchtet „Cottbuser Verhältnisse“
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13:18 18.04.2018
Steffen Scheller (CDU), Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel Quelle: J. Steiner
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Brandenburg/H

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) bezieht sich in seinem Schreiben an Mathias Tänzer auf die Übergriffe der vergangenen drei Wochen auf Menschen in Brandenburg/Havel, von denen einige schwere Körperverletzungen davon getragen haben. Diese Taten seien offenbar von einer Gruppe bestehend aus mehreren jungen Männern begangen worden.

Scheller schreibt ohne Umschweife, welche Sorge ihn umtreibt: „Genau wie ich gehen auch Sie sicher davon aus, dass die Gesamtsituation damit auch eine politische Dimension annimmt, denn die Täter werden als junge Männer mit südländischem Aussehen und Akzent beschrieben. Wir wollen ganz sicher beide keine ’Cottbuser Verhältnisse’ in der Stadt haben und es gibt sicher auch hier Personen, die die Abnahme der Sicherheit oder des subjektiven Sicherheitsgefühls für ihre Zwecke nutzen wollen.“

Am Gesundheitszentrum gegenüber dem Hauptbahnhof wurden die beiden Jugendlichen überfallen. Quelle: privat

Der Oberbürgermeister bittet Polizeichef Tänzer „sehr kurzfristig um einen schriftlichen Lagebericht“. Er greift auf, was die Medien in der Stadt und auch die Bürger brennend interessiert: Welche Erkenntnisse hat die Polizei im Hinblick auf Zusammenhänge zwischen den Straftaten und wenn das so ist, um welche handelt es sich?. Wörtlich schreibt Scheller: „Gibt es bereits konkrete Hinweise auf die Täter und ob diese einen Migrationshintergrund haben?“

Scheller schlägt mehr Polizeipräsenz vor

Der Rathauschef möchte wissen, was die Inspektion in der Stadt und andere Stellen der Polizei getan haben, um die Sicherheit und auch das subjektive Sicherheitsgefühl zu verbessern. Er denkt dabei an eine erhöhte „uniformierte Polizeipräsenz“ und bietet politische Unterstützung an.

Am Freitagabend am Hauptbahnhof haben mutmaßlich drei junge Männer zwei Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren angegriffen und zumindest einen von ihnen sehr schwer am Kopf verletzt.. Polizeisprecher Heiko Schmidt gab am Sonntag bekannt, dass es sich bei den Angreifern um Russen handeln könnte.

Dem schwer verletzten Jungen geht es etwas besser

Die einzige gute Nachricht ist, dass es dem 15-Jährigen, der auf der Kinderintensivstation des städtischen Klinikums behandelt wird, inzwischen besser geht. Ärzte und Schwestern haben erreicht, dass sein Zustand stabil ist, wie aus dem Klinikum zu erfahren ist.

Der verletzte Junge ist ansprechbar. Florian (15) wohnt ganz in der Nähe des Tatorts. Er wollte am Freitagabend mit seinem ein Jahr jüngeren Kumpel Ricardo mit der Bahn nach Götz fahren.

Die beiden Jugendlichen flüchteten vor den aggressiven jungen Männern, die prompt die Verfolgung aufnahmen und in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle am Gesundheitszentrum über ihre Opfer herfielen.

Polizei verstärkt Ermittlungsgruppe

Steffen Scheller hat Polizeichef Tänzer angeboten, an diesem Montagabend in die Hauptausschusssitzung zu kommen und dort gegebenenfalls aus erster Hand über Maßnahmen und Erkenntnisse zu informieren.

Der Inspektionsleiter wird zwar nicht in den Ausschuss gehen, hat den Rathauschef aber inzwischen in zwei Gesprächen über die Erkenntnisse der Polizei informiert.

Die bestehende Ermittlungsgruppe sei nach dem Überfall am Freitag noch einmal verstärkt worden, unter der Führung von Kripobeamten der Polizeidirektion. Mathias Tänzer: „Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, den Fall aufzuklären.“ Die polizeiliche Präsenz in der Stadt habe er bereits in der Vergangenheit verstärkt.

„Wir wollen Täter inhaftieren, nicht informieren“

Die Polizei bittet um alle Bild- und Videoaufnahmen, die am Freitagabend, zwischen 20.30 Uhr und 21.15 Uhr auf und vor dem Hauptbahnhof, insbesondere auf dem Gleis 3 sowie vor dem Gesundheitszentrum angefertigt wurden.

Zeugen, die sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, werden gebeten, sich unter 0 33 81 56 00 zur Verfügung zu stellen.

Wertvoll sind auch Hinweisen auf die Identität der Täter. Einer soll im Gesicht verletzt sein.

Die Polizei will Einzelheiten erst bekannt geben, wenn der Ermittlungserfolg nicht mehr gefährdet wird. Tänzer: „Wir wollen die Täter nicht informieren, sondern inhaftieren!“

Zusätzliche Polizisten sollen zu bestimmten Zeiten mit sichtbarer Präsenz, aber auch als zivile Streifen für mehr Sicherheit und mehr Sicherheitsgefühl bei der Brandenburger Bevölkerung sorgen.

Von Jürgen Lauterbach

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